Warum feiern zu Hause so viel besser ist


Sommer ist WG-und-Terrassen-Party-Zeit. Wenn die Clubs während der Sommerpause ihre Pforten schliessen, muss man sich halt um seine eigene Unterhaltung kümmern – zum Glück. Ein Manifest für die Grossartigkeit von WG- und Terrassen-Partys unter Freunden.


Gemütlich im Garten unter regenbogenfarbenen Lichterketten herumlümmeln; die Aufregung, wenn es wieder an der Tür klingelt; Bier und Prosecco aus der mit Eis gefüllten Badewanne; Glitzer im Gesicht, das ich bei guten Lichtverhältnissen nachtragen kann; eine Snack-Ecke; ein Freund, der im Wohnzimmer Musik macht; in jedem Raum wieder eine andere Stimmung; Tiefkühlpizzen zu später Stunde in den Ofen werfen und danach mit Tomatensaucen-Flecken im Gesicht Ausdruckstanz üben; das kurze Verschwinden in die Schlafzimmer anderer, um ihre Postkartensammlung zu begutachten; im Halbdunkeln auf dem Rasen hinter dem Haus alte Freunde antreffen; deepe Gespräche auf dem Balkon, die bis frühmorgens andauern –

Wenn ich an WG-Partys denke, spielt sich bei mir ein farbenfrohes Kopfkino ab.

Während man nichts gegen normale Klubnächte in einer pulsierenden Menschenmasse und fantastischer Musik einwenden kann und es in anderen Jahreszeiten vielmehr eine Geschmacks- oder Stimmungsfrage ist, ob man nun lieber zuhause oder im Club feiert, ist im Sommer nicht wirklich Platz dafür. Die meisten Clubs haben eh Sommerpause, und auch wenn einer mal ausnahmsweise geöffnet haben sollte, ist ein vollgeschwitzter, überhitzter und übelriechender Club-Keller der letzte Ort, an dem man seine lauen Sommernächte verbringen möchte.

«Ich kann an einer Party in Trainerhosen rumhängen.»

Wir finden: Gut so. Denn dadurch, dass wir dazu gezwungen werden, unsere eigenen Nächte zu organisieren, können wir uns viel mehr einbringen, kreativ entfalten und werden immer wieder von Neuem inspiriert. Ausserdem kommt während einer Klubnacht wohl kaum ein solches Gefühl von Intimität auf, wie dies an WG-Partys der Fall ist. Da steht man nun, als eine dieser auserwählten Personen, die in diesen sakralen Ort, dem Zuhause von jemand anderem, eingeladen wurde, und darf einen Blick in jede noch so persönliche Ecke werfen. Das Foto der Eltern am Kühlschrank, «Ihr habt ja voll das gleiche Lächeln!», der Einrichtungsstil, die Bücher im Regal, «Da ist wohl jemand Bauhaus-Fan, hm?», der Kühlschrankinhalt, «Krass, du hast ja sieben Sorten Senf!» – mit einem Blick in das Zuhause von jemandem lernt man eine Person besser kennen und festigt womöglich eine Freundschaft auf eine neue Art.

«Keine Schlange für die Toilette»

Ein grosses Argument für WG- oder Terrassen-Partys sind – natürlich – auch die Kosten. Klar, für das Beschaffen von Getränken und zusätzlicher Party-Ausrüstung geht wohl Einiges drauf – aber wenn man das mit einem Club-Eintritt und unterwegs konsumierten Bieren vergleicht, kommt man immer noch viel besser weg. Doch das Beste am daheim feiern ist noch immer, dass man mit der Stimmung gehen und für alle das passende Erlebnis bieten kann: Während einige lieber in der Küche rumstehen und reden, möchten andere vielleicht lieber die ganze Nacht wild durchtanzen, und wiederum andere unter freiem Himmel eine Runde Karten spielen. Oder vielleicht dazwischen abwechseln? An deiner eigenen Party wird es möglich.

