Weedin’ USA: Wie es wirklich ist, in Amerika Gras zu rauchen


Denken Sie an legales Kiffen, kommt Ihnen sofort Amsterdam in den Sinn. Klar, dort  wird der Konsum von Marihuana zum entspannt-idyllischen Erlebnis mit den schönen Häusern und den vielen Grachten in der ganzen Stadt. Doch das geht noch toller – zum Beispiel in den USA.


Schliessen Sie kurz die Augen und stellen sich vor, Sie sitzen auf einer Veranda und wippen sich in einem Schaukelstuhl in den Sonnenuntergang, der sich über den Rocky Mountains, quasi den Alpen der USA, abspielt – mit einem Joint in der Hand. Was für ein schönes Setting! Das Beste daran: In Denver kann dieser Traum für Sie wahr werden, denn im amerikanischen Bundesstaat Colorado, dessen Hauptstadt Denver ist, können Sie Gras seit Anfang 2014 ganz legal konsumieren und erwerben. Dafür gibt’s sogenannte Dispensaries, zu Deutsch Arzneiausgabestellen, im ganzen Staat. Wer sich jetzt abgefuckte Schuppen mit schmierigen Typen drin vorstellt, liegt komplett falsch: Die meisten Gras-Läden gleichen eher einem fancy Apple Store oder der Eingangshalle eines hippen Startups mit hilfsbereiter Bedienung und blitzblank geputzten Vitrinen– nur halt mit Weed gefüllten Gläsern und Bongs statt Technik-Gadgets drin.

Zum Glück für uns ist es dort als Ausländer kein Problem, Marihuana zu kaufen: Ob Edibles, als Blüten oder sogar schon als vorgerollter Joint – Dispensaries haben alles, was das Kifferherz begehrt; solange man den 21. Geburtstag hinter sich gelassen und seinen Reisepass dabei hat. Nur dieser gilt nämlich als offizielles Dokument, um das Alter des Käufers zu verifizieren. Sehr überraschend: Preislich völlig überrisen sind die Ausgabestellen trotz des schönen Ambientes und der guten Bedienung nicht: Ein Pre-rolled-Joint mit einem Gramm Gras – pur, versteht sich – kostet Sie um die zehn Franken.

Mit einer Papiertüte bewaffnet können Sie sich nach ihrem Dispensary-Besuch zurück in ihre Bleibe begeben; ohne dass Ihr Mietauto riecht als hätten Sie eine ganze Hanfplantage im Kofferraum (ja, der Kofferraum; Gras in der Fahrerkabine mitzuführen ist nämlich illegal). Denn: In der Tüte befindet sich ein Baggie aus Plastik, in diesem wiederum ein zylinderförmiges Döschen, und darin liegt der wirklich wunderschön gerollte Joint, der auf einmal seinen ganzen Duft entfalten kann – mmmmmh.

Sie sind jetzt ready, sich in den bereits erwähnten Sonnenuntergang zu schaukeln und Ihr High zu geniessen. Und keine Angst, wenn die Munchies einsetzen: In Denver liefern neben Pizza-Schuppen auch die gängigen Fast-Food-Ketten Essen bis direkt an Ihre Tür. Das Kiffer-Festmahl kann beginnen, würden wir mal sagen!