Poppy, yes that Poppy, live im Plaza


Wir befinden uns auf Youtube. Der Name des Kanals, auf den wir geklickt haben ist "Poppy". Wir sehen viele, hauptsächlich weisse Thumbnails. Auf den kleinen rechteckigen Bildern ist ein Mädchen zu sehen, das schneeweisse Haare hat und beinahe so bleich ist, wie der weisse Hintergrund des Bildes. Die Videos sind meist nicht länger als eine Minute. Ausser zwei: "Me laughing" und "I'm Poppy". In letzterem steht Poppy - das Mädchen mit den weissen Haaren - in mehreren verschiedenen Positionen in einem weissen Raum und sagt uns zehn Minuten und zwei Sekunden lang "I'm Poppy". Bisschen crazy - doch das ist erst der Anfang.


Ja, Poppy wurde vor allem durch ihren YouTube-Kanal berühmt, der komisch und zugleich faszinierend ist. Aber die 24-jährige Amerikanerin kann auch singen – und das sogar noch ziemlich gut. Poppy hat bereits drei Alben veröffentlicht, die für ihre – sagen wir mal – Weirdness, hochgelobt wurden. Die Songs klingen in etwa so wie Zuckerwatte schmeckt. Texte wie „My Eyelashes are seven feet long / People stop / People stop and stare / They wanna know if I got‘ em glued on but I woke up and they were there“, lassen denken, dass es genau auch das Ziel war, nach Zuckerwatte zu klingen. Poppy liefert also leichten Schmaus für auf Pop getunte Ohren. Bis jetzt.

Sie macht nun zwar immer noch Sound, der irgendwie an Zuckerwatte erinnert, aber der nicht mehr unbedingt für fluffigen Pop steht. Der Text ihres neuen Tracks – der schon mal das Album ankündigt, das im Januar erscheinen soll – beginnt mit den Worten „Bury me six feet down / Cover me in concrete“, im Refrain mündet das Ganze dann zu einem „Chewy Chewy / Yummy Yummy Yummy“. Nicht nur was die Lyrics anbelangt, kombiniert Poppy zwei Gegensätze: Der Song „Concrete“ startet wie ein klassischer Metal-Track, wird im Refrain zu einem Hello-Kitty-Candy-Pop-Song und wird dann durch ein Breakdown aufgelöst.

Auch in der zweiten Vorab-Single mixt sie Gegensätze, dieses Mal aber weniger extrem. Ganz ehrlich: Der Song ist irgendwie ziemlich nice! Wieso? Keine Ahnung. Ist halt so.

Im Frühling kommt Poppy zum ersten Mal in die Schweiz. Am 27. März bespielt sie das Plaza in Zürich. Tickets für die Show findest du hier. Eigentlich würde es sich nur schon auszahlen, hinzugehen – nur schon um zu sehen, ob da wirklich ein paar Metal-Heads zusammen mit Manga-Fans ein Beinahe-Ballett tanzen und dabei mit den Köpfen bangen.