Wir bitten zum Tanz – Die DJs der diesjährigen Street Parade


Sie headlinen die besten Clubs der Welt und beweisen ihr Können an der Street Parade zum unschlagbaren Preis von gratis: Hier einige der prominentesten Namen aus dem diesjährigen Line-up.


John Digweed (UK)

Opéra Stage, 13 bis 15 Uhr
Als an Neujahr 2019 der legendäre Club Output in Brooklyn für immer seine Tore schliessen musste, gab es nur einen Mann, der dieser prägenden Adresse im New Yorker Nachtleben einen würdigen Abgang bereiten konnte: John Digweed. Der Engländer spielte ein zehnstündiges Marathon-Set – das seit Mai übrigens auch als sechsteiliges Box-Set erhältlich ist – und bewies mal wieder eindrücklich, warum er seit über 20 Jahren zur DJ- und Produzenten-Elite zählt. Und obwohl John mit seinem weltweiten Erfolg die Szene der elektronischen Musik längst transzendiert, hat er nie das Ohr vom Underground genommen und treibt mit seinen Progressive-House-Tracks sowohl die ganz grossen Hallen als auch die Clubs der eingeschworenen AuskennerInnnen gleichermassen zur Ekstase.

So tourte der 2001 vom renommierten DJ Magazine zum «DJ of the Year» gekürte Arrangeur bereits mit David Bowie und Moby, remixte für Quincy Jones und New Order – und schaffte es mit seinem Projekt Bedrock (im Duo mit Nick Muir) auf den Soundtrack vom Kult-Film «Trainspotting» und in die englischen Pop-Charts. Auch mit seiner wöchentlichen Radioshow «Transitions» landete der 52-Jährige einen absoluten Volltreffer. (Nutzloser Fun Fact: Johns Bruder George ist 26-facher Weltmeister im Tontaubenschiessen.) Die zweistündige Sendung hat sich in den vergangenen Jahren ein weltweites Millionenpublikum erspielt und geniesst inzwischen den Ruf als das Must-Hear-Programm in Sachen House. Und so ist es der Street Parade ein grosses Vergnügen sowie eine riesige Ehre, diesen legendären und doch immer stets bescheiden gebliebenen Künstler auf der Bühne begrüssen zu dürfen.

Steve Lawler (UK)

Opening Truck, 13 bis 18 Uhr
In den 90ern organisierte Steve illegale Acid House Partys in seiner englischen Heimat und wurde schliesslich zum inoffiziellen «King of Space» gekrönt – dem Club in Ibiza schlechthin. Ein so famoser wie verdienter Aufstieg des fünfmaligen DJ-Award-Gewinners.

Animal Trainer (SUI)

Rakete Stage, 22 bis 24 Uhr
Heimvorteil haben die beiden Zürcher eigentlich gar nicht nötig, längst sind Animal Trainer ein international gefragtes DJ-Duo. Auch als Produzenten wissen Adi und Samy zu überzeugen und steuerten im vergangenen Jahr die offizielle Street-Parade-Hymne «Rigpa» bei.

Tini Gessler (ESP)

Centre Stage, 13 bis 15 Uhr
Demnächst soll Tinis erste Solo-EP auf dem Label KER erscheinen – ein Release, dem die Electro-Szene gespannt entgegenfiebert. Denn die Spanierin legte in den vergangenen Jahren einen exzeptionellen Aufstieg zum weltweit gefragten Club- und Festival-Act hin.

Len Faki (GER)

Opéra Stage, 16.30 bis 18 Uhr
Als Resident-DJ der ersten Stunde prägte der Berliner massgeblich den Aufstieg vom Berghain zur ersten Adresse im Nachtleben der deutschen Hauptstadt. Daneben gründete und betreibt Faki ebenso erfolgreiche Techno-Imprints wie Podium oder Figure SPC.

Erick Morillo (COL)

Centre Stage, 21 bis 22.30 Uhr
Ob ausverkaufte Stadien in den USA, angesagte Beach-Clubs von Ibiza bis Mykonos oder, nun ja, ein Kindergeburtstag: Die Musik von Erick Morillo bringt garantiert alles zum Tanzen. Letzterer Anlass insbesondere wegen seines Über-Hits «I Like to Move It», den Erick im Jahr 1993 unter dem Pseudonym Real 2 Real gemeinsam mit The Mad Stuntman veröffentlicht hat und der dank den «Madagascar»-Trickfilmen gleich zweimal zum Welterfolg wurde. Vom Popstar-Status wollte der gebürtige New Yorker aber nichts wissen, entledigte sich noch in den Neunzigern seines R2R-Nebenprojekts und konzentrierte sich fortan auf seine wahren Leidenschaften: dem weltweiten DJing und eigenen House-Produktionen, die ihre Inspiration immer wieder auch aus den Rhythmen und der Folklore Süd- und Mittelamerikas ziehen.

Zu diesem Zweck gründete Erick sein eigenes Label Subliminal Records, unter dem inzwischen auch namhafte Kollegen wie Harry Romero und der hoffnungsvolle Newcomer Sean Sines ihre Musik veröffentlichen. Derweil zeigt sich auch Erick in seiner inzwischen über 30 Jahre andauernden Karriere offensichtlich nonstop inspiriert, bringt seit einem kurzen Sabbatical im Jahr 2014 mehrmals im Jahr neue Tracks und EPs heraus, gilt weiterhin als gefragte Adresse für Remixes (jüngst für Madonnas Single «Medellín») und sorgt mit seinen Sets für einen sommerlichen Soundtrack zu jeder Jahreszeit – erst recht, wenn sich der Dancefloor unter freiem Himmel an der Street Parade befindet.

