03.08.2017
Rubrik Film

«War for the Planet of the Apes» – Monkey see, Monkey do


Die «Planet of the Apes»-Trilogie findet mit «War for the Planet of the Apes» ein vorläufiges Ende. Falls Sie die ersten beiden Teile rund um den Schimpansen Caesar noch nicht gesehen haben, sollten Sie sich mit dem Lesen auf den letzten Absatz zu beschränken, denn ab jetzt fliegen Ihnen die Spoiler der Vergangenheit nur so um die Ohren.

Am Anfang stand das Buch. «Planet der Affen» hiess der Roman von Pierre Boulle, der 1963 ein visionäres Werk der Sci-Fi-Geschichte darstellte. Der Franzose schildert in dem Buch die futuristische Reise zu einem fernen Planeten namens Soror, auf dem Affen wie Menschen und Menschen wie Affen leben. Anführer Cornélius begutachtet die menschlichen Erdlinge und muss feststellen, dass diese sprechen und denken können – ganz im Gegensatz zu den Menschen, die auf seinem Planeten leben. Die benehmen sich wiederum wie Tiere, können weder sprechen noch Pläne schmieden. Was in mittlerweile drei Originalfilmen (darunter einmal auch von Tim Burton anno 2001) abgehandelt wurde, erfährt in der Prequel-Reihe ab «Rise of the Planet of the Apes» (2011) die Zeitreise in die Vergangenheit. Wo stammen diese sprechenden Affen ab und wie haben sie es geschafft, alle Menschen zu unterwerfen und wie Haustiere zu halten?

Den Grundstein für die überschlauen Affen legt darin James Franco, der eigentlich an einem Heilmittel für Alzheimer forscht. Komplikationen entstehen und einer der Versuchsaffen im Labor stirbt auf tragische Weise, doch wie sich herausstellt, hat just dieser Affe zuvor ein kleines Äffchen geboren. Francos Charakter Will Rodman nimmt ihn mit nach Hause und zieht Caesar auf, der mit fortschreitendem Alter immer schlauer wird, eigenständig denken kann und irgendwann zu schwierig für das Versteckspiel vor den Menschen wird. Will muss Caesar in ein Affenheim stecken, in dem er und viele andere seiner Art gequält und misshandelt wird. Er realisiert, dass das vermeintliche Alzheimer-Mittel für seinen IQ verantwortlich ist und bricht in das Labor ein um welches zu stehlen. So werden seine Leidgenossen plötzlich ebenso schlau und gemeinsam bricht die Affenbande aus, um – nach einer Schlacht mit den Menschen, versteht sich – in Frieden im nahegelegenen Wald von San Francisco zu leben.

Der dritte Weltkrieg bricht aus
Was in «Rise of the Planet of the Apes» nur am Rande angekratzt wurde, manifestiert sich dann so richtig in «Dawn of the Planet of the Apes» von 2014. Hat sich Regisseur Rupert Wyatt zuerst nur auf die Geschichte von Caesar und seinem Clan konzentriert, geht es nun bei Regisseur Matt Reeves zehn Jahre später um die Auswirkungen, die das fehlerhafte Alzheimer-Medikament auf die Menschen hatte. Statt zu heilen, brach damals ein Virus über die Welt herein, der die meisten Menschen regelrecht ausrottete. Bloss eine Handvoll Zweibeiner haben sich zusammengerauft und in San Francisco einen sicheren Ort für Überlebende eingerichtet. Um für Strom zu sorgen, muss der nahegelegene Damm repariert werden, doch am Weg dorthin gerät die Exkursion in Gefahr. Die Menschen treffen erneut auf die klugen Affen und es scheint, als wäre alles verloren. Weil Caesar sich aber nicht nur an die Qualen seiner Gefangenschaft unter den Menschen erinnert, sondern auch an seinen Ziehvater Will, beschliesst er den Eindringlingen zu helfen um zukünftig friedlich nebeneinander wohnen zu können. Sein Vertrauter Koba hat allerdings andere Pläne und versucht die Affen gegen die Menschen aufzuwiegeln. Er greift zu drastischen Mitteln und schiesst heimlich auf Caesar, um einen Krieg anzuzetteln – mit Erfolg.

An dieser Stelle springen wir gleich weiter zum aktuellen Film, der ab jetzt im Kino läuft, und von nun an wird auch nicht mehr gespoilert, versprochen! «War for the Planet of the Apes» spielt fünf Jahre nach dem zweiten Teil und schon in der ersten Szene wird klar – es herrscht auch heute noch Krieg zwischen den Affen und den Menschen. Soldaten kreisen das vorläufige Zuhause von Caesar und seiner Gang ein – darunter auch sein kleiner Sohn Cornélius (hier dürfen Sie jetzt die Parallele zum Buch ziehen). Nachdem der Colonel (Woody Harrelson) Caesars Frau und Cornélius’ älteren Bruder erschiesst, will Caesar Rache nehmen. Während sich der Rest der Herde zu einem neuen Zuhause aufmachen soll, reitet er (ja, die Affen reiten und wir sind uns immer noch nicht ganz sicher, ob das anatomisch überhaupt möglich ist) zur Militärbasis, um dem Colonel (Woody Harrelson) den Garaus zu machen. Klar, dass dieser Plan nicht einwandfrei über die Bühne gehen wird, sonst würde der Film nicht satte 2 Stunden und 20 Minuten in Anspruch nehmen. Langweilig wird einem während dieser Zeit zwar nie so wirklich, allerdings merkt man «War for the Planet of the Apes» auch ein wenig an, dass die Geschichte nun einfach das leidige Mittelstück vom Prequel zum Original ist, die nun erzählt werden muss, weil man sonst den Anschluss verliert.

Wertung:
Regie: Matt Reeves
Jetzt im Kino.

Zum Filmstart von «War for the Planet of the Apes» verlosen wir 1×2 Kinotickets sowie einen Lasertag-Gutschein für zwei Personen. Hier geht’s zum Wettbewerb.



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