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Season Opening Jakobshorn

Draussen wird es kälter und drinnen drehen wir die Heizung auf. Diese Zeit ist diejenige, in der die Bergbahnen in Davos einen unvergesslichen Winter vorbereiten. Das Jakobshorn, der Hausberg von Davos Platz, eröffnet am 2. Dezember seine Pisten für den regulären Winter-Betrieb. Und wieder heisst es: Mit sattem Rabatt das Jakobshorn eröffnen und einen Goodie Bag abstauben.

Package 1 Für CHF 45.- erhält man die günstigste Tageskarte der Saison und oben drauf gibt es noch einen Goddie Bag im Wert von CHF 100.- dazu.

Package 2 Wer sein Snowboard oder Skier nach einem Sommer im Verlies mal wieder wachsen lassen und noch einen Welcome-Drink auf 25430 Meter über Meer geniessen möchte, der schnappt sich das Package für CHF 65.-.

Package 3 Wem einen Tag auf der Piste zu wenig Winter-Romantik verspricht, kann sich für CHF 145.- nebst allen oben genannten Vorteile, auch noch eine Hotel-Übernachtung inklusive Frühstück, einen Gästeliste-Platz an der offiziellen Eröffnungs-Party und einen Tagespass für den Sonntag sichern.

Holen Sie die Winter-Kleider aus dem Kellerabteil und sichern Sie sich noch heute eines der limitierten Packages ab CHF 45.-, inklusive Goodie Bag im Wert von CHF 100.-.

Mehr Infos unter www.mountainhotels.ch/season-opening

18.10.2017
Rubrik Kultur

Die Vampire von Silicon Valley


Junges Blut, DNA-Tests und Botox – im High-Tech-Schmelztiegel gilt das Credo «jünger ist besser» und wer das Geld dazu hat, hilft nach. In teils absurden Ausmass.

Illustrationen: Samantha Plüss

In Silicon Valley muss man gross denken und glauben, dass alles möglich ist. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat im letzten Herbst drei Milliarden Dollar für die «cure all diseases»-Bewegung versprochen. Das Geld wird über die nächsten zehn Jahre bereitgestellt, um bis Ende dieses Jahrhunderts sämtliche Krankheiten auszurotten. Ambitioniert, aber andere Tech-CEOs gehen noch weiter und argumentieren, dass auch das Altern umkehrbar und die Unsterblichkeit in Reichweite ist.

Larry Ellison (Bild), der 73-jährige Gründer der Software Firma Oracle, erzählte seinem Autobiographen: «Der Tod hat für mich nie Sinn gemacht.», vielmehr scheint er darin einen weiteren Konkurrenten zu sehen, den es zu überlisten gilt. Dafür investiert Ellison viel Geld. Ziel ist es mittels Biohacking 100 zum neuen 40 zu machen.

Organe pimpen mit Teenager Blut

In der HBO-Serie «Silicon Valley» lässt sich der Tech-Milliardär Gavin Belson (Bild) das Blut eines jungen Schönlings transfusionieren, um diese Ziel zu erreichen. Dystopisch und noch weit weg, mag man glauben, doch die Idee ist längst in der Realität angekommen. Ambrosia, ein Start-Up aus San Francisco und Tampa bietet junges Blut zum Verkauf. Für 8000$ gibt es einen Fix mit zwei Liter. Zwar hat die Firma derzeit gerade mal 100 Kunden, doch mit steigender Tendenz. «Angefangen hat es mit Leuten aus der Bio-Tech Branche.», erzählt Ambrosia-CEO Jesse Karmazin. «Mittlerweile kommen unsere Kunden von überallher. Die meisten sind in ihren Sechzigern. Die Bandbreite beginnt aber bei 30 Jahren und geht bis 90.»

