Yummy oder Dummy? – 6 Kalorien-Kreationen, die wir am nächsten Food Festival vedrücken wollen


Momos, Gyros, Burger, Frühlingsrollen, Burger, Burritos, Burger, Gourmet-Burger, Waffeln, fucking Burger again: Schön und gut, dass es in der Schweiz inzwischen mehr Food Festivals als Kindergärten gibt, aber bisschen mehr Auswahl an den Futtertrögen könnte nicht schaden. Wir haben uns deshalb sechs Snacks ausgedacht, von denen wir überzeugt sind, dass sich Menschen auf der ganzen Welt damit begeistert die Arterien verstopfen würden. Doch bevor wir dieses Medienbusiness endgültig aufgeben und den Food Truck anwerfen, wollten wir ganz sicher gehen und präsentierten deshalb unsere Ideen den Profis am Street Food Festival Zürich. Hier ihr schonungslos ehrliches Feedback.


Pitch No. 1: Schnitza!
Sorry Cordon bleu, deine sexy Cousine aus Italien übernimmt ab jetzt: Ein mit Schnitzel belegtes und anschliessend paniertes Pizza-Stück – jeder Biss füllt den Bauch für mindestens eine weitere Woche.

Pitch No. 2: Bacotton Candy!
Das süsseste Schweinchen seit Babe sein erstes Wort gesagt hat: Die Zuckerwatte wird auf einem kross gebratenen XL-Bacon-Streifen aufgerollt und mit karamellisierten Speckwürfelchen besprenkelt. 

Pitch No. 3: Lasagnyeah!
Lasagne-Genuss für unterwegs? Ein Traum wird endlich Wirklichkeit! Weil diese nämlich zwischen zwei heissen Panini-Hälften serviert wird. Und alles was übrig bleibt, ist ein saucenverschmiertes Glücksgrinsen. 

Pitch No. 4: Taco Napoletana!
Mamma mia, dios mio! Ein garantierter Hit von Calabria bis Cancún und wieder zurück: Knusprige Tacos werden mit Spaghetti an einer würzigen Tomatensugo gefüllt. Mini-Meatballs gegen Aufpreis. 

Pitch No. 5: Hipster’s Delight!
Das haut jedem Seefeld-Grafiker den Haardutt vom Kopf: Frische Avocado-Schnitze eingehüllt im schwarzen Schokoladenmantel. Wird auf Wunsch auch mit Chia-, Maca- oder Baobab-Sprinkle serviert. 

Pitch No. 6: Dä 1291!
Schweizerischer als ein auf der Rütliwiese parkierter «Swissfuckers»-Bus:  Ghackets und Hörnli, gemischt mit einer Portion Fondue und Cervelat-Rädli vom Grill als Topping – serviert im patriotischen Pappteller. 

Marco Zulinger, «Marco & Marco»
Grundsätzlich ist alles machbar. Es spielt aber auch eine Rolle, ob man es an einem Street Food Festival oder in einem Restaurant anbieten würde. Das eine oder andere könnte jedoch ein wenig aufwändig sein, beispielsweise die «Lasagnyeah», auch «Dä 1291», weil so viele Arbeitsschritte nötig sind. Ob ich alles davon probieren würde, ist schwierig zu sagen. Es klingt alles ziemlich speziell,  die «Schnitza» und «Bacotton Candy», würde ich nicht probieren, bei den anderen drei könnte ich es mir aber vorstellen, vor allem «Dä 1291».

Tiziano Andriaccio, «Streatorante»
Schnitzel auf Pizza – für einen Italiener geht sowas gar nicht. Das ist dasselbe, wie Pizza und Ananas. «Bacotton Candy» kann ich mir schon vorstellen, da süss und salzig sehr gut zusammen passt. Bei der «Lasagnyeah» muss einfach darauf geachtet werden, dass die Konsistenz stimmt, damit es überhaupt essbar ist. «Taco Napoletana» – no comment. Avocado-Schnitze mit Schokoladenmantel, könnten nicht schlecht sein. 

Tina Bosshard, «Pommes Atelier»
Die «Lasagnyeah» ist vermutlich ein wenig schwierig zum Essen, da es so fettig ist – ich habe sonst schon Mühe damit. Der «Taco Napoletana» ist bestimmt gar kein Problem. «Bacotton Candy» kling crazy. Die Herausforderung dabei ist, dass der Speck auch genug knusprig wird, um ihn als Stengel zu verwenden, zu fettig darf es aber auch nicht sein. Die «Schitza» ist natürlich ein wenig aufwändig, wenn man das ganze noch panieren muss. Das würde bei vielen Gästen vermutlich zu lange dauern. «Dä 1291» würde funktionieren, da bin ich mir ganz sicher. Ich selbst habe genau das auch schon für einen Stand gemacht, nur der Cervelat hat gefehlt – also kein Problem. Abgesehen von der «Bacotton Candy» und dem «Hipster’s Delight» würde ich alles mindestens einmal probieren. Aber natürlich spielt es eine Rolle, wo man das ganze anbietet. An einem Openair sind die Leute sowieso betrunken, da würde das auf jeden Fall verkauft werden. 

Nicolai Scherer, «Food Fabrik»
Machbar ist bestimmt alles, aber einige Dinge ergeben wenig Sinn, beispielsweise «Hipster’s Delight» – die finde ich völlig bescheuert, da sie auf beiden Seiten klebrig und schmierig ist und man sie somit gar nicht richtig essen kann. «Bacotton Candy» ist dagegen etwas dass ich auf eine andere Art selbst mache, daher geht das sowieso. Probieren würde ich sicher alles, ausser die Avocado-Schnitze. Anbieten würde ich nichts davon, ausser vielleicht «Dä 1291». Alles andere ist zu schwierig zuzubereiten in so einem Food-Truck. 

Der Magen knurrt jetzt endgültig? An diesen drei Events leckerschmeckert sichs besonders aussergewöhnlich:
Tavolata St. Moritz, 26. bis 28. Juli
Taste of Zermatt, 28. Juli bis 6. Oktober
Nostalgische Genussmeile Klosters, 24. August

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