Ingwer, irgendwer?


Hach. Herbst. Jene Jahreszeit, in der wir unser Immunsystem aufmöbeln sollten, als wäre es ein Einkaufswagen im IKEA. Aus diesem Grund schliessen wir in diesen Tagen eine ganz besondere Wurzel nicht nur in unser Herz, sondern auch das Chuchichäschtli. Dabei hilft Ingwer längst nicht nur bei Erkältungen – auch bei Hautproblemen und Fettverbrennung kann die Knolle ihre positive Wirkung entfalten. Wie es überhaupt dazu kommt? Wir haben unsere klügste Brille aufgesetzt, den Staub vom Mikroskop gepustet und präsentieren schon ein bisschen stolz unsere very wissenschaftlichen ...


von Michal Stricker

6 Fakten zum Zingiber officinale – angeberisch für «Ingwer»

  • Minimaler Input, maximaler Output – ein Prinzip purer Effizienz von Konsum. Die positiven Auswirkungen, die Ingwer zugeschrieben werden, sei es bezüglich körperlicher Gesundheit, seelischer Reinheit oder kulinarischem Geschmack sind kaum einzugrenzen – und das Ganze schon bei kleinsten Mengen.
  • Das Periodensystem der in Ingwer enthaltenen Elemente: Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor – teilweise in kleinen Mengen, aber trotzdem eine mindestens gleich lange Liste wie in die meisten bio-lebensverlängernden-veganen-nahrungsergänzenden-brausetablettenähnlichen-Substanzen.
  • Bekannt ist das Ingwer-Rhizom (oder für Einsteiger «Ingwer») vor allem für seinen scharfen Geschmack. Dieser wird hauptsächlich durch die chemisch aromatischen Substanzen namens Gingerolen hervorgerufen. Man vermutet das spezifisch diese, anti-inflammatorische Reaktionen begünstigen oder sogar einleiten können.
  • Die Einnahmeoptionen von Ingwer sind ungefähr so vielfältig wie seine Wirkungen. Direkt die Sprossen kauen, Tee oder Bonbons, für die eher Alternativen. Für Undercoverpartytiger hingegen: Ingwershots – das Codewort für die Antigrippefläschchen – oder erfrischend kühles alkoholfreies Gingerbeer. Für die Krassen; echte Ingwershots, Achtung, Insider-Tipp: Ingwer-Likör aus Bern, Ingwerer.
  • Im 21ten Jahrhundert wird Ingwer wie erwähnt, unter anderem ironischerweise in Form von «SHOTS!» beliebt gemacht, was grundsätzlich cool und hip ist – aber schnell vergessen lässt, dass so mehr oder weniger um die Zeit von Jesus Christus Alchemisten und andere bewundernswerte Lebenskünstler dieses botanische Gewächs als Gegengift beschrieben. Auf der asiatischen Seite der Welt, waren sich die Menschen wahrscheinlich sogar bereits um einiges früher über die Heilkraft der aromatischen Pflanze bewusst.
  • Neben den eher bekannten antibakteriellen und nahrungsergänzenden Vorteilen meinen Experten, dass Ingwer auch gegen Stressschweiss helfen soll. Die von innen wärmende und entspannende Wirkung der Wurzel führt nämlich nicht zu einer erhöhten Schweissproduktion, nein, Ingwer soll entgegen aller Erwartungen sogar schweisshemmend sein. In Kombination mit dem Inhaltsstoff Gingerol, dem mundgeruchneutralisierende Fähigkeiten zugesprochen werden, sozusagen das neue «Erstes-Date-must-have».
Und alles nochmals in Musikalischer Form… Ingwer, Ingwer, Ingwer…

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