6 Fragen an… Maggie Tapert


Maggie Tapert

Guter Sex ist etwas vom Schönsten, was es gibt. Hier beantworten Menschen, die bei ihrer täglichen Arbeit mit Sex zu tun haben, sechs (HA!) Fragen rund um Sex. Dieses Mal mit Maggie Tapert. Sie ist eine international anerkannte Sexologin und leitet seit mehr als zwanzig Jahren einzigartige Seminare und Workshops.


Was bedeutet für dich Sexpositiv?

Sexpositiv ist eine nicht-wertende Haltung gegenüber verschiedenster Formen der Sexualität. In einer heteronormativen Gesellschaft, in der Monogamie als die grundlegende Form betrachtet wird, öffnet sie die Tür zu anderen erotischen Möglichkeiten. Ich betrachte das als sehr gesund.

Wo müssen zum Thema Sex immer noch Tabus gebrochen werden?

Weibliche Masturbation ist für viele Frauen immer noch ein Tabu. Sexuelle Pleasures sind das Geburtsrecht jeder Frau. Auf einen Partner zu warten, der dir das gibt, ist ein grosser Fehler.

Wie können Frauen ein erfüllteres Sexleben haben?

Mehr über den eigenen Körper, die eigenen Bedürfnisse und Fantasien zu lernen ist für die sexuelle Reife und eine erfüllte sexuelle Erfahrung unerlässlich. Regelmässig zu masturbieren, als eine bewusst Form der Selbstliebe, wird das Sexleben jeder Frau verbessern und ihre sexuelle Energie expandieren. Sie kann diese essentielle weibliche Kraft auch mit einem Partner teilen, wenn sie es denn möchte.

Wer ist verantwortlich für den Orgasmus?

Jeder von uns ist selbst für den eigenen Orgasmus verantwortlich. Beim Sex mit einem Partner kann und sollte eine Frau kommunizieren, was sie braucht um einen richtig mächtigen Orgasmus zu haben. Männer sollten die Verantwortung dafür übernehmen, eine feste Erektion zu haben und zu halten, um das sexuelle Spiel mit einem Partner zu geniessen. Einen Partner für IRGENDWAS verantwortlich zu machen, ist der Tod der Erotik.

Wie entdeckt man seine eigenen sexuellen Bedürfnisse?

Indem man auf seinen Körper hört. Manchmal möchte ich einfach nur einen einfachen Orgasmus. Für solche Fälle habe ich einen Vibrator neben meinem Bett, der bereit zur Action ist. Ein anderes Mal sehne ich mich nach einer tiefen, liebenden und intimen Verbindung mit meinem Liebhaber. Sexuelle Bedürfnisse unterscheiden sich von Tag zu Tag und ich höre immer auf die kleinen Signale, die mir sagen, was ich brauche und wünsche.

Was ist ein erotisches Ritual, das man in seinen Alltag einbinden kann?

Das beste Ritual ist das «Sexdate». Für Paare heisst das, dafür einen Termin im Kalender zu machen und sich daran zu halten. Keine Telefone, keine Kinder, keine Unterbrechungen. Für Singles ist dieses Ritual vielleicht ein Date mit sich selbst – mit Kerzen, Musik, einem guten Vibrator und genügend Zeit für so viele Orgasmen wie man will. Zeit für regelmässigen Sex zu reservieren ist das beste Ritual.