16.02.2017
Rubrik Games

Zerhacken, aufschlitzen, frustrieren – «For Honor» im Multiplayer-Test


Singleplayer-Videospiele mit Schwert und Axt als primäres Kommunikationsmittel gibt’s viele, entsprechende kompetitive Multiplayer-Titel allerdings kaum. Und jetzt weiss Entwickler Ubisoft auch, warum.

Für die Ehre vielleicht, aber sicher nicht für die historische Genauigkeit: Mit Rittern, Wikingern und Samurai zanken sich in «For Honor» drei Parteien, die in der Geschichte kaum Berührungspunkte hatten. Und egal, für welche Seite Sie sich entscheiden, Ihnen stehen die Kämpfer (insgesamt zwölf) aller Lager zur Verfügung. Das zerstört die Illusion, dass in den Matches jeweils zwei verfeindete Kulturen aufeinanderprallen sollen. Dass die hübsch gestalteten Arenen dabei so wirken, als wären sie extra für eine Live-Action-Role-Playing-Schlacht aufgestellt worden, hilft der Immersion auch nicht unbedingt. Die Gameplay-Idee aber ist gut: Wie in einem abgespeckten Fighting-Titel beherrschen alle Figuren eigene Moves und führen diese entweder oben, links oder rechts aus – Kontrahenten blocken nur erfolgreich, wenn sie den rechten Stick in dieselbe Richtung bewegen.

Blöd nur, dass Button-Mashing eine probate Taktik darstellt und Duelle sofort unfair und beinahe aussichtslos werden, wenn Sie mehr als einem menschlichen Gegenspieler gegenüberstehen; vor allem, wenn Sie an eine Kante gedrängt und in den Abgrund geschubst werden, weil dafür kein Konter existiert. Solche Frust-Situationen sind in fast allen Online-Modi unausweichlich, lediglich das Duell Mann gegen Mann bietet relativ ausgeglichene Partien. Und die Einzelspieler-Kampagne? Die ist wie in den meisten Multiplayer-Games nicht viel mehr als ein aufwendig produziertes Tutorial, dessen Story aus einem Fantasy-Fiction-Forum stammen könnte und dessen fast durchwegs behelmte Charaktere den Charme einer Packung Toastbrot (weiss, nicht Vollkorn) besitzen. Macht aber nicht wirklich was, ist ja eh nur Beigemüse.

Wichtiger ist, dass Ubisoft nach dem Launch nun das interessante, aber wackelige Fundament von «For Honor» stabilisiert: Am Balancing schrauben, den zu oft schwerfällig und unbeweglich wirkenden Figuren mehr Dynamik verleihen und die Multiplayer-Partien vor den zu häufigen Verbindungs-Lags und -Abbrüchen bewahren. Dann könnte aus diesem innovativen, aber nur okayen Spiel ein innovatives und launiges werden.

► jetzt für PS4, X1, PC

Wertung:

So sieht der Multiplayer-Modus tatsächlich aus, wenn RCKSTR-Autor Schimun spielt:

For Honor_20170215172402
« 1 von 30 »


Kommende RCKSTR Events & Partys

Newsletter anmelden

Unseren Newsletter versenden wir Donnerstags.

Aktuelle Ausgabe online lesen

Anzeige