04.05.2017
Rubrik Film

Irrwitziger Baller-Spass: «Free Fire» im Film-Review


Feuerfrei; «Free Fire» macht seinem Name alle Ehre. Der Gangsterthriller beginnt klassisch mit illegalem Waffenhandel und endet als wahnwitziger Kampf um Leben und Tod.

Ganz mit Gangster-Attitüde treffen die beiden Iren Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) bei Nacht im abgelegenen Industriegebiet auf ihren Geschäftspartner Ord (Armie Hammer). Mit dabei die auf heisse Ware spezialisierte Justine (Brie Larson), die als Vermittlerin zwischen den beiden Parteien fungiert und Stevo (Sam Riley) und Bernie (Enzo Cilenti), zwei Typen die besser einmal mehr die Schulbank gedrückt hätten – von ihrem Drogenproblem erst gar nicht angefangen. Ord führt die Iren in eine verlassene Lagerhalle, wo sie auf den egozentrischen Waffenhändler Vernon (Sharlto Copley) und seine Gefolgsleute treffen.

Der Deal ist simpel: einen Koffer voller US-Dollar gegen Schusswaffen. Nun, nicht simpel genug, wenn sich so viel Beschränktheit auf einem so kleinen Raum trifft. Der verkiffte Stevo, gerät plötzlich in Panik, als er unter Vernons Gefolgsleuten, den Typen wiedererkennt, der ihm letzte Nacht den Arsch aufgerissen hat, weil er seine Cousine a) Sexuell belästigt und b) eine Flasche über den Kopf gezogen hat. Die Situation, sowieso bereits angespannt, da falsche Ware geliefert wurde, gerät langsam ausser Kontrolle. Das Drama nimmt seinen Lauf. Statt den Streit auf sich ruhen zu lassen, ziehen die hitzköpfigen Gangster-«Profis» mit und alle Beteiligten geraten in eine Schiesserei, die kein Ende mehr nehmen will. Selbst als sich alle durch Schusswunden nur noch wie Würmer auf den Boden winden, ist niemand der Sturköpfe bereit die weisse Fahne zu schwenken.

Was wie ein typischer Hollywood-Gangsterstreifen beginnt, entwickelt sich zu einem irrwitzigen Gemetzel im Quentin Tarantino-Stil, dass an schwarzem und bissigem Humor nicht zu übertreffen ist. Sprüche unter der Gürtellinie sind Etikette. Man könnte wohl ein Trinkspiel aus dem Film basteln, so oft kommen die Wörter «verfickt» und «Wichser» vor. Obwohl der Film inhaltlich nicht viel hergibt – er beschränkt sich auf die Schiesserei in der Lagerhalle – ist durchgehend für Unterhaltung gesorgt. Der Film liefert mit grotesker Handlung viele Lachflashs, enthält aber auch einige Schreckensmomente, da an Brutalität nicht gespart wird. Für sanfte Seelen eignet sich der Film wenig, doch für alle, die auf bitterbösen Humor stehen, ist «Free Fire» eine Empfehlung.

Regie: Ben Wheathley

Wertung:



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