FYYFFA – Fuck You, You Fuckin’ Fuck Award 2017

We say „Fuck You!“, you say „You Fuckin’ Fuck“!

Ob bei den deutschen Bundestagswahlen oder im Vorzimmer von Harvey Weinsteins Büro, in diesem Jahr hat sich auf der ganzen Welt eine Menge Wut angesammelt. Und die muss raus. Dringend. Doch statt irgendwelche dumpfen Flagpin-Träger in die Regierung zu winken oder einen Gutgemeint-Hashtag in die Echo Chamber zu husten, rufen wir auch in diesem Jahr dazu auf, jene Person zu wählen, die der Schweiz in den letzten zwölf Monaten am meisten an den Nerven genagt hat. Wer die Wahl gewinnt, wird im Dezember von uns mit dem „Fuck You, You Fuckin’ Fuck“-Award ausgezeichnet. Wer wird Nachfolger von so illustren Ausnahmehonks wie DJ Antoine, Anja Zeidler oder Vorjahressieger Gölä? Es liegt in Ihren zarten Händen! (Ernsthaft, die sehen fabelhaft aus, benutzen Sie Lotion?)

 

FUCK ROGER FEDERER?


Seine anhaltenden Erfolge im Sport stehen ausser Frage. Und seine geradezu einschläfernd freundliche Art abseits vom Court machen Roger Federer auch weiterhin zum Sympathieträger. Aber 2017 war das Jahr, in dem sich der beste Tennisspieler aller Zeiten endgültig zum Werbekasper machte – egal ob er für Sunrise mit Aliens im Raumschiff fliegt oder für Jura mit einem Roboter zankt. Würde King Roger auch in einem Hühnerkostüm vor der Fischer Bettwarenfabrik Flyer für frisch gestopfte Kissen austeilen, falls die Kasse stimmt?

FUCK IRINA BELLER?


Mit jedem öffentlichen Auftritt vernichtet Irina Beller jeglichen internationalen Goodwill, den sich die Schweiz mit über 150 Jahren IKRK aufgebaut hat. Hätte Henry Dunant in die Zukunft sehen können, er hätte seine Akten vom Tisch gewischt und gesagt, was immer auch “Fuck this shit, why even bother” auf Französisch heisst. Wie eine Halskette des Fremdschämens reihte die, ÄHEM, Jet-Set-Lady eine Perle der Peinlichkeit an die andere – gekrönt von ihrer Debütsingle “Hello Mr. Rich”, die Don McLean einst mit der Textzeile “The day the music died” prophezeite.

FUCK TAMYNIQUE?


Tamy Glauser war mal ein faszinierendes Model und Dominique Rinderknecht die sympathischste Ex-Miss seit ever. Als Tamynique wurde aus den beiden aber plötzlich dieses auf „Wir brauchen noch Kurzfutter für die Rubrik ‘People Gossip Schweiz’, ruft mal jemand kurz bei denen an und fragt, was es Neues gibt!?“ abonnierte Pärli, von dem man befürchten muss, dass sie auch bei der Premieren-Party von Gregory Knies Softporno-Clownschule auftauchen und vor dem „glanz & gloria“-Filmteam Fragen über den Zahnpastageschmack vom Partner beantworten müssen.

FUCK KNACKEBOUL?


Die Weltwoche nannte Knackeboul einen „Hassprediger“, doch können wir uns an kein Video auf Watson mit dem Titel „11 hündische Christen-Typen, die durch das Schwert des Propheten umkommen sollen, ALALALALA!“ erinnern. Stattdessen verwechselt Knäck in seinen Clips noch immer Perücken mit Humor und bespasst mit seiner Captain-Obvious-Comedy alle, denen das YouTube-Profil von Die Lochis inzwischen etwas zu intellektuell geworden ist. So nötig manchmal eine Moralpredigt auch ist: Schwierig, wenn sie von jemandem kommt, der Kliby & Caroline wie George Carlin aussehen lässt.

FUCK CHRISTIAN CONSTANTIN?


Im Wallis prügeln sich Fussball-Hooligans nicht nach dem Spiel, sondern nennen sich Clubbesitzer. Dass Christian Constantin das Temprament eines Donald Trumps vor dem ersten Kaffee hat, ist schon länger bekannt. Mittlerweile scheint der Besitzer vom FC Sion aber auch vom Geiste Bud Spencers besessen zu sein und attackierte Fussball-Experte Rolf Fringer als wäre CC Bruce Lee und der Fussballplatz die oberste Etage in „Game of Death“. Ausgerechnet Rolf Fringer, der Schläge sonst abwehrt, indem er die gegnerische Faust auf halbem Weg zu seinem Gesicht einschlafen lässt.

