Greenfield Festival: Frank Turner & The Sleeping Souls – Rauchfrei und on fire


Aller Anfang ist heavy – ganz besonders, wenn der Festivalsommer dermassen gewaltsgitarrig beginnt wie am Greenfield. Dessen Line-up ist auch in diesem Jahr dank Acts wie Lamb of God, Behemoth oder Sabaton mal wieder die absolute Härte. Und mittendrin: Sonnenschein-Folkie Frank Turner. Vor knapp einem Jahr schon quatschten wir mit einem der nettesten Menschen der Welt als sein Album «Be More Kind» erschien. Jetzt ist es Zeit um mal zu hören, wie es Frank Turner seitdem so ergangen ist, wie es mit seinem Lost Evenings Festival steht und was die Pläne für den Sommer 2019 angeht.


13. bis 15. Juni, Interlaken (BE)


Wie war dein Jahr?
Ich war wirklich beschäftigt. Wir waren ja die meiste Zeit auf Tour, in Europa, USA, in Kanada und in Australien. Und ich habe mich verlobt – es war also nicht nur auf geschäftlicher Ebene viel los. (lacht)

Wie passt denn ein Privatleben so in ein Leben auf der Strasse?
Meine Band und meine Crew, wir werden besser darin, Zeit für uns selbst frei zu machen. Viele haben ja mittlerweile auch Kinder – und ich habe eine Katze (lacht). Die Zeiten, in denen wir elf Monate unterwegs waren, ohne nach Hause zu kommen, die liegen hinter uns. Und das ist gut so. Wir spielen immer noch so viele Shows wie möglich, aber es muss nicht mehr so ausarten, dass wir versuchen, uns dabei umzubringen. Wenn du in deinen Zwanzigern bist, kannst du mit deinem Körper eben ganz andere Sachen machen, als in den Dreissigern – oder wie bei mir, kurz vor 40. Aber ich finde es weiterhin unfassbar, dass ich die Welt bereisen darf, nur weil ich Gitarre spiele.

Was war denn – mal abgesehen von Katze und Verlöbnis – der Höhepunkt der letzten 12 Monate?
Gerade vor kurzem, das dritte Lost Evenings Festival in Boston. Es war verrückt! Es hat sich über die Jahre aufgebaut, aber dieses war das bei weitem beste bisher, denn das Line-up bestand aus all meinen liebsten Bands. Alles war voller Menschen und Musik, es hätte nicht besser laufen können.

Wirst du bei solchen Situationen nochmal zum Fanboy?
Ich will dieses Gefühl, Fan zu sein, nie verlieren! Gerade vor kurzem hat es mich wieder umgehauen, denn am ersten Tag des Festivals hat Loudon Wainwright III gespielt. Er ist mittlerweile über 70 und einer meiner heissgeliebtesten Musiker aller Zeiten – und ich hatte ihn noch nie wirklich kennengelernt. Ich musste mich zusammenreissen, nicht komplett auszuflippen.

Kommst du auch auf diesen Touren und Festivals dazu, Neues zu entdecken?
Ich habe nicht so viel Zeit dafür, wie ich mir wünschen würde. Ich meine, du kennst das ja – immer gibt es irgendeinen Typen der meint, Rock ist tot, die Musik stirbt und das ist völliger Unsinn. Kommende Woche zum Beispiel spiele ich auf dem Camden Rocks Festival, das ein Freund von mir gerade dafür aufgestellt hat, um jungen und aufstrebenden Bands eine Plattform zu bieten – ich hoffe, dass ich dort eine Menge neuer Bands entdecken werde.

Bei unserem letzten Gespräch hattest du gerade eine Infektion überstanden und Gesundheit ist für deinen Job ja essenziell …
Mit jedem Jahr muss ich mehr auf sie achten. Ich amüsiere mich immer über die Kids, die unbedingt Backstage wollen, weil sie denken, dort hinten gibt es Whiskey, Frauen, Drogen und verrückte Partys. In Wirklichkeit geht es heutzutage hinter der Bühne mehr um Kräutertees und Yoga (lacht). Meine Stretchingroutine wird immer länger und es dauert von Jahr zu Jahr immer ein bisschen länger, meine Stimme aufzuwärmen. Und: Ich habe dieses Jahr aufgehört zu rauchen!

Gratulation!
Jetzt, wo ich fünf Monate ohne sie bin … Das Problem mit Zigaretten ist, dass sie so verdammt grossartig sind. Sie sind fantastisch! In dem Moment, wo du dir diese Pausen nimmst, sind die das grösste Ding ever. Aber natürlich sind sie schrecklich für meine Stimme und meine Gesundheit. Ich bin jetzt sowas von nicht mehr Punk.