Karmazin nimmt seine Inspiration aus den Parabiosis-Studien, die in den 70er und 80er-Jahren für einiges an Aufsehen gesorgt haben. Parabiose ist der medizinische Fachbegriff für die Frankenstein-Methode – das zusammenbringen verschiedener Organismen. In Experimenten wurden zwei Mäuse zusammengenäht (ew!), eine Junge und eine Ältere. Schon nach kurzer Zeit zeigten sich bei der älteren Maus bessere Herz-, Hirn- und Muskelwerte. Auch das Fell wurde gesünder. Eine weitere, weniger eklige Studie aus dem Jahr 2013 zeigten, dass verschiedene Aspekte des körperlichen Verfalls mit einer Bluttransfusion umgekehrt werden können. Ambrosia fand bei eigenen Forschung an 70 Patienten/Kunden bereits nach einer Behandlung Verbesserungen bei Krebs, Herzkrankheiten und Alzheimer. Karmanzin sagt weiter, dass ein ehemals ergrauter Patient gar seine ursprüngliche Haarfarbe wieder zurückerhalten hat. «Ich glaube wirklich, dass es das Altern umkehrt.», so der Mediziner weiter. «Es gibt statistisch gesehen eine signifikante Verbesserung der Organ-Funktionen, nach nur einem Monat – unsere Patienten sind gesünder und es geht Ihnen besser.»

Kritische Stimmen sagen, dass die Parabiosis-Studien an Mäusen irrelevant sind für einen Rückschluss zur Wirksamkeit bei Menschen. Auch seien die Verbesserungen wohl eher auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Den Patienten ist das aber wahrscheinlich egal.

25’000$ für einen Gentest

Craig Venter (Bild), ist 70 Jahre alt und ein hochdotierter Biochemiker. Wir könnten jetzt hier all seine Awards aus den letzten zehn Jahren auflisten, aber das würde sie nicht interessieren und uns langweilen. Er ist Mitgründer von Human Longevity, einer in San Diego ansässigen Firma, die mittels genetischen Tests die Lebensspanne erweitern will. Der Test dauert acht Stunden und kostet sportliche 25’000$. Mit den Ergebnissen wird die DNA des Kunden sequenziert, quasi herausgelesen. Dazu kommt eine Analyse des Stammbaus und der Familienhistorie.

Venter glaubt, dass eine Strategie zur Lebenserweiterung nur dann Sinn macht, wenn man alle möglichen Daten dazu einbringen kann. «Viele unserer Kunden halten sich an einen strengen Trainingsplan oder unterziehen sich extrem einschränkenden Diäten, aber man kann trainieren und hungern so viel man will, wenn plötzlich ein Tumor auftaucht nützt alles nichts.», so Venter. Er selbst hatte einen fortgeschrittenen Prostata-Krebs, der dank einem im Test vorgesehenen MRI-Scan entdeckt wurde. «Heute bin ich krebsfrei.», fügt er hinzu.

«Mit den Daten haben wir die Möglichkeit potentielle Schwachstellen im Körper zu identifizieren und früh genug anzugehen. Je mehr Daten wir haben, desto präzisere Schlussfolgerungen können wir machen.», ist sich Craig Venter sicher. Eine Meinung, die Nigel Paneth nicht teilt. Paneth ist Kinderarzt und Epidemiologist an der Michigan State Universitiy. Laut ihm kann die überfordernde Menge an Daten leicht in die falsche Richtung führen. Weiterhin glaubt er, dass die Ergebnisse zu psychologischen Konsequenzen beim Patienten, unnötigen weiteren Tests und absurd grossen Kosten führen würden.

Dem Zweifel zu trotz; die Branche wächst. Bereits 500 Kunden haben sich dem teuren Test unterzogen. Einige mehr sind es bei 23anMe, dort gibt es die reduzierte Version bereits ab 199$. Gegründet wurde die Firma von Anne Wojcicki, der Ex-Frau des Google-Gründers Sergey Brin, womit sich der Kreis zur Branche wieder schliesst. Brin selber hat über eine Milliarde in die «California Life Company» investiert. Auch diese hat sich der Gesundheit und Langlebigkeit verschrieben.