FUCK TAMARA FUNICIELLO?


Die Vorstösse der Juso als „nicht zu Ende“ gedacht zu bezeichnen, ist, als würde man Kratzbäume aus Rasierklingen eine „Idee mit Potential“ nennen. Tamara Funiciello betreibt offenbar Politik nach dem Prinzip „Eric Cartman gibt vor, Tourette zu haben“: Einfach mal möglichst laut irgendwelchen Bullshit in den Raum rufen und hoffen, alle Aufmerksamkeit für sich zu horten. Dass dabei ein echter Diskurs über gesellschaftliche Gerechtigkeit meist auf der Strecke bleibt, obschon die Jungsozialisten dazu wichtige Beiträge leisten könnten, lässt uns erst so richtig rot sehen.

FUCK ASK SWITZERLAND?


Frage: Warum ist der YouTube-Kanal „Ask Switzerland“ so erfolgreich? Antwort: <Video von einem Dornbusch, der einsam durch die Prärie weht>. Schon klar: Hunderte Passanten befragen, bis einer „Was ist die Hauptstadt von Ungarn?“ mit „Kondensmilch“ beantwortet, lässt jeden hysterisch kichern, dem noch keine Schamhaare gewachsen sind oder sich gerade von einer schweren Kopfverletzung erholt. Dass sich aber Medienhäuser und Politiker in ihrem Quest, „die Jungen“ zu erreichen, an diesen Karren spannen, ist etwa so, als wäre einst die Bundeskanzlerwahl bei „TV Total“ entschieden worden.

FUCK MR. DA-NOS?


Ob man sich zur Musik von Mr. Da-Nos jemals nicht den Kopf in die Kloschüssel stecken wollte, lassen wir jetzt mal offen. Neu kann man sich sein, äh, Talent aber auch auf Bestellung für sogenannte Corporate Sounds sichern. Der Betreiber vom Autohaus Uster-West ist noch auf der Suche nach einem fetzigen Track zum 15-Jahr-Jubiläum? Null problemo, gegen Kasse drückt Mister D. ein paar Knöpfe und fertig ist „Cars in Motion (Progressive Mix)“. Bereits Kunden sind beispielsweise Appenzeller Bier und Gregory Knies Cirque du So-Lame. Weil: Künstlerische Integrität? Völlig überschätzt!


FUCK SABINA GEISSBÜHLER?


Den dümmsten „Was ich in den Sommerferien gemacht habe“-Aufsatz in diesem Jahr schrieb Sabina Geissbühler – es sei denn, irgendein Fünftklässler hat vor lauter Nervosität über das Blatt gekotzt und der Lehrerin abgegeben. Aufgrund der sich zuspitzenden Flüchtlingssituation bereiste die SVP-Grossrätin nämlich Eritrea, machte ein paar Fotos von Kamelen und Bananen und kam schliesslich zum Schluss: Alles nicht so schlimm! Was etwa so ist, als würden wir die Finanzlage Griechenlands beurteilen aufgrund einer Woche, die wir besoffen im Club Robinson auf Kreta verbracht haben.

FUCK SCHLUNEGGERS HEIMWEH?


Im vergangenen Jahr gründete Hitmill-Produzent Georg Schlunegger das Gesangsprojekt Heimweh, das so fest grüseliger Heimat-Porn ist, als würde die Helvetia persönlich von einem 1.-August-Feuerwerk auf dem Rücksitz vom Swissfuckers-Bus durchgevögelt werden. Und vor wenigen Wochen erschien bereits das zweite kitschig-klebrige Werk, weil wie jeder Kaffeefahrten-Kapitän weiss, lässt es sich mit den Sehnsuchtstränen alter Omis am einfachsten Kasse machen. Ach, und Gölä hat auch schon damit angefangen, seine alte Gülle mit einem Jodelchörli aufzuwärmen. Who’s next, Lo & Leduc?

Wer ist der nervigste Schweizer des Jahres 2017?

Der nervigste Schweizer des Jahres wird im kommenden RCKSTR #152 bekannt gegeben. Bis dahin können Sie sich diese Seite als Startseite festlegen und ihren täglichen Mittelfinger abgeben.

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