Dann kannst du ja all die Auftritte dieses Jahr problemlos runter reissen.
Wir haben einen sehr aufregenden Sommer vor uns, denn letztes Jahr haben wir auf keinem Festival gespielt, eine bewusste Entscheidung, damit wir uns auf unsere Headliner-Tour konzentrieren konnten. Und lustigerweise hatte ich am Ende des Jahres das Gefühl, dass ich irgendetwas vergessen hatte zu machen (lacht). Das machen wir dieses Jahr wieder gut, indem wir auf ungefähr hundert Millionen Festivals auftreten werden – worauf ich mich echt freue!

Ebenfalls unbedingt auschecken:

Slipknot
Neues Album, neue Masken, neuer Drummer, alte Form: Am 9. August erscheint mit «We Are Not Your Kind» das sechste Album der Metal-Monster aus Iowa. Frontmann Corey Taylor verspricht kompromisslose Härte und exzellente Melodien – eine Kombination, welche die Band zu einem der gegenwärtig erfolgreichsten Acts im Rockzirkus gemacht hat. Erste Kostproben vom neuen Longplayer dürften am Greenfield verabreicht werden, ebenso sind die anstehenden Festivalgigs eine erste Bewährungsprobe für den neuen und noch anonymen Drummer, der auf das langjährige Mitglied Chris Fehn nach dessen Ausstieg/Rauswurf folgt.

Dropkick Murphys
Hoffentlich finden sich auf dem Flugplatz von Interlaken irgendwo auch ein paar Fässchen Guiness. Immerhin steht Besuch von den Dropkick Murphys an – kaum eine andere Band hat den irischen Folk-Punk in den vergangenen Jahren dermassen popularisiert wie die Band aus Massachusetts. Songs wie «Shipping Up to Boston» oder «Rose Tattoo» sind längst zu Mitgröhl-Hymnen geworden; kaum eine RCKSTR-Block-Afterparty, an denen sie nicht reinhauen wie eine gut geschwungene Shillelagh. Für die Aufnahmen ihres letzten Albums «11 Short Stories of Pain & Glory» verliess die Band zum ersten Mal ihr vertrautes Boston – und landete prompt einen ihrer grössten Erfolge.

Das grosse RCKSTR-Greenfield-Package mit einem 3-Tagespass fürs Festival, einem Jahresabo RCKSTR Magazine und einer RCKSTR-Membercard mit vielen exklusiven Vergünstigungen ist ein Angebot, dass du nicht ausschlagen kannst. In unserem Shop kannst du es direkt online bestellen.

Lösli zum Glück – Die grosse RCKSTR-Tombola 2019

Über 30 Haupt- und 6’000 Soforttreffer im Wert von über 100’000 Franken.

Der RCKSTR-Block ist zum elften Mal am Greenfield, Trucker- und Country-Festival, sowie am Open Air Gampel vertreten – und so haben wir erneut die Chance, den Live-Acts zumindest ein bisschen die Show zu stehlen. Mit unserer Tombola sind wir definitiv wieder mal eine der Hauptattraktionen, immerhin halten wir dort Preise im Wert von über 100’000 Stutz (HUNDERTTAUSEND GELD!) bereit. Darunter sind einige absolute Must-Haves; wer will denn nicht mit einer faltbaren Reisedrohne nach Hause gehen? Ebenso gibt es 6’000 tröstende Sofortpreise zu gewinnen, solltest du einen der Hauptpreise verpassen. Also kein Problem, wenn das mit der Drohne, dem professionellen Fotoshooting, Reisegutschein, portablen Wok, Töffli oder mit der Gitarre nix wird – ein Freibier wird dich danach trösten. Oder eine Rolle Klopapier (absolut Gold wert im Festivaldschungel, imfall). Mit einer Gewinnquote von 1:4 hast du fast nix zu verlieren – besser, du holst dir also gleich vier Lösli, um auf Nummer sicher zu gehen und garantiert einer der geilen Preise abzustauben.

Lösli gibt’s im RCKSTR Block, wo du sowieso ständig rumhängen solltest, oder direkt von unseren bezaubernden Lösli-Girls in freier Festival-Wildnis. Nicht näher recherchierten Quellen zufolge rücken diese ab 100 gekauften Lösli die Telefonnummer raus. Wahrscheinlich nicht ihre eigene, aber ein Versuch ist es doch wert, oder?

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