Konzert-Preview: Eels



«The deconstruction has begun, time for me to fall apart», singt Mark Oliver Everett – oder schlicht E – auf dem Titelstück seines letztjährigen Albums «The Deconstruction». Mit seinem Zerfall lässt sich der Frontmann der Eels aber hoffentlich noch etwas Zeit, auch wenn seine Band nun schon ein Vierteljahrhundert Bestandesgeschichte auf dem Buckel hat. (Haben Aale überhaupt Buckel? Ja? Einfach sehr glitschige? Anyway.) Überhaupt klingt E auf «The Deconstruction» stellenweise so gut gelaunt wie noch selten in seiner Karriere – man höre sich nur Songs wie «Today Is The Day» an und verdrücke beim dazugehörenden Musikvideo ein verzücktes Tränchen. Dabei zeichnete das Werk der Eels auch immer aus, in was für schroff-charmante Klagelieder E seinen Schmerz verwandeln konnte. Und an Schmerz hat es E – Schwester beging Suizid, Mutter starb an Krebs, die Cousine stürzte in einem der Flugzeuge von 9/11 ab, zwei Scheidungen – noch nie gemangelt. Dementsprechend umfangreich ist auch das Werk der Eels und nicht wenige der Platten («Blinking Lights and Other Revelations», «Electro-Shock Blues») zählen mit zum Besten, was das Genre Indie-Rock in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Und deshalb gilt: Ob in guten oder schlechten Zeiten, einen Gig der Eels sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Erst recht, wenn es nach fünf Jahren Pause wieder das erste Mal ist, dass die Band auf eine Schweizer Bühne schlängelt.
14. August im X-Tra (Zürich)

Diesen Artikel kannst du ab sofort in voller grafischer Pracht in unserer Online-Ausgabe des Printmagazins lesen.