03.08.2016
Rubrik MusikEvents

Mind Against: «Wir wollen Emotionen entstehen lassen»


Sie sind wohl das aufregendste italienische Brüderpaar seit Mario und Luigi: Alex und Federico Fognini machen als Mind Against feinsten, düsteren Minimal-Techno. Wie die beiden zur elektronischen Musik gefunden haben und was sie mit ebendieser ausdrücken wollen haben uns die Jungs im Interview verraten.

Vom Musikfan zum Musiker ist es oft ein steiniger Weg. Wie seit ihr zum Auflegen und Produzieren gekommen?
Alex: Vor ungefähr zehn Jahren haben wir beide angefangen viel in Clubs zu gehen und die Platten elektronischer Künstler zu sammeln. Irgendwann war uns das aber nicht mehr genug. Wir hatten das Gefühl, dass wir unsere Gedanken zu dieser Art von Musik ausdrücken mussten. Zu Produzieren und langsam aber sicher mit unserem eigenen Sound und unserer Vision zu dieser Szene beizutragen war eine logische Schlussfolgerung daraus.

Woher nehmt ihr eure Inspiration, wenn ihr an einem neuen Track arbeitet?
Alex: Die Inspiration ziehen wir aus den unterschiedlichsten Dingen. Manchmal ist es ein Soundtrack zu einem bestimmen Film, den wir beide mögen und der unsere Gehirnwindungen stimuliert. Oder einer von uns hat eine vage Melodie im Kopf, aus der sich dann etwas entwickelt. Aber wir hören auch viel Musik von anderen Acts, bei der uns immer wieder gewisse Elemente wahnsinnig gut gefallen. Mit diesen Bausteinen spielen wir dann so lange herum, bis wir unsere eigenen Version davon entwickelt haben.

Eure Musik wirkt oft düster und nachdenklich. Ganz anders als manche andere Techno- oder Minimal-Produktionen, die derzeit in den Clubs rauf und runter gespielt werden. Wie kommt es zu eurem dunklen Sound?
Federico: Naja, das liegt wohl an unseren Einflüssen der elektronischen Musik. Wir haben vielleicht eine etwas andere Vision von unseren Tracks. Wir versuchen den Hörer in irgendeiner Form zum Denken anzuregen. Wir fokussieren uns auf die Stimmung im Publikum, wenn wir ein Set spielen. Emotionen entstehen zu lassen ist ein sehr grosser Teil von dem, was Mind Against Sets ausmachen.

 

«Ein Teil der Berliner Technoszene zu sein ist schon ziemlich beeindruckend.»

 

Ihr seit von eurer Heimat Italien nach Berlin gezogen. Quasi die Welthauptstadt des Technos. Hat euch das – oder eure Arbeitsweise – in irgendeiner Form beeinflusst?
Federico: Ja und nein. Wie du schon gesagt hast, hat Berlin die grösste Szene für die Art Musik, die wir machen. Davon ein Teil zu sein ist schon ziemlich beeindruckend. Aber gleichzeitig gehen unsere Gefühle für ebendiese Musik noch viel tiefer, als dass sie erst entstehen könnten wenn man in Berlin wohnt. Wir würden wohl die gleiche Art von Musik machen und den gleichen Ansatzpunkt für unseren Sound finden, wenn wir irgendwo auf der Welt wohnen würden.

Ihr wart in diesem Jahr schon unglaublich fleissig: Ihr seid durch Amerika, Kanada, Europa und auch Asien getourt, und das allein in diesem Frühling. Welcher Ort hat euch denn bisher am besten gefallen?
Federico: Wir schätzen uns wirklich glücklich, dass wir überall auf der Welt spielen dürfen. Jeder Ort hat seine speziellen Eigenheiten und Aspekte, die uns wahnsinnig gut gefallen. Zum Beispiel Asien, dort haben wir vor ein paar Wochen zum ersten Mal gespielt. Tokio war definitiv das Highlight dieser Reise. Die haben dort so eine starke Szene seit Jahrzehnten. Es war fantastisch, das live miterleben zu dürfen. Und obwohl wir dort zum ersten Mal aufgelegt hatten, kannten die Leute unsere Tracks bereits und haben so eine grossartige Stimmung kreiert. Das ist natürlich immer etwas besonderes für uns.

Nach dem 13. August werdet ihr auf die Frage, wo ihr denn am liebsten spielt, natürlich dann mit «an der Street Parade» antworten, oder?
Alex: Bestimmt! Wir sind wahnsinnig aufgeregt zum ersten Mal an der Street Parade aufzulegen. Diese riesige Menschenmenge, die jedes Jahr zu diesem Event nach Zürich kommt, muss eine atemberaubende Wirkung auf jeden DJ haben, der dort spielen darf. Wir können es kaum erwarten, das für uns selbst zu erleben.

Nachdem wir nun festgestellt haben, dass euer Set in Zürich das absolute Highlight in eurer Karriere sein wird: Was kommt für Mind Against als nächstes?
Alex: Unser Sommer ist vollgepackt mit wahnsinnig vielen Gigs, auf die wir uns alle sehr freuen. Unser Hauptaugenmerk liegt also mal bis Ende September darauf, unser Bestes zu geben und gute Shows an den vielen Events und Festivals zu spielen. Es wird aber auch neue Musik auf Afterlife, dem neuen Label von Tale of Us, geben. Da steht Ende Sommer ein Release an.



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