Dubfire (USA)

Opéra Stage, 19.30 bis 21 Uhr
Im vergangenen Jahr legte Dubfire am Sunwave Festival 26 Stunden und 30 Minuten am Stück auf – Weltrekord! Dabei hat der Labelboss von SCI+TEC ohnehin schon längst Musikgeschichte geschrieben, unter anderem als Teil des stilbildenden Electronica-Duos Deep Dish.

De La Swing (ESP)

Centre Stage, 18.30 bis 21 Uhr
In der illustren Riege der Nightlife-Impressarios von Elrow nimmt De La Swing eine Schlüsselposition ein. Nicht nur ist er ein umtriebiger Resident des spanischen Veranstalters, sondern betreut auch das Label Elrow Music und sorgt damit für regelmässig frische Tracks.

Toni Varga (ESP)

Centre Stage, 13 bis 15 Uhr
Seine verspielten Tech-House-Sets sind der perfekte Ibiza-Soundtrack. Schnell eroberte Toni damit die Party-Insel im Sturm, danach ging es als Teil der renommierten Amnesia World Tour in über 30 Länder – und bis heute ist sein internationaler Erfolg nicht abgerissen.

Andres Campo (ESP)

Centre Stage, 22.30 bis 24 Uhr
Mit dem Release seiner neuen EP «Dashit» startete der Spanier so ziemlich bombastisch ins Jahr 2019. Im März gründete Campo zudem gemeinsam mit Kollege Eats Everything das Label EI8HT und dürfte damit in Zukunft ordentliche (Sound-)Wellen in der Techno-Welt auslösen.

Rødhåd (GER)

Opéra Stage, 18 bis 19.30 Uhr
Seine Partyreihe Dystopian ist längst zum Pflichtbesuch im Nachtleben von Berlin geworden und die vom düsteren, intensiven Sound geprägten Releases auf Rødhåds gleichnamigen Label begeistern ebenso Clubber und DJ-Legenden wie Jeff Mills und Sven Väth.

Nastia (UKR)

Opéra Stage, 15 bis 16.30 Uhr
In Interviews und auf Social Media schreckt Nastia (Titelbild) nicht davor zurück, schonungslos ehrlich auch die Schattenseiten vom DJ-Business anzusprechen und lanciert damit regelmässig wichtige Diskussionen innerhalb der Szene. Doch keine Bange: Auch wenn es darum geht, einen Dancefloor in ausgelassene Ekstase zu versetzen, macht der Ukrainerin kaum jemand was vor. Durchgestartet ist Nastias Karriere im Jahr 2006 mit einem Set am Kazantip, jenem für seine Ausschweifungen bekannten Festival am Schwarzen Meer. Bis 2011 blieb sie eng mit dem Event verbunden, dann ging es endgültig hinaus in die grosse weite Welt, wo Nastia unter anderem ihre erste Residency im Club ARMA17 begann – die Adresse im Nachtleben von Moskau und bis heute zweite Heimat der Ausnahmekünstlerin.

Mit ihrem Label Propaganda, das sie 2010 ins Leben rief, schmeisst Nastia seither Partys rund um den Globus. Gleichzeitig betreibt sie unter dem gleichen Namen ein Vinyl-only-Imprint sowie eine international erfolgreiche Radioshow. Auch in der Musikszene seiner Homebase Kiew bleibt das Multitalent federführend, veranstaltet dort beispielsweise jährlich den 24-Stunden-Event Strichka und bietet ausländischen Stars und einheimischen Nachwuchstalenten gleichermassen eine Plattform. Jüngst gab Nastia bekannt, sich vermehrt auf intime Clubshows konzentrieren zu wollen. Umso mehr freut sich die Street Parade, als einer der ausgewählten Grossanlässe im Terminkalender von Nastia zu stehen.

Gianni Callipari (SUI)

Rakete Stage, 16 bis 17 Uhr
Längst ist das Nordstern zu einem der exzellentesten Clubs der Schweiz avanciert. Die Basler Institution ist auch das zweite Zuhause von Gianni Callipari geworden, der unter anderem mit seiner Partyreihe JustLikeThat für durchgetanzte Nächte auf dem Rhein sorgt.

Paco Osuna (ESP)

Centre Stage, 22.30 bis 24 Uhr
Seit über 20 Jahren gilt Paco als stilbildender Künstler im europäischen Techno, verhalf dem Genre unter anderem auch auf Ibiza mit zum Erfolg. Sein Imprint Mindshake geniesst ebenso einen formidablen Ruf und hostete bereits Acts wie Anja Schneider und Joseph Capriati.

Pan-Pot (GER)

Opéra Stage, 21 bis 22.30 Uhr
Aus den einstigen Studienkollegen ist inzwischen ein gefragtes Techno-Gespann geworden, das nicht mehr länger gemeinsam die Schulbank sondern die Tasten am DJ-Pult drückt. Insbesondere auch in der Schweiz können die Berliner dabei auf eine begeisterte Fangemeinde blicken.

Bastian Bux (ESP)

Centre Stage, 16.30 bis 18.30 Uhr
Wenn dich Ambient-Legende Jean-Michel Jarre als Support-Act bucht, muss da schon was dran sein. Bastian Bux blickt aber nicht nur auf dieses Privileg zurück, sein schier kometenhafter Aufstieg in den letzten Jahren fusst auch auf gefeierten EP-Releases und Sets in über 40 Ländern.

Davide Squillace (ITA)

Opening Truck, 13 bis 18 Uhr
Auch in der Welt der elektronischen Musik gibt es Supergroups und Better Lost Than Stupid ist eine davon. Gemeinsam mit Matthias Tanzmann und Martin Buttrich hat Davide diese gegründet, daneben ist der Italiener aber auch solo erfolgreich als DJ und Labelbetreiber unterwegs.