09.08.2017
Rubrik Film

«The Dark Tower» – Monsterprojekt in 95 Minuten


Lang erwartet, endlich da: Idris Elba und Matthew McConnaughey bekriegen sich in der Kinoadaption von Stephen Kings Romanreihe «The Dark Tower» und wir haben den Film bereits für Sie gesehen.

4000 Seiten! Acht Bücher! Ein Western-Sci-Fi-Epos, das sogar der Autor selbst als sein wohl bedeutendstes Werk aller Zeiten ansieht. Die Buchreihe um Stephen Kings «The Dark Tower» hat seit dem ersten Band «Schwarz» (Originaltitel: «The Dark Tower: The Gunslinger») schon 1982 eine Welle der Begeisterung im Kreise der Literatur-Fans los getreten und hörte auch nach dem achten Band nicht auf. Zahlreiche Regisseure versuchten sich daran, die Reihe auf die grosse Leinwand zu beamen – darunter Namen wie J.J. Abrams («Star Wars: The Force Awakens», «Lost») oder Ron Howard («A Beautiful Mind»). Alle scheiterten an der schieren Grösse des Projekts. Nun liegt es also an Nikolaj Arcel, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Aber schafft er es auch, die gleichen epischen Filmhighlights ins Kino zu bugsieren, wie es andere Stephen-King-Adaptionen wie «The Shining» oder «It» bereits geschafft haben?

Die Antwort ist: Naja. Das Problem an «The Dark Tower» ist nämlich, dass hier nur ein Bruchteil der Geschichte aus den Büchern erzählt wird. Vielmehr scheint der Plan zu sein, diesen Film als Sequel zu den Romanen anzuteasern, allerdings muss ja die Geschichte auch irgendwo anfangen, weswegen sich der Plot doch auch stark an dem ersten Teil Kings orientiert. Für Fans der Buchreihe ist dieses bisschen an «Fakten» zu wenig. Für Neulinge aber gerade richtig. Und so bleibt es eigentlich in den gesamten 95 Minuten ein zweischneidiges Schwert für den Zuschauer. Einerseits wird man gut unterhalten, andererseits vermisst man ganz viel der Mystik, Magie und Futuristik, die King in seinen Romanen so absolut prägnant in Worte gefasst hat. Zur Versöhnung hat man aber ganz viele Referenzen zu anderen Romanen von King in den Film eingebaut – beispielsweise ein Foto des Hotels aus «Shining». Und weil sich Sony – das Studio hinter der 60’000’000 US-Dollar teuren Produktion – hier so zusammenreisst, um auch ja nichts zu verraten, können wir Ihnen nicht mal sagen, ob es noch weitere Teile geben wird (wir vermuten aber schon, vielleicht, irgendwie, weil das kann es jetzt echt noch nicht gewesen sein …).

Licht vs. Schatten
Und wie machen sich die Schauspieler? Idris Elba als Roland The Gunslinger macht seine Sache gut – wie alles, was der gebürtige Brite bisher so in Angriff genommen hat. Herausstechen kann seine Rolle aber nur durch die Schnelligkeit, mit der er seine Waffe zückt, blind und in wenigen Sekunden nach lädt und fast immer ins Schwarze trifft. Ansonsten waren wir ein wenig verwirrt, weil sich Roland in unserer Welt ja eigentlich nicht auskennt, aber dann trotzdem weiss, dass man auf Propangasbehälter schiessen kann, um eine Explosion zu erzeugen (hier ein Dank an Redaktionsgspänli Rainer Etzweiler, der die Autorin darauf aufmerksam machte, da sie selbst von der unbändigen Schönheit Idris Elbas völlig eingenommen war).

Elba gegenüber steht Matthew McConaughey, der sich mit Filmen wie «Mud» oder «Dallas Buyers Club» in die gleiche Liga wie ein Christian Bale und aus dem Rom-Com-Sumpf heraus gespielt hat. McConaughey verkörpert in «The Dark Tower» den Magier Walter, der mittels Kindergedanken den dunklen Turm zum Einsturz und die Dunkelheit auf alle Welten zerren will. Aber es fällt uns sehr schwer, einem Matthew McConaughey das Zauberer-Ding abzukaufen. Irgendwie wirkt er fehl am Platz und als müsste er sich in solchen Szenen manchmal selbst auslachen. Alles in allem ist «The Dark Tower» aber mit Sicherheit ein Film, der gut unterhält und auch viele Stephen-King-Fans glücklich machen wird. Und falls Sie sich noch nicht zu letzteren zählen: It’s about damn time to start reading!

Wertung: Ab 10. August im Kino.

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THE DARK TOWER / Trailer A Edf / Release date: August 2017 from Sony Pictures Releasing Schweiz on Vimeo.



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