31.07.2017
Rubrik Games

Puzzle-Explorer: «Hey Pikmin»


Ein regulärer, neuer Teil von Nintendos Garten-Strategie-Gewusel lässt noch eine Weile auf sich warten. Ausgehungerte «Pikmin»-Fans dürfen sich nun aber zumindest über ein mobiles Spin-Off der Franchise freuen, müssen dabei aber ihre Ansprüche ein wenig runterschrauben.

Bei den Worten «Spin-Off» und «Nintendo» dürften sich bei einigen Fans die Nackenhaare aufrichten, sind die Erinnerungen an das schrottige «Metroid Prime: Federation Force» und die damit verbundene Enttäuschung doch noch einigermassen frisch. «Hey Pikmin» macht es besser, wenn auch zu Beginn alles beim Alten bleibt: Captain Olimar bruchlandet erneut sein Raumschiff auf einem fremden Planeten und muss auf die Hilfe der Pikmin zurückgreifen, um seinen Untersatz wieder flugfähig zu bekommen. Die Pikmin sind putzige, organische Wesen, die sich in Farbe und Fähigkeit voneinander unterscheiden. Blaue Pikmin können schwimmen, rote sind resistent gegen Feuer und gelbe vertragen Elektrizität. Insgesamt warten fünf verschiedene Unterarten darauf von Captain Olimar in den Tod geschickt zu werden (No shit, it’s BRUTAL! Und die machen das völlig freiwillig). Die Idee ist aber natürlich seinen Freunden möglichst gut Sorge zu tragen, sammeln sie doch für den Captain das wertvolle Glitzerium ein, das er als Treibstoff benötigt.

Easy going
Die Bedienung könnte dabei nicht einfacher sein, Olimar watschelt mittels Stick, via Stylus schmeissen sie die Pikmin auf Gegner, erhöhte Plattformen oder in Richtung Hindernis. Weder die simplen Rätsel noch die Kontrahenten sind dabei eine allzu grosse Herausforderung. Schwieriger ist es da, seine kleinen Kumpel nicht allzu schnell zu verheizen, denn die ausladenden Levels warten mit Bereichen auf, die oft nur zugänglich sind, wenn man über die nötige Anzahl an Pikmin verfügt. Jeder Level enthält zudem drei Schätze, die meistens recht ordentlich versteckt sind und am Ende jeder Welt wartet ein klassischer Bossgegner, der bedingt strategisches Vorgehen verlangt.

Knapp vorbei
Der Genre-Wechsel vom Strategie-Game zum Puzzle-Plattformer funktioniert überraschend gut, auch wenn «Hey Pikmin» damit die Spieltiefe seiner grossen Konsolen-Vorgänger einbüsst. Die Kämpfe sind unterhaltsam und viele Levels bieten dank verwinkelter Architektur einiges an Wiederspielwert. Ausserdem sind die Pikmin noch immer verdammt herzig und ihnen beim rumwuseln zuschauen erwärmt unsere kalten, schwarzen Herzen. Der portable Serien-Ableger macht einiges richtig, und bis auf die schwankende Performance kann man dem Spiel nicht wirklich was vorwerfen. Und dennoch fühlt sich «Hey Pikmin» sehr oft uninspiriert und oberflächlich an. Das Spiel- und Rätseldesign kratzt immer wieder an guten Ideen, kann diese dann aber nur bedingt umsetzten. Dazu langweilt die fade Steuerung rasch. Unterm Strich bleibt ein solider Plattformer, der rasch wieder vergessen ist.

Wertung:

Ab jetzt für Nintendo 3DS



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