Mein Sommer 2016: Sophia Hoffmann


Während wir im Büro schwitzen und an Heften feilen oder an den Festivals für Sie schuften, um Ihnen den besten RCKSTR-Block aller Zeiten zu bieten, gibt es Menschen, die im Sommer sogar was anderes erleben als Sonnenbrand am Rücken und durchgeschwitzte Drehsessel. Wir haben mit diesen wunderlichen Personen geredet und uns erklären lassen, was denn dieser «Sommer» eigentlich ist.


Sophia Hoffmann, 36, ist vegane Köchen und Autorin und kommt aus Berlin.

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Wie war dein Sommer bisher so?
Ziemlich arbeitsintensiv, da ich gerade mein zweites Kochbuch «Vegan Queens» produziert habe, das im Herbst erscheinen wird. Ausserdem habe ich gerade in Berlin ein Dinner und in München einen Kochkurs mit veganisierten bayerischen Gerichten gekocht. Ein paar davon gibt es auch als Videos auf meinem YouTube Channel! Aber ich habe versucht immer mal zwischendrin in die Sonne zu kommen. Und zum Glück habe ich einen Balkon, meine grüne Insel, auf dem ich mich entspannen kann. Kurzurlaub auf Balkonia.

Was hast du noch nicht gemacht, willst du aber unbedingt noch unterbringen?
Richtigen Urlaub. Bis auf ein verlängertes Wochenende in Portugal hatte ich noch keine Zeit mich wirklich zu entspannen. Das ist überfällig.

Was hast du in diesem Sommer gefunden und was hast du verloren?
Durch die Arbeit an meinem Buch, in dem ich neben leckeren Rezepte auch weibliche Unternehmerinnen im Gastrobereich präsentiere, ist ein neues berufliches Netzwerk gewachsen und ich habe viele inspirierende neue Freundinnen gefunden, die Gold wert sind. Es hat riesigen Spass gemacht und ich bin mir sicher die Leser werden davon genauso inspiriert werden wie ich!

Wo verbringst du deine Ferien am Liebsten?
Da ich letztes Jahr angefangen habe zu surfen, versuche ich mindestens zweimal im Jahr irgendwo ans Meer zu kommen, wo es Wellen gibt in die ich mich stürzen kann. Aber sonst mag ich auch Städtetrips wo man viel herumlaufen und entdecken kann. Und ich hätte irre Lust mal wieder wandern zu gehen. Vor zwei Jahren habe ich das in Island gemacht, unfassbar toll.

Wie holt man das meiste aus dem Sommer raus, wenn man die ganze Zeit arbeiten muss?
Indem man einfach irgendwann aufhört zu arbeiten, sich soviel wie möglich Freizeit nimmt. Am Abend und am Wochenende keine geschäftlichen Emails liest und auch mal nicht ans Telefon geht. Und natürlich mit kulinarischer Selbstversöhnung. Sommerlichem Genuss, reife Früchte, Beeren, Melone, Pfirsiche und fantastisches Gemüse, sonnengereifte Tomaten mit frischem Rosmarin geschmort – dazu Weißbrot, Oliven und ein Glas Wein. Und Eiskaffee und bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Wasser springen…

Was ist dein Geheimtipp fernab der Touri-Fallen?
Seit letztem Sommern ich grosser Portugal-Fan, dort gibt es viele Ecken und Strände, die nicht überlaufen sind, sehr günstig und die Leute sind wahnsinnig nett. Wenn man sich ein Ferienhäuschen mietet, kann man auf den Bauernmärkten herrliche Produkte kaufen: Süsskartoffeln, frische Bohnen und den besten Oregano.

Wo würdest du nie mehr hin reisen?
Das kann ich so kategorisch nicht sagen. Ich würde wohl fast jedem Ort eine zweite Chance geben. Nach Rom möchte ich beispielsweise schon seit Jahren endlich mal wieder. Dort war ich nur mal mit 18 auf einer Klassenfahrt und es hat die ganze Zeit geregnet. Ich möchte Rom mal bei Sonnenschein erleben. Und am Liebsten verliebt …

Wie heisst der Soundtrack deines Sommers?
Back to the Nineties, ich habe gerade die alten Jazzmatazz-Sampler und die frühen Massive-Attack-Alben wiederentdeckt. Meine Neuentdeckung: Michael Kiwanukas Album «Love & Hate»!

Sideboob oder Underboob?
Sideboob. Underboob setzt ja eine gewisse Bauchfreiheit voraus und die bauchfreien Zeiten habe ich in den Neunzigerjahren schon hinter mich gebracht; mit, aus dem abgeschnittenen Jeans-Bund blitzenden, Calvin-Klein-Slips und in der Kinderabteilung gekauften Micky-Maus-T-Shirts. So ein ehrlicher gut platzierter Sideboob ist mehr meins.

Aus dieser Reihe bereits erschienen:
Mein Sommer 2016: Kim Schärer
Mein Sommer 2016: Nicolo Fabris
Mein Sommer 2016: Madeleine Alizadeh