Stylisch und ein Statement: Die Tücher vom Designer Kollektiv ISSU ISSU


Tuch

Der Frühling ist im Anmarsch. Die beiden Designerinnen Mariella Ingrassia und Cheryl Graf entwerfen mit ihren farbenfrohen Tüchern nicht nur fröhliche Prints, sondern setzten damit auch ein Statement. Wir haben die beide getroffen und uns über ihr Label Issu Issu unterhalten.


von Lea Hofer

Tuch

Wann und warum habt ihr euch entschieden, ein eigenes Label zu gründen?
Wir gründeten es während unserem Style & Design Studium an der ZHdK. Wir wollten raus aus der Hochschul-Bubble und wussten, wie unsere Ideen im echten Leben ankommen und ob sie funktionieren. Wir entdeckten schnell, dass wir ein super Team sind und die Zusammenarbeit total Spass macht.

Ihr wart zunächst eine Zeit lang in Chile unterwegs. Wie genau entstand die Idee, Foulards zu entwerfen?
Eins war von Anfang an klar: Wir wollten innerhalb der fünf Monate ein Produkt von A bis Z in Chile konzipieren und zugleich produzieren. Zudem hatten wir den Anspruch, ein Produkt zu lancieren, welches ein Teil der Geschichte Chiles vermittelt.

Salvador Allende, Pedro Lemebel und Gabriela Mistral sind die Namen eurer drei Designs. Was haben diese Personen gemeinsam? Inwiefern sind die Tücher somit auch ein politisches Statement?

Alle drei sind bemerkenswerte Persönlichkeiten, die sich auf ihre jeweils eigene Art und Weise für soziale Gerechtigkeit einsetzten. Das Tragen dieser Foulards ist für uns nebst «schönem Accessoire» auch Einstehen für Homosexualität (Pedro Lemebel), Feminismus (Gabriela Mistral) und Gleichberechtigung (Salvador Allende). Jene Themen, wofür die drei eingestanden sind. Genauere Informationen zu den Tüchern findet man auf unserer Website.

Ihr habt mit dem Graffitikünstler Alexander Azukar zusammengearbeitet. Was war seine Rolle in dem Projekt?
Man kann eigentlich sagen, dass er unser kritischer Local bei der Auswahl der drei Persönlichkeiten war. Mit seinen gesprayten Portraits auf den Strassen von Chile setzte er die Grundlage für unsere Designs.

Speziell im Frühling verhelfen eure Foulards unseren Outfits zur langersehnten Farbe. Wie setzten wir sie am besten in Szene? Wie stylt ihr sie persönlich?
Das grosse Foulard (120x120cm) lässt sich super als Tasche knoten. Da gibt es einige spannende japanische Knotentechniken, die man ausprobieren kann. Wir tragen sie sonst am liebsten klassisch um den Hals gebunden. Erhältlich sind die Foulards ausschliesslich im Onlineshop auf issuissu.com/shop.

Style das Teil: 3 Foulard-Varianten

Foulard kommt aus dem Französischen und bedeutet Tuch. Das man dies ganz unterschiedlich zum Outfit stylen kann, ist klar. Unser Favorit: Das Tuch im Frühling lässig an die Handtasche geknüpft oder in die Haare gebunden. Diese drei Styling-Ideen machen definitiv  Lust auf Tücher im Kleiderschrank.

70s

Them 70s Vibes: Das Foulard als Kopftuch (Bild: IG @anouschkamarlene)

elegant

Hoch elegant: Das Foulard als Dutt in die Haare und Zopf geflochten (Bild: IG @chicasbravass)

casual

Casual Knopf: Das Foulard locker als Haarband geknüpft (Bild: IG @miima.vintage)