28.02.2018
Rubrik Film

If Not Later, when? – «Call Me By Your Name»


Es ist viel mehr als nur ein weiterer heisser Sommer im Norden von Italien. Für den jungen Elio ändern sich im Jahr 1983 nicht nur seine Gefühle für andere sondern auch für sich selbst.

Luca Guadagnio ist bekannt dafür, dass man seine Filme nicht nur ansieht sondern regelrecht in sie hereingesogen wird. Beim neusten Werk des italienischen Filmemachers «Call Me By Your Name», das auf dem Buch von André Aciman basiert, ist das nicht anders.


In einer Villa in Norditalien lebt der 17-jährige Elio Perlman (Timothée Chalamet) mit seinen Eltern den Sommer durch. Sein Vater (Michael Stuhlbarg), ein Archäologieprofessor, forscht vor Ort antike Skulpturen und lädt jedes Jahr einen Schüler ein um mit ihm zu arbeiten. Diesen Sommer ist es Oliver (Armie Hammer), der in die Villa einzieht. Er geht schwimmen, Fahrrad fahren, isst, tanzt, trinkt und liegt in der Sonne, wie es alle anderen so tun. Aber nach wenigen Tagen ist Oliver nicht nur der Liebling der Familie und deren Angestellten, nein die ganze Kleinstadt ist verrück nach dem gutaussehenden, intelligenten Amerikaner. Auch Elio beginnt schnell Gefühle für Oliver zu entwickeln, hat aber seine Schwierigkeiten sie dem allerseits beliebten Studenten mitzuteilen. Die Story wird aus Elios Sichtweise dargestellt und zeigt wie er von seinen Gefühlen für Oliver hin und hergerissen ist und nicht weiss was er von dem jungen Mann, der für 6 Wochen bei seiner Familie lebt, halten soll. Im einen Moment zeigt Oliver grosses Interesse an Elio und nur einige Augenblicke später verschwindet er mit seinem gewohnten «Later!». Elio fällt es schwer damit umzugehen, so beginnt er vorerst anderweitig mit seiner Sexualität zu experimentieren.


Die Beziehung zwischen Oliver und Elio geht schleppend voran. Es wirkt aber idyllisch wie Oliver an seinem Platz am Pool liegt und Elio am kleinen Tisch unter einem der Pfirsichbäume sitzt. Sie lesen, reden oder der musisch begabte Elio spielt Oliver auf der Gitarre oder dem Klavier etwas vor. Diese Idylle schafft es den Zuschauer in den heissen italienischen Sommer zu versetzten. Es wird viel herumgelegen, viel Haut gezeigt und das Treiben um das Haus der Familie scheint langsam, fast schon schläfrig. Guadagnino erzählt die Geschichte mit wunderschönen Bildern und unterstreicht damit die unglaubliche Schauspielerische Leistung. Die emotionalen Reden mit den vorsichtig gewählten, sehr ruhigen Bildern betäuben regelrecht und lassen das Leben der Familie wie Realität wirken, wobei sich die Schönheit der Bilder in Gefühle umwandelt.

Regie: Luca Guadagnino
Wertung:

Jetzt im Kino.



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