Warum haben die Deutsch sprechenden Magier von heute alle so beschissene Frisuren?


Wir haben uns tief in die mysteriösen Welten deutscher Magier begeben und haben es uns zur Aufgabe gemacht, herauszufinden weshalb sie alle, um es netter auszudrücken, miserable Frisuren besitzen.


(Dieser Artikel bewirbt sich für den diesjährigen Nannen-Preis für besonders herausragende Leistungen auf dem Gebiet des investigativen Journalismus.)

Wir von RCKSTR schrecken nicht davor zurück, die unbequemen Fragen zu stellen – selbst wenn es uns Werbegelder kostet und auf den Kriegspfad gegen jene dunklen Mächten verschlägt, welche die Wahrheit zu vertuschen versuchen. Denn in einem Zeitalter, wo klassische Medien so stark unter Beschuss stehen wie nie zuvor in der Geschichte, ist es umso wichtiger der Bevölkerung durch fundierte Recherche Antworten zu geben, mit denen sie eine zunehmend komplizierter werdende Welt einordnen können.

Deshalb haben wir uns einer Affäre angenommen, die in den kommenden Wochen nur noch weiter an Brisanz gewinnen wird: deutsch sprechende Magier und ihre beschissenen Frisuren. In naher Zukunft werden gleich drei Vertreter dieser Gattung die Schweiz besuchen (Ehrlich Brothers, Hans Klok) und wir haben die vergangenen Monate dazu benutzt, Gründe für dieses Phänomen auszumachen. Eine einfache Antwort haben wir, wie so oft bei so komplexen Problematiken, nicht gefunden. Jedoch konnten wir drei Theorien entwickeln, die wir hiermit – nicht ohne Stolz – darlegen.

EINIGE BEISPIELE:


Ehrlich Brothers (DE) 

Hair Scare Scale:


Bekannt für: Die Ehrlichs lassen Motorräder und Monstertrucks auf der Bühne erscheinen (am 3. Juni auch im Zürcher Hallenstadion). Ihre Shows lassen sich beschreiben mit «Max Giesinger zeigt alte David-Copperfield-Tapes in einem Hot Topic Laden.»


Thommy Ten (AU)

Hair Scare Scale:

Bekannt für: Mentalmagier Thommy «Wie würde Ed Sheeran aussehen, wenn er sich eine Schale Ramen über den Kopf leert» Ten liest die Gedanken seiner Assistentin Amélie van Tass und schaffte es damit bis ins Finale von «America’s Got Talent».


Vincent Raven (CH)

Hair Scare Scale:

Bekannt für: Die Berner Leather-Daddy-Version von Patrick Swayze kommuniziert durch seine Raben mit dem Totenreich. Dort hat ihm jedoch keiner davon abgeraten, 2012 beim RTL-Dschungelcamp teilzunehmen, wo er den fünften Platz belegte.

 
Jan Rouven (DE)

Hair Scare Scale:

Bekannt für: Der 40-Jährige befreit sich auf spektakuläre Art aus brenzligen Situationen. Es sei denn, seine Villa in Las Vegas wird auf Kinderpornos durchsucht – so wie es 2016 der Fall war. Aktuell erwartet Rouven in den USA seinen Prozess.


Hans Klok (NL)

Hair Scare Scale:


Bekannt für: Der Niederländer zauberte bei der Eröffnungszeremonie für die Fussball-WM 2006 die Siegertrophäe herbei. Seine Landsleute weiter als bis ins Achtelfinale konnte aber selbst Klok nicht hexen. Am 28. März performt er im Theater 11 in Zürich.


Unsere drei Theorien

Die Fischbacher & Horn Äquivokation
Das Duo Siegfried und Roy gilt als einer der prägnantesten Illusionisten-Acts der Show-Geschichte. Ihr internationaler Erfolg ist zweifelsohne ein Vorbild für aufstrebende Magier weltweit, ganz besonders auch in ihrer Heimat. Und so scheint auch Siegfrieds 80s-Mähne einen bleibenden Eindruck bei Kollegen wie Klok und Raven hinterlassen zu haben. Jedoch ignorieren diese Männer dabei die weisen Worte des schottischen Poeten Adam Richard Wiles: «It was acceptable in the 80’s / It was acceptable at the time.»

Die Quantifikationsdysfunktionsdynamik
In seinem Dokumentarfilm «The Prestige» aus dem Jahr 2006 begleitet Christopher Nolan den gnadenlosen Konkurrenzkampf zweier Magier im London des 19. Jahrhunderts. Einer der Männer verschafft sich (SPOILER!) einen Vorteil, indem er sich durch eine Maschine des Erfinders Nikola Tesla selber klont. Wir nehmen an, dass die meisten der heutigen Zauberer im Besitz eines solchen Apparats sind, dieser aber medizinische Nebenwirkungen wie Haarausfall auslöst und die Männer deshalb flamboyante Perücken tragen müssen.

Das follikelische Dezeptionsmanöver
Was für Metzger das Fleisch, ist für Magier die Ablenkung. Zur Durchführung ihrer Kunst ist es für Illusionisten essentiell, die Blicke des Publikums genau dorthin zu steuern, wo sie den Tricks nicht auf die Schliche kommen. Früher geschah das durch Assistentinnen, die gekleidet waren, als würden sie für Cüplis an der Stange tanzen. Inzwischen verwenden die Eskamoteure jedoch ihren, ehm, haarsträubend hergerichteten Schopf, um die Augen der Zuschauer auf das eigene Haupt zu bannen, damit die Hände unbeobachtet agieren können.