0 Geld, 1 Spass


Du hast viel Langeweile aber kein Budget? Als letztes Printmagazin der Welt hat RCKSTR bekanntlich Ahnung davon, wie man den Gürtel enger schnallt – so sehr, dass wir den Gürtel inzwischen durch ein Stück Schnur ersetzt haben, das wir auf der Strasse fanden. Hier deshalb einige Sommerausflüge, die nix kosten und trotzdem blendend unterhalten.


Musikfestival, aber gratis
Für ein fettes Line-up braucht es keine fette Brieftasche. Das beweisen jedes Jahr zahlreiche kleinere Festivals, die nationale und internationale Acts für lau präsentieren. Auch in diesem Jahr mal wieder besonders empfehlenswert: das Stolze Openair in Zürich. Nicht nur die praktische Lage auf der Stolzewiese im Kreis 6 und das unwiderstehlich charmante Ambiente entzückt Gäste jedes Jahr aufs Neue; auch musikalisch bietet das Stolze in diesem Jahr unter anderem mit KT Gorique eine der aufregendsten Künstlerinnen des Landes. Die Rapperin aus dem Wallis sorgte im Verlauf ihrer Karriere auch schon im Ausland für Furore, in diesem Jahr verleiht ihr ausserdem das Bundesamt für Kultur einen Musikpreis.
Ausserdem nicht verpassen:
Openair Wipkingen (ZH), 21. bis 22. Juni
Im Fluss (BS), 29. Juli bis 17. August
Rock the Docks (ZG), 6. bis 8. September

Openair Kino, aber gratis
An warmen Tagen gilt der Röntgenplatz als eine der besten Abhäng-Adressen in Zürich und während vier Abenden ist noch mehr los als ohnehin schon: 1985 ins Leben gerufen, lockt das Sommerkino jeweils zahlreiche Filmfans zu Freeflix & Chill. In diesem Jahr im Programm: «Coco», «Bienvenue chez les Ch’tis», «Der Sandmann» und unser Favorit «Moon»: Das kammerspielartige Drama um einen Astronauten (Sam Rockwell), der in einer Mondstation langsam um den Verstand gebracht wird, gilt als einer der under the radar besten Sci-Fi-Filme der vergangenen Jahre und war das überaus gelungene Regiedebüt von David Bowies Sohn Duncan Jones. Mann im Mond unter (hoffentlich klarem) Sternenhimmel – besser geht es kaum.

Museum, aber gratis
Über 1’000 Museen gibt es in der Schweiz und nicht wenige davon verzichten auf ein Eintrittsgeld. Dauerhaft gratis in Zürich sind beispielsweise das Zoologische Museum (Bild), Helmhaus, Völkerkundemuseum, die Shedhalle sowie Archäologische Sammlung. In Bern lassen sich jeweils an allen Samstagen im August 18 Museen frei besuchen, darunter die Kunsthalle, das Alpine Museum, Einsteinhaus sowie Zentrum Paul Klee. In Basel findet sich im Keller vom Restaurant Chanthaburi das Schweizerische Boxmuseum, ebenfalls zu empfehlen ist die Skulpturenhalle sowie die Miniatur-Ausstellung vom Hoosesagg Museum am Imbergässlein.

Pflanzenzoo, aber gratis
Ab ins Grüne – aber bitte nicht zu weit weg von der nächsten Tramstation: Für exotische Dschungel-Action braucht man sich nicht durch die Urwälder Costa Ricas zu hangeln, auch in Schweizer Städten spriesst mitunter spektakuläre Flora. Allen voran im Botanischen Garten Basel (Bild), mit seiner über 450-jährigen Geschichte der landesweit älteste seiner Art. In Zürich finden sich mit dem Botanischen Garten der Universität, dem Alten Botanischen Garten an der Talstrasse sowie der Sukkulenten-Sammlung am Mythenquai gleich drei Pflichtadressen für Pflanzenaficionados.

Saufen, aber gratis
Alkohol for free? Woooohoooo! Zugegeben: Der Plan hat so seine Haken. Er findet nämlich in der Distillerie vom Appenzeller Alpenbitter statt, dementsprechend ist die Getränkeauswahl beschränkt auf, nun ja, Appenzeller Alpenbitter. Ausserdem muss man vorab die anderthalbstündige Betriebstour mitmachen, wo man dann eine «spannende Entdeckungsreise» zurücklegt und den «Weg der Kräuter in die Flasche» nachvollzieht. An der anschliessenden Degustation heisst es dann aber: Schnepsle bis em chrööpelig wed! (Oder man vor die Tür gestellt wird.)

Diesen Artikel kannst du ab sofort in voller grafischer Pracht in unserer Online-Ausgabe des Printmagazins lesen.