Viele sehen in den Test eine Zukunft in den Krankheitsbildern früher entdeckt und behandelt werden können, andere wiederum erkennen darin den typischen Silicon Valley-Narzissmus und das Problem der Über-CEOs, die feststellen, dass ein Leben nicht ausreicht, um die Unmengen an Geld auszugehen, die sie besitzen.

Lebenspillen & LSD

Ray Kurzweil (Bild) nimmt täglich über 100 Pillen. Darunter Stoffwechsel-Anreger und Nahrungsergänzungen, die ihn – laut eigenen Angaben – zu einem biologisches Alter in den späten vierziger verhelfen. Der 69-jährige Futurist führt die Abteilung für künstliche Intelligenz bei Google und glaubt an die Lösung in Medikamenteform. Nicht aber an die in der Branche weitverbreiteten üblichen Verdächtigen wie Somatropin (ein Wachstumshormon mit unbelegter Angi-Aging-Wirkung) oder LSD (in Mikro-Dosis angeblich mit positivem, verjüngendem Effekt auf die Hirnfähigkeit, auch hier nicht belegt), sondern an ein älteres Diabetes-Medikament namens Metformin. Das Patent dafür ist vor längerer Zeit abgelaufen, weshalb die Behandlung spotbillig ist. Professor Craig Currie, von der Schulmedizinischen Fakultät der Universität Cadiff, hat 2014 eine Studie zu Metformin veröffentlicht, die den Nutzen über den eines simplen Diabetes-Medikament hinaus belegt. Der genaue chemische Mechanismus dahinter wurde allerdings noch nicht entschlüsselt, weshalb auch Metformin vorerst kein ewiges Leben verspricht.

Cheaten mit Botox und Baggy-Pants

In Silicon Valley legen sich die Leute nicht nur unters Messer um besser auszusehen. Laut Usha Rajagopal, dem Direktor des San Francisco Plastic Surgery Center, ist die Meinung weit verbreitet, dass man in der Branche jung bleiben muss um zu überleben. «Wir haben viele Patienten zwischen 20 und 40 die regelmässig zur Botox-Behandlung kommen.», so Rajagopal. «Es wird aber nicht nur mit Eingriffen weitergeholfen; viele Leute mittleren Alters kleiden sich hier in Shirts und Baggy-Pants. Und noch schwieriger ist es für Frauen – sie kämpfen nicht nur mit dem Älterwerden, sondern müssen daneben auch weiterhin wunderhübsch sein.

Mark Zuckerberg selber meinte mit 22 «Jüngere Leute sind schlicht cleverer». Im Mai ist er 33 Jahre alt geworden. Nach seiner Aussage also fast schon obsolet.

Einen kühlen Kopf bewahren

Trotz allen Diäten, Bemühungen und Medikamenten – wahrscheinlich wird keiner, der derzeit lebenden Mensch die Vorzüge der Langlebigkeit oder Unsterblichkeit kennenlernen, weil wir alle vorher tot sind. Kurzweil und viele seiner Gefährten habe aber auch dafür einen Plan: Kryogenik. Die Idee dabei ist, dass der eigene Körper nach dem Ableben tiefgekühlt wird, bis die Wissenschaft einen Weg gefunden hat diesen wiederzubeleben. Die Praktik kostet 200’000$ plus eine monatliche Gebühr. Max More, der Gründer von Alcor, einer in Arizona ansässigen Einrichtung für Kryotechnik, plant zukünftig eine günstigere Option, in dem nur der abgetrennte Kopf eingefroren wird.

In einer Dokumentation vom letzten Jahr (gibt’s auf Youtube) vergleicht More seine Arbeit mit der von Leonardo da Vinci. «Da Vinci hat das Design für einen funktionierenden Helikopter entworfen. Im fehlten allerdings die Werkzeuge, um ihn zu bauen.»



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Season Opening Jakobshorn
02.12.2017

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