Festival-Preview: Openair Frauenfeld


Ab Mittwoch verwandelt sich Mostindien in ein Stylermekka. Das Openair Frauenfeld zieht wieder 50’000 Besucher täglich in die Thurgauer Allmend. Auch dieses Jahr wieder restlos ausverkauft, gehen die Veranstalter beim Line-up mit dem Trend, was die Musikrichtung sowie Frauenquote angeht.


10. bis 13. Juli, Frauenfeld (TG)

Morgen startet wieder das Openair Frauenfeld. Für die Cool Kids Zeit, um sich in ihre Killer Outfits gekrönt von Bandanas, farbigen Sonnenbrillen und Dreads zu werfen. Man könnte das OAFF also auch als Coachella der Schweiz bezeichnen. Die Veranstalter haben sich beim Line-up dieses Jahr vor allem auf den allseits beliebten Trap und Mumble Rap konzentriert. Da wären die Headliner Tyga, Cardi B oder Travis Scott. Dieses Jahr hat es mit Cardi B wieder mal Frauenpower in der Headline. Das war seit 2015 mit Nicki Minaj nicht mehr der Fall. Davor das letzte Mal war gleichzeitig das erste OAFF und Kelis und Wir sind Helden bestritten die Frauenfront als Headliner. Ausserdem steht dieses Jahr mit sechs Rapper-Mädels eine mehr auf den Bühnen in der Thurgauer Allmend als letztes Jahr.

Unbedingt auschecken

Travis Scott
Der ehemalige Schützling von Kanye West gilt als einer der mächtigsten Live-Performer im Hip-Hop – ein Ruf, dem er auch in den vergangenen Jahren am OAF immer wieder gerecht wurde (mal von einem kurzen Fan-Zwischenfall 2015 abgesehen, man klaut einem Rapper aber auch nicht einfach so seinen Sneaker während der Performance, srsly!). Diesmal kehrt der Headliner auch gleich mit massig frischem Material zurück, nämlich den Tracks seines letztjährigen Albums «Astroworld», das von Fans und Kritikern gleichermassen frenetisch gefeiert wurde.

Little Simz
In Zeiten von Brexit rappt Little Simz Überstunden, ist die Engländerin doch nicht nur eine der aufregendsten, sondern auch politischsten Stimmen ihrer jungen Generation. Auf Simz’ neuem Album «Grey Area» gibt sie sich zudem musikalisch so experimentierfreudig wie noch nie und erweitert ihr Spektrum von Grime auf Jazz, Soul – mit Hilfe von Little Dragon gar in Richtung Pop. Daneben legt sich die 25-Jährige auch selbstbewusst mit den Grossen der Szene an und gebietet, auch an ihrem schwächsten Tag noch locker mit Jay-Z mithalten zu können. Recht so.