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Elrow Zurich – Sambodromo do Brasil
28.04.2018 X-TRA, Zürich

Die Party des Jahres vom Spanischen Label «Elrow» findet am 28. April im X-TRA unter dem Motto «Sambodromo do Brasil» statt! Tauchen Sie in das musikalische Spektakel ein, lassen Sie sich von einzigartigen Electro-Klängen verschlingen und tanzen Sie bis ins Morgengrauen. Sichern Sie sich jetzt schon Tickets, denn wer weiss, wann Sie einzigartige Show wieder erleben werden. Tickets gibt's hier.

12.07.2017
Rubrik

Digital Nomads: Leben und arbeiten im digitalen Zeitalter


Wie arbeitet es sich von unterwegs aus? Und wie können die sich das überhaupt leisten? Drei Digital Nomads haben sich unseren Fragen gestellt.

Ein bisschen in Kapstadt surfen, wenige Tage später durch den Central Park in New York schlendern und schliesslich eine Woche Freunde in Berlin besuchen, dazwischen vereinzelte Tage am Laptop verbringen, um einen Artikel, einen Code oder eine Visualisierung fertigzustellen: Digital Nomad nennt sich das Berufsmodell, in dem sich der Beruf unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort ausüben lässt. Denn was Digital Nomads für ihre Arbeit benötigen, befindet sich alles auf ihrem Laptop: Ein Internetzugang und jeder beliebige Ort wird zum potentiellen Arbeitsplatz. Im elektronischen Zeitalter, in dem wir uns befinden, wählen immer mehr Menschen den multilokalen Lebensstil. Das ist auf verbesserte Technologien, günstigere Flüge und flexiblere Arbeitsverhältnisse zurückzuführen. Wir haben mit drei digitalen Nomaden aus der Schweiz gesprochen.

Marc, 29, Kapstadt


Kannst du kurz erklären, was du beruflich machst, wie alles begonnen hat und wo deine Base ist?
Ich arbeite als Interaction Designer für den Tages-Anzeiger in Zürich. Begonnen hat das alles mit dem Wunsch, für längere Zeit zu verreisen. Da ich meinen Job mochte und ihn dafür nicht aufgeben wollte, beschloss ich, meinen Job einfach zu 50% mitzunehmen. So handelte ich mit meinem Chef aus, dass ich zu 50% on Remote arbeite, also aus Kapstadt, über das Internet. Das klappt so ganz gut.

Was ist das Beste an diesem Lifestyle?
Da ich in Ländern wohne, die günstiger sind als die Schweiz, reicht es aus, wenn ich 50% arbeite. Hier in Südafrika arbeitete ich montags und freitags, plus jeden zweiten Mittwoch. Und trotzdem ist mein Einkommen noch knapp doppelt so hoch, wie wenn ich hier zu 100% arbeiten würde. Das ist absurd. Aber auch wunderbar.

Gibt es auch negative Seiten?
Es ist schade, dass die Situation mit dem Visum meist schwierig ist, sobald man länger als ein halbes Jahr irgendwo lebt. Meiner Meinung nach sollte es, gerade in diesen Ländern, Regeln geben, die «Digital Nomads» eine Heimat geben – solange sie nachweisen können, dass sie ihr Geld verdienen und dem Staat nicht zur Last fallen. Schlussendlich unterstütze ich hier die Wirtschaft mit dem Geld aus einem anderen Land.

Wie entscheidest du, wo es als nächstes hingeht?
Das mache ich ganz spontan. Mein Job in Zürich bindet mich nun für die nächste Zeit an die Schweiz. Ob ich im Rahmen dieser Anstellung nochmals verreise – die Voraussetzung dafür war, dass ich die Zeitzone nicht verlasse. Deshalb landete ich auch in Kapstadt. Möglicherweise richte ich mir mein Arbeitsumfeld neu ein und ziehe mehr gegen Osten, in das Land des Morgens. Ein Freund baut in Belgrad gerade etwas auf, das ganz interessant tönt. Ich wollte schon immer einmal in Serbien leben.

