09.03.2016
Rubrik Musik

DMA’s – Vom Schlafzimmer mal eben auf die grosse Bühne


DMA’s sind aufmüpfig, frisch und werden von Magazinen wie dem NME, The Guardian und TheMusic.com als wichtiger Teil eines umfassenden Britpop-Revivals bezeichnet. Eine gross vorausgesagte Zukunft für eine Band, die eigentlich nur biz herumexperimentieren wollte.

Während andere monatelang nach der richtigen Besetzung für ihre neue Band suchen, laufen sich Johnny Took, Matt Mason und Tommy O’Dell einfach so in die Arme. Wenn sonstige Nachwuchskünstler sich den Arsch im muffigen Aufnahmeraum wundsitzen, um endlich ein gescheites Demo-Tape hinzukriegen, tüfteln DMA’s aus Spass im zum Studio umfunktionierten Schlafzimmer herum und knallen mal eben ein paar geniale Zeilen aufs Blatt. In der Zeit, in der sich gewisse Bands von winzigen Bars hoch bis auf wacklige Dorffest-Bühnen spielen, werden die drei Australier von zahlreichen Magazinen und Blogs gefeiert, ohne überhaupt je einen Auftritt gespielt zu haben. Klar ist, den DMA’s geht alles ganz locker von der Hand, „es ist einfach so passiert“ ist mitunter ein fester Bestandteil fast jeder Antwort, die uns Tommy zu unseren Fragen liefert und geplant war das Ganze so sowieso nicht.

Unerwartet

Denn eigentlich wollten sie ja bloss ein paar Tracks gemeinsam aufnehmen und mal schauen wie’s klingt. Tommy, der sonst eigentlich hinter den Drums Platz nimmt, steuerte aus Spass seine Vocals bei und Johnny schraubte im eigenen Schlafzimmer am Sound herum – an Live-Auftritte oder gar Erfolg hat damals noch keiner gedacht. Doch die DIY-Aufnahmen und die verzerrten Gitarren fanden schnell Anklang, die stimmliche Britpop-Attitüde O’Dells begeisterte gar. So kam der Dreier nach dem Angebot ihres jetzigen Labels I Oh You schliesslich nicht mehr drum herum, trotzdem den Fuss auf eine Bühne zu setzen. Gottseidank! Die Aufmerksamkeit wuchs und bald hauten sie ihre Debütsingle „Delete“ raus – eine Punktlandung beim ersten Versuch, die es so weit brachte, dass man sie sogar in den direkten Vergleich mit dem Oasis-Hit „Wonderwall“ setzte. „Es ist einfach nur krass mit einer der erfolgreichsten Bands der britischen Pop-Musikgeschichte verglichen zu werden“, so Tommy.

Solche Gegenüberstellungen mögen zwar riesig wirken, sind aber definitiv nicht aus der Luft gegriffen; denn die DMA’s schämen sich keineswegs dafür, ihre Einflüsse spürbar durchsickern zu lassen. Von den Beatles über Blur bis hin zu eben Oasis ist auf ihrem Debüt „Hills End“ alles herauszuhören. Dass Noel Gallagher selbst sich der Band gegenüber eher kritisch zeigte (im Gespräch mit themusic.com meinte er: „No I can’t say I’ve had the displeasure of listening to it yet.“), scheint das Trio nicht sonderlich mitgenommen zu haben. „Ich glaube, wir haben gelacht, als wir es mitgekriegt haben. Jemanden wie Noel über meine Band sprechen zu hören, war einfach nur absolut verrückt“, so Tommy.

Versiert

Scheinen sich diese willkürlichen Karrierestarts derweil als Trend der jungen Musikgeneration herauszustellen – man beachte schon nur die so planlosen ersten Schritte von aktuellen Durchstartern wie JAIN oder Daughter –, soll das aber nicht heissen, dass die Jungs aus Newtown nicht ganz genau wüssten, was sie wollten: „Wir möchten grosse Shows spielen, richtig viele Fans gewinnen und nicht zuletzt einen verdammten Haufen Geld verdienen – spass, eigentlich wollen und wollten wir schon immer einfach nur aufrichtige Musik machen.“ Und vielleicht steckt genau dahinter das bisherige Erfolgsrezept dieser drei Aussies: In einer Zeit, in der die Reunion einer Band wie Oasis via Socialmedia so dauerhaft herbeigesehnt wird, haben Bands wie DMA’s mit ihrem ungezwungenen und nicht zu neuzeitlichen Britpop die perfekte Grundlage, um sich etwas Ordentliches aufbauen zu können.

– Debütalbum „Hills End‟ (Infectious Music/Musikvertrieb) jetzt erhätlich.
– Live 14.5. NEO (Zürich)



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