«Günstige Getränke, günstiges Essen, Gratis-Eintritt – was will man mehr?»

Was es für eine ordentliche Balkon-/Terrassen-/WG-Party braucht

Eine Musikanlage
Nur weil du zuhause feierst, heisst das nicht, dass du keine Qualitätsansprüche hast. Für eine Party mit über zehn Leuten empfehlen wir wegzurücken von der Bequemlichkeit einer UE Boom – wenn sich fünf Leute gleichzeitig immer wieder aus der Bluetooth-Verbindung schmeissen und Hip-Hop auf Indie auf Trance auf House mischen, wird uns schneller schlecht als nach drei Tequila-Shots.

«No dickheads, no billige Anmachsprüche.»

Genügend Snacks und Einweggeschirr
Die paar mitgebrachten Chipstüten von deinen Freunden werden kaum ausreichen, um den unbändigen nächtlichen Hunger deiner Gäste zu stillen. Schliesslich müssen die ganzen Aperol Spritz von genügend Essbarem aufgesogen werden, damit es dir am nächsten Tag nicht hundeelend geht. Am besten, du erklärst die ganze Küche oder einen Teil deiner Terrasse zur Snack-Station, und bereitest ein paar verschiedene Finger-Food-Sachen sowie Süssigkeiten oder Kuchen vor. Möchtest du zusätzlich als bester Host EVER gefeiert werden, kannst du zusätzlich einige Tiefkühlpizzen besorgen. Die backst du dann gegen zwei Uhr nachts auf. Deine Freunde werden dir danken. Dein verkatertes Ich am nächsten Tag ebenso.

«Gut für den Alkoholvorrat, weil alle immer viel zu viel bringen.»

Eine Recycling-Station
Horrorszenarien am Tag danach: Mindestens hundert Bierdosen und Prosecco-Flaschen stehen, teilweise ausgeleert, auf Tischen und Böden deiner Wohnung und deiner Terrasse herum, und es riecht so abscheulich, dass dir speiübel wird. Diese Katastrophe kann aber mit einem ganz einfachen Schritt vermieden werden: dem Bereitstellen von Recycling-Stationen für Glas und Dosen. Am besten du bereitest in deiner Wohnung und auf deiner Terrasse zwei dafür vorgesehene Behälter vor.

«Du musst nicht auf die Getränke warten, sondern kannst sie gleich selber mischen.»

Deine Nachbarn informieren – und am besten gleich miteinladen
Das Schlimmste, was passieren kann, wenn du bei dir zuhause eine Party veranstaltest? Dass deine Nachbarn das nicht so lustig finden und allenfalls sogar die Polizei rufen, wenn du nach 22 Uhr Lärm machst. Drum nimm dir doch die Zeit, um kurz bei ihnen zu klingeln und sie darüber zu informieren, dass du heute ein paar Leute einlädst. Am besten, du lädst sie auch gleich mit ein. Dann fühlen sie sich respektiert und wertgeschätzt – und werden mit etwas mehr Nachsicht handeln, wenn sie dann wirklich wegen euch nicht schlafen können.

«Der Heimweg ist kurz.»

Schaffe verschiedene Stimmungen
Wir haben alle Freunde, die gerne die ganze Nacht durchtanzen – und andere, die lieber gemütlich um ein Sofa versammelt da sitzen. Es kann manchmal schwierig sein, allen Bedürfnissen nachzukommen, doch an einer WG-Party ist es möglich und die Magie besteht genau darin. Versuche deshalb, einen Raum in deiner WG oder einen Teil deiner Terrasse zu einer gemütlichen Zone zu verwandeln, während der andere Teil einer Tanzfläche gleichen darf. So musst du dir keine Sorgen machen, ob sich deine Gäste amüsieren – denn sie können sich selbst aussuchen, in welcher Stimmung sie ihren Abend verbringen möchten.

«Ich fühl mich zuhause einfach am wohlsten.»

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