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RCKSTR-Block, Openair Gampel
17.08.2017Gampel

RCKSTR-Geheimtipp am Line-up (nebst unserem eigenen RCKSTR-Block, denks): Lady Leshurr, die neue Nicki Minaj; allerdings spittet die Britin ständig auf einem «Monster Verse»-Level, anstatt wie ihre US-Kollegin meist bloss die Popkeule zu schwingen. Harte Trap-Beats gepaart mit Rhymes, die so scharf sind, dass sie eigentlich ein eigenes Warnlabel gebrauchen könnten.

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Von federleichten Popmelodien über eingängige Indie Rock-Hymnen bis zu harten Metal-Kompositionen; musikalische Köstlichkeiten gibt es in unserem Land en masse. Tagtäglich bespielen Bands und Solokünstler die kleinen Bühnen von Clubs und Bars. Vom Konzertkeller in Hinterpfupfingen bis zur internationalen Bühne ist es allerdings ein weiter Weg. Der Bandcontest Swiss Live Talent will diese Odyssee etwas abkürzen. Nach bereits zwei Ausgaben hat sich der Contest zum Sprungbrett für aufstrebende Künstler gemausert. Nachdem 25 Experten der Schweizer Musikszene die eingereichten Tracks von 665 Bands durchgeackert haben, stehen nun die Nominierten in sieben Kategorien für den Swiss Live Talent Award fest. Mit dabei sind auch Namen, die wir bereits kennen: Odd Beholder, One Sentence. Supervisor, Dirty Sound Magnet, John Gailo, Wassily, Dachs, Fai Baba, Zeal & Ardor, Long Tall Jefferson oder a=f/m (Bild) sind nur einige der vielen Bands, die am 17. und 18. November in sechs Berner Locations zum Konzertmarathon antreten dürfen, bei dem auch Sie herzlich eingeladen sind, ihren Favoriten vor Ort anzufeuern. Eine internationale Jury wird schlussendlich dann den Sieger des diesjährigen Swiss Live Talents küren. Gewonnen haben aber eigentlich schon alle, die auf der Bühne stehen: Die Jury besteht nämlich aus Booker, Event-Veranstalter, Clubbetreiber und Medienleute aus dem In- und Ausland. Wer hier entdeckt wird, ist also dem Ziel, erfolgreich Musik zu machen, schon einen grossen Schritt weiter. (miku/kätt)

23.02.2017
Rubrik Games

«Horizon Zero Dawn» – Rage Against The Machine


«Robo-Dinos jagen in einem waschechten Open-World-RPG!» – es war ein dickes Versprechen, dass Guerilla Games anno 2015 verkündet hat. Mit dem Versprechen kam der Hype und der war gross. Nun ist das Spiel da und es ist noch grösser.

Die Welt wie wir sie kennen ist nicht mehr. Von der technischen Zivilisation ist nicht mehr viel übrig und die verbliebenen Menschen leben in verschiedenen Stämmen. Einige davon progressiv und aufgeschlossen, andere sind weitgehend indigen geblieben. Zu letzterem gehört Aloy, wobei dazugehören nicht ganz stimmt. Aloy ist eine Ausgestossene und wächst zusammen mit ihrem Ziehvater Rost fernab des Dorfes auf. Dieser hält sich bedeckt über Aloys Vergangenheit und auch ihren Status als Ausgestossene, weshalb sie sich anschickt selber nach ihren Wurzeln zu suchen. In der rund 35-stündigen Story lernen wir, woher Aloy kommt und wie ihr Schicksal mit dem der ganzen Welt zusammenhängt.

Babysteps & Heavy Metal
Aloys Kindheit fungiert als Tutorial, sie lernt den Umgang mit Pfeil und Bogen und die Herangehensweise an die Maschinenwesen, die in der ausladenden Welt von «Horizon» an der Spitze der Nahrungskette hocken. Es gibt 26 verschiedene Mecha-Gegner, alle mit eigenen Stärken und Schwächen und jeder Einzelne verlangt eine individuelle Strategie. Die an Gazellen erinnernden Graser sind weitgehend harmlos und können zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel auch geritten werden. Die Wächter wiederum sind flinke kleine Bastarde, einzeln kein grosses Ding, aber in der Gruppe gerade zu Beginn eine echte Herausforderung. Andere, wie der haushohe, T-Rex-ähnliche Donnerkiefer, bleiben auch mit fortgeschrittenem Level tödlich und gehen erst nach minutenlangen, intensiven Kämpfen zu Boden.

