13.02.2018
Rubrik Games

Der Switch-Effekt: Warum bezahlen wir 80 Stutz für ein 7 Jahre altes Spiel?  


«Skyrim» und «L.A. Noire» kosten heute auf der Switch so viel wie vor rund sieben Jahren bei ihrem Original-Release auf der PS3 und Xbox 360. Trotzdem greifen wir zu. Der Grund dafür ist simpel und einleuchtend.

Ganz weit oben der Nintendo-eShop-Charts Ende Januar: «Minecraft». Das Spiel ist im Mai für die Switch erschienen und mittlerweile sind seit dem Original-PC-Release mehr als sieben Jahre vergangen. Wie kann es sein, dass ein so betagtes Game auf Nintendos Konsolen-Handheld-Hybrid derart beliebt ist? Die Antwort ist einfach: Auf der Switch ist «Minecraft» zum allerersten Mal praktisch und in voller Qualität unterwegs spielbar – nicht so wie damals auf der PS Vita.

Der Preis ist Nebensache
Die Freude an einem portablen «Minecraft» trübt einzig der hohe Preis: 40 Stutz für ein mehr als sieben Jahre altes Spiel grenzt beinahe an Wucher. Der vierte Platz der aktuellen eShop-Verkaufscharts zeigt allerdings, dass der hohe Preis für viele Fans kaum ein Hindernis darstellt. Bethesdas Über-Koloss «Skyrim» ist im November über sechs Jahre nach dem ursprünglichen Release für die Switch erschienen und kostet nach wie vor knapp 80 Franken. Trotzdem enterte der Titel – zumindest kurzzeitig – die Top 5. Der bald sieben Jahre alte Crime-Thriller «L.A. Noire» wurde ebenfalls für die Switch (sowie PS4 und X1) re-releast. Kostenpunkt: 60 Franken.

Mit der Switch verhält es sich ein wenig wie mit Steam auf dem PC: Wir kaufen Games, die wir früher schon ausgiebig gespielt haben, nochmals, auch wenn es nicht unbedingt nötig wäre – aber gegen die Nostalgie kommt die Vernunft ja selten an. Bei Steam locken der tiefe Preis und die Möglichkeit, seine liebsten Spiele von damals an einem zentralen Ort zu versammeln und auf heutigen Betriebssystemen laufen zu lassen. Und die Switch bietet den Handheld-Modus – da ist der Preis oft fast Nebensache.

Nintendos Rehabilitation
Zwar kommen viele dieser Titel eine Konsolengeneration zu spät, aber: Sie erscheinen auf einem System von Nintendo, dessen Konsolen seit dem Release der Wii 2006 und damit über zehn Jahre lang von allen namhaften Drittherstellern schwerst stiefmütterlich behandelt wurden. Dass für die Switch auch viele wichtige Indie-Games und Blockbuster-Titel wie das 2016er «Doom» oder das 2017er «Wolfenstein II» (Port kommt dieses Jahr) umgesetzt werden, zeigt weiter, wie hoch ihr Ansehen ist.

Möglicherweise hat sich Nintendo nach der für Nicht-Casual-Spieler problematischen Wii-Dekade tatsächlich rehabilitieren können – in Japan und den USA hat sich im ersten Jahr seit Release keine Konsole so schnell verkauft wie die Switch. Der momentane Re-Release-Hype wird wohl nicht ewig anhalten (sieben Jahre alte Games nochmals im Flugzeug oder auf dem WC zu spielen wird irgendwann auch öde) und dann braucht das System neue Hits anderer Publisher, die es mit eigenen Überfliegern wie «Zelda: Breath Of The Wild» oder «Super Mario Odyssey» aufnehmen können. Aber aktuell können sich Switch-Besitzer wirklich nicht beklagen.

Auf diese Switch-Re-Releases dürfen Sie sich 2018 freuen

«Owlboy»
13. Februar
Einer der gefeiertsten Retro-Platformer der letzten Jahre. 

«Bayonetta 1 & 2»
16. Februar
Hack’n’Slash à la «God Of War» mit weniger Blut, dafür mehr Gebrüst.

«Payday 2»
23. Februar
Anspruchsvoller Bankräuber-Co-op-Shooter.

«Donkey Kong Country: Tropical Freeze»
4. Mai
Richtig knackiges Jump’n’Run – neu mit Funky Kong als spielbare Figur.

«Dark Souls: Remastered»
25. Mai
Höhere Auflösung und Framerate als 2009, der Schwierigkeitsgrad des Action-RPGs aber bleibt gleich tödlich.

«Outlast 1 & 2»
1. Quartal 2018
Solch heftigen Horror gab es wohl seit über zehn Jahren nicht mehr bei Nintendo.

«Hyrule Warriors»
2. Quartal 2018
Die «Definitive Edition» des «Zelda»-Hack’n’Slashers mit dem kompletten DLC und neuen Kostümen.

«Wolfenstein II: The New Colossus»
2018
Die Ego-Shooter-Referenz von 2017 kommt 2018 auf die Switch.



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