Julian Zigerli: «Die Schweiz inspiriert mich»


Mit Stil und Witz hat er sich zu einem der spannendsten Modedesigner des Landes gemausert: Wir haben Julian Zigerli in seinem Laden im Zürcher Niederdörfli besucht und uns über seine jüngste Kollektion «I carrot believe it» unterhalten. Der Zürcher Oberländer hat zwar nicht oft Heimweh, jedoch manchmal Fernweh nach Japan. Dafür finden sich viele Indizien in seinen humorvollen Entwürfen.


Wie hast du dich für die Motive der «I carrot believe it»-Reihe entschieden?
Ich hatte total Lust, mich mit der Schweiz zu beschäftigen. Wir haben aber auch schnell bemerkt, wie bodenlos das Fass ist. Es gibt so viele Ansätze. Wir haben typische Schweizer Attribute gesucht wie Käse, Jass-Karten, Darvida, Edelweiss-Blüemli oder den Cervelat.

Gleichzeitig finden sich viele japanische Schnitte und Schriftzeichen in der Kollektion. Wie bist du auf Japan als Gegensatz gekommen?
Ich liebe Japan. Ich bin gerne da und habe eine gute Freundin die Japanerin ist. Ich habe den Spiess umgedreht und folgendes Konzept entwickelt: Wie sähe die Schweiz aus, wenn sie in Japan wäre? Wir haben keine Touristenklamotten für Japaner entworfen, sondern uns überlegt, wenn die Schweiz nicht in der Schweiz wäre, sondern in Japan, wie würde sie aussehen? Die Kollektion ist das Resultat daraus.

Hast du Echo bekommen aus Japan?
Ich glaube, die Japaner haben es nicht ganz verstanden (lacht). Nächste Season haben wir dann einen Laden in Japan und wir bearbeiten die Schweiz als Thema nochmals. Mal schauen, ob das gut ankommt.

Was ist die Idee hinter den Kantonstaschen?
Wir fanden die Materie Flaggen spannend. Dann kam das Thema vom «Kantönli-Denken» auf. Die Zürich-Tasche lief sehr gut. Vielen ist der Kanton aber auch egal und sie entscheiden sich für ein tolles Design.

Wie viel Heim- oder Fernweh steckt in der aktuellen Kollektion?
Wir haben verstaubte Sujets aufgegriffen und so umgesetzt, dass man Lust bekommt, sie wieder zu tragen. Die Kollektion löst bei vielen ein nostalgisches Gefühl aus. Und insofern passt Heimweh, weil man wieder Freude bekommt an den alten Motiven. Ich hatte Freunde aus LA, die angerufen haben und meinten, sie möchten unbedingt eine «Kantönli-Tasche». Also hat es für die Auslandschweizer schon auch Heimweh hervorgerufen.

War das eine einmalige Idee mit den Heimat-Motiven?
Nein, das kommt wieder vor in der nächsten Kollektion. Ich hatte noch keine Lust aufzuhören. Wir machen nochmal Schweiz. Die Kollektion wird etwas mythisches haben. Das Thema geht in die Richtung urchig und Waldgeister. Es gibt viele Holzstrukturen im Strick und Prints mit Gesichtern.

Die kommende Kollektion «Ring my bell» in Kollaboration mit Textildesigner Christoph Hefti kommt am 1. September in die Läden. Lust auf mehr bekommen? Die aktuellen Teile sind online auf julianzigerli.com erhältlich. Ausserdem freut sich Julian auch auf einen Besuch in seinem Store am Rindermarkt 14 in Zürich.

Julians aktuelle Sommer-Favoriten

Sweden Bag
CHF 77.–

Zigerli Vida Hoodie
CHF 300.–

Swiss Idol Longsleeve
CHF 205.–

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#Melonen
Wir hatten Ananas, Avocado und jetzt spriessen plötzlich überall Melonen in unserem IG-Feed. Influencer wie hier Michèle Krüsi posen fleissig mit der neuen Trend-Frucht. Was hat wohl als nächstes Saison? Wir wären ja mal für Äpfel oder Birnen, buy local und so.

#Korbtaschen
Nichts für ungut. Korb ist kultig, aber am Accessoires-Hype von Sommer 2019 schlechthin haben wir uns satt gesehen. Nämlich jene meist schlecht verarbeiteten Flechttaschen mit kitschigen «Live, Laugh, Love»-Sprüchen, die uns weder laughen noch loven lassen.

#Culotte
Es ist das BSO (Basic Summer Oufit) schlechthin: White Tee, Turnschuhe und gestreifte Culotte. Diesen 7/8-Trend konnten wir nie ganz nachvollziehen, macht er doch die Beine optisch kürzer. Wenn es also um Stelzenstoff geht: Entweder ganz oder kurz.

Diesen Artikel kannst du ab sofort in voller grafischer Pracht in unserer Online-Ausgabe des Printmagazins lesen.