Gabriella, 27, Nicaragua


Kannst du kurz erklären, was du beruflich machst, wie alles begonnen hat und wo deine Base ist?
Ich bin freie Journalistin, Content Creator und Yogalehrerin. Vorher arbeitete ich Vollzeit als Redaktorin. Diesen Job (und die Wohnung) habe ich vor einem Jahr gekündigt und bin seither mit Freund und VW-Bus unterwegs von Nord- nach Südamerika. Die ersten neun Monate haben wir von unserem Ersparten gelebt. Nun haben wir angefangen zu Freelancen. Ausserdem veröffentlichen wir im Juli ein E-Book, in dem wir 100 Fragen häufige Fragen zu unserer Reise und zu uns beantworten.

Gibt es irgendwelche falsche Auffassungen über «Digital Nomads» beziehungsweise deinen Lebensstil, mit denen du ab und zu konfrontiert wirst?
Ich persönlich würde mich nicht als klassischen Digital Nomad bezeichnen. Erstens, weil wir noch zu einem Teil von unseren Ersparnissen leben. Zweitens, weil wir in unserem Van wohl nicht zum klassischen Bild des Digitalen Nomaden passen. Wir erhalten aber viele Fragen von Leuten, die wissen wollen, wie wir uns dieses Leben leisten können. Sie erhoffen sich wohl irgendeine magische Formel, mit der man einfach auf Reisen Geld verdient. Die müssen wir leider enttäuschen, wenn wir sagen: sparen und freelancen, that’s it.

Wie lange bleibst du normalerweise an einem Ort?
Wir fahren so alle zwei bis drei Tage weiter, bleiben aber auch gut und gerne mal mehrere Wochen oder gar einen Monat am selben Ort. Je nachdem, wie es uns gefällt. Wer im Van lebt wie wir hat natürlich andere Ansprüche als ein klassischer Digitaler Nomade, der sich Wohnungen wochenweise mietet. Wir meiden grosse Städte eher und machen es uns am Strand oder in kleineren Städten gemütlich.

Meinst du, du wirst jemals «sesshaft»?
Je länger ich im Van unterwegs bin, desto weniger kann ich mir das vorstellen. Ich geniesse dieses Leben auf Achse sehr. Das heisst nicht, dass ich nie wieder eine Wohnung für mehrere Monate miete. Aber in Zukunft immer frei entscheiden zu können, wo ich gerade leben und arbeiten möchte (auch wenn das Zürich ist – es geht darum, die Wahl zu haben), ist für mich schon sehr erstrebenswert.


Walid, 30, Genf


Kannst du kurz erklären, was du beruflich machst, wie alles begonnen hat und wo deine Base ist?
Während meines Studiums an der EPFL habe ich angefangen, Websiten zu bauen. Ich hatte Glück und konnte einen stabilen Kundenkreis aufbauen, was mir ermöglichte, selbstständig zu werden. Ich bin in Genf basiert, wo ich geboren und aufgewachsen bin.

Wie entscheidest du dich, wo du als nächstes hingehst?
Ich besuche meistens Freunde, also suche ich mir meistens zwei Events aus, die in zwei verschiedenen Städten auf der Welt stattfinden, und bewege mich langsam von einem Event zum nächsten.

Gibt es irgendwelche falsche Auffassungen über «Digital Nomads» beziehungsweise deinen Lebensstil, mit denen du ab und zu konfrontiert wirst?
Viele «Digital Nomads» bewegen sich vor allem in abgeschiedenen Orten, wo sie die Tatsache, dass sie Ausländer sind und den gleichen Lifestyle teilen, zusammenführt. Ich besuche eigentlich einfach Freunde rund um die Welt und hänge daher mit Leuten ab, die «normale» Jobs mit normalen Arbeitszeiten haben. Daher sehe ich mich auch nicht als typischen «Digital Nomad».

Gibt es irgendwelche Schattenseiten?
Naja, ich hab halt nicht wirklich ein Zuhause. Dass kann ermüdend werden, vor allem wenn man sich oft von einem Ort zum nächsten bewegt, weil man viel Zeit damit verbringt, eine Unterkunft am nächsten Ort zu organisieren. Ausserdem ist es kompliziert, eine Beziehung zu haben, aber ich hatte da grosses Glück und habe jemanden mit viel Verständnis gefunden.

 



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