Dafür kann Aloy auf einige Hilfsmittel zurückgreifen: Der sogenannte Focus ist ein technisches Gadget, das die Schwachpunkte und Laufwege der Gegner verrät. Mit diesem Vorteil, weiss die Jägerin wo Fallen platziert werden müssen und welche Munition am effektivsten funktioniert. Wer es sich noch einfacher machen will, sprengt die «On Board-Geschütze» der Biester weg und benutzt sie anschliessend gegen sie selber. Diese David-gegen-Goliath-Momente sind wunderbar cineastisch und bilden das Herzstück von «Horizon Zero Dawn». Sind die Gegner besiegt, hinterlassen sie Erfahrungspunkte und Maschinenbauteile. Diese werden in neue Fähigkeiten, Munition und Waffenupgrades für Aloy investiert. Die Handhabung der Ressourcen ist dabei etwas unglücklich geraten, da die wichtigsten Rohstoffe zugleich auch die Währung von «Horizon» darstellen. Das mag in einer post-apokalyptischen Welt Sinn machen, ist spielerisch aber oft einfach nur mühsam. Komfortabler funktioniert das Erlernen neuer Talente. Rollenspiel-typisch ist es dem Spieler überlassen, wie er seinen Charakterfortschritt anlegen will. Wer gerne schleicht investiert in eine bessere Tarnung, wer lieber draufhaut wertet den Nahkampf auf.

Hiervon und davon
Für viele weitere Elemente des Sandbox-Gameplays hat sich der holländische Entwickler grosszügig bei seinen Genrekollegen bedient. Es gibt Banditenfestungen zum Erobern wie in «Far Cry», Ziplines à la «Tomb Raider» und der bereits erwähnte Focus klaut ziemlich dreist von Hexer Geralts Witcher Sense. Sogar die aus «Watch Dogs» bekannten Funktürme halten Einzug. Mit dem Unterschied, dass es hier keine statischen Levelpunkte sind, sondern riesige Robo-Saurier, die über die Map stampfen. Die verschiedenen Komponenten wurden allerdings weitgehend entschlackt, was dem Spielfluss spürbar guttut. Frei nach der Floskel «besser gut kopiert als schlecht erfunden», ist «Horizon Zero Dawn» somit eine Art Best-of-Open-World-Titel. Und dieser verliert seine Faszination auch dann nicht, wenn der Stundenzähler längst im zweistelligen Bereich ist. Seien es grüne Wiesen, verschneite Berglandschaften oder ein karges Canyon-Gebiet – die Welt von «Horizon Zero Dawn» ist schlicht atemberaubend. Darüber hinaus gibt es reichlich zu tun. Wer will, untersucht alte Forschungslabore, klärt Morde auf oder fahndet nach seltenen Relikten für einen durchgeknallten Sammler.

Wir sind verliebt
Abgesehen von dem bescheuerten Titel macht «Horizon Zero Dawn» so ziemlich alles richtig. Die Story erreicht zwar nicht die Klasse von einem «The Witcher 3», ist mit ihren zahlreichen Subplots über Politik und Religion aber überraschend tiefschürfend geraten. Technisch ist das Spiel eine Wucht und Aloy ist einer der spannendsten neuen Charaktere der Gaming-Szene. Was vor allem der tollen Synchronisation von Ashly Burch (Tiny Tina in «Boarderlands» und Chloe in «Life Is Strange») geschuldet ist. Streckenweise hätten wir uns gewünscht, dass das Neo-Uhrzeit Abenteuer etwas weniger generisch daherkommt, daneben gibt es aber nicht wirklich was zum Meckern. «Horizon Zero Dawn» ist eins der besten Games dieser Konsolengeneration und ein Must-Have für alle PS4-Besitzer.

Wertung:

Ab dem 1. März für PS4

Sämtliche Screenshots wurden mit der Playstation 4 Pro aufgenommen.

 



Kommende RCKSTR Events & Partys

RCKSTR-Block, Openair Gampel
17.08.2017 | Gampel
Swiss Live Talents
17.11.2017 | Dachstock, Rössli Bar, Frauenraum, ISC, Bee Flat, Club Bonsoir (Bern)

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