11.07.2017
Rubrik Games

Game-Review: Beat’em Up mit «Arms»


Nintendo beweist auf ein Neues, dass man mit einer einfachen Idee ein gutes Spiel entwickeln kann. «Arms» hat zwar noch zwei, drei Macken, macht sich auf der Switch sonst aber ganz gut.

Bücher sollte man nicht nach ihrem Umschlag beurteilen und Nintendo nicht nach ihren bescheuerten Ideen. Beweisstück A: «Arms», die fuchtel-intensive, neue Fighting IP der Japaner wirkt auf den ersten Blick wie ein uninspiriertes Relikt aus der Zeit, als die Branche glaubte, dass die Bewegungssteuerung das Allheilmittel für leere Kassen und fette Kinder ist. Zwar sollte der Erfolg der Nintendo Wii dieser Theorie teilweise recht geben, doch wirklich traurig war niemand, als man hinterher wieder den klassischen Controller in die Hand nehmen durfte. «Arms» beweist nun ein weiteres Mal, dass die Idee funktionieren kann, wenn man sie nur richtig umsetzt. Das bedeutet in diesem Fall ein ausgereiftes und cleveres Gameplay. «Arms» lässt – je nach Modus – zwei bis vier Kämpfer in einer Arena gegeneinander antreten. Sie greifen dafür auf ein Repertoire aus austauschbaren Armen (duh!) zurück, die sich in Sachen Durchschlagskraft und Reichweite unterscheiden und strategisch eingesetzt werden wollen. Dazu kommt das nimmermüde Stein-Schere-Papier-Prinzip zum Einsatz. Schläge kontern Wurfgriffe, Würfe durchbrechen Blocks und Blocks wehren Fausthiebe ab. Der Roster enthält zwar nur magere zehn Kämpfer doch sind diese divers genug, um jeder Spielweise gerecht zu werden. Neben dem Grand-Prix- und Versus-Modus finden sich auch einige mal mehr (Volleyball), mal weniger (Basketball) ansprechende Mini-Games, die im Single- und Multiplayer gleichermassen solide funktionieren. Besser ist da der Online-Modus. Hier kommt die taktische Tiefe von «Arms» zum Zug; wer seinen Fighter und dessen Moves nicht beherrscht geht schneller ein, als die Meinungsfreiheit in der Türkei. Wie bereits zuvor in «Splatoon» hat es Nintendo geschafft, ein alteingesessenes Genre aufzubrechen und mit einer sinnvollen Innovation aufzuwerten. Ausstattung und Umfang lassen zwar noch einige Wünsche offen, aber die Richtung ist gegeben und wer braucht schon mehr als zehn Nasen, wenn er dafür durchgeknallte Figuren wie Helix hat.

Wertung:

→ ab jetzt für Nintendo Switch



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