29.11.2017
Rubrik Film

Nightmare before Dia De Los Muertos: «Coco»


Einen Film ums Jenseits aufzubauen, klingt nicht wie der typische Disneyfilm. «Coco» schaft es trotzdem jede lebende Seele zu berühren – wenn nicht sogar die Toten.

Der mexikanische Junge Miguel (Anthony Gonzalez) will mit fester Überzeugung Musiker werden, doch in seiner Familie ist Musik unerwünscht. Dies kommt davon, dass Miguels Ur-Ur-Grossvater seine Frau und Tochter verliess um für die ganze Welt Musik zu machen. Mamá Imelda (Alanna Ubach), Miguels Ur-Ur-Grossmutter, gibt von dem Moment an den Hass für Musik an die folgenden Generationen weiter. Gegen die Regeln seiner Familie bringt sich der zwölfjährige Miguel das Gitarre spielen bei und verehrt den jungverstorbenen Ernesto De La Cruz (Benjamin Bratt), eine mexikanische Musiklegende. Am jährlichen Dia De Los Muertos (mexikanischer Feiertag – Tag der Toten) will Miguel seine Chance packen und an einem Talentwettbewerb mitmachen um gross rauszukommen, genau wie sein Idol. Doch es kommt alles etwas anders als erwartet, denn Miguel findet sich auf einmal auf der anderen Seite wieder, umgeben von Toten.

Die Welt der Toten ist ein Meisterwerk von «Pixar’s». Die atemberaubende Gemeinde basiert auf der mexikanischen Stadt Guanajuato und ist mit farbigen Neonlichtern geschmückt – eine Mischung zwischen Disneyland und Times Square. Die Bewohner können die Welt der Lebenden nur besuchen, wenn sich jemand am Dia De Los Muertos mittels eines Fotos an sie erinnert, werden sie jedoch vergessen schwindet auch ihre Existenz auf der Seite der Toten. Miguel ist zwischen seiner Familie und der Liebe zur Musik hin und hergerissen. Um in die Welt der Lebenden zurückkehren zu können muss ihm eine Person seiner bereits toten Familie den Segen geben, dies geschieht auch ziemlich bald durch seine Ur-Ur-Grossmutter Mamá Imelda. Doch, wie sooft, hat die Sache einen Haken, denn Mamá Imelda stellt eine Bedingung: Miguel kann nur in die Welt der Lebenden zurückkehren und dortbleiben, wenn er die Musik für immer an den Nagel hängt. Der kleine Junge will seinen Traum aber auf keinen Fall aufgeben und macht sich auf die Suche nach einem anderen Familienmitglied und somit dem Einzigen, das an Musik glaubt: Seinem Ur-Ur-Grossvater.

Die Stimmen für die Charaktere der neusten Kollaboration von «Disney» und «Pixar’s» liefert ein rein Lateinamerikanischer Cast und ist nach «Moana» und «Queen of Katwe» ein weiterer Film, der die kulturelle Vielfalt von «Disney» erweitern soll. «Coco» schlägt Brücken, wo Trump Mauern bauen will und spricht somit auch politische Themen an. Der Film schafft viele unerwartete Twists und eingängige Melodien. Die Geschichte von Miguel und seiner Familie berührt und holt den Ruf von «Pixar’s» nach missglückten Sequels zu «Finding Nemo» und «Cars» wieder auf das gewohnte Niveau hoch.

Regie: Lee Unkirch
Wertung:

Ab Donnerstag 30.11. im Kino

 



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