07.08.2017
Rubrik Kultur

#HEYTWITTER – Graffiti-Angriff auf Hamburger Twitter-Headquarter


Als Angestellte von Twitter-Deutschland heute Morgen zur Arbeit gingen, wurden sie von brutalen und rassistischen Hass-Tweets begrüsst. Hinter der Aktion steckt aber viel mehr, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

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Unzählige Menschen benutzen Twitter. Die Plattform dient dazu, sich in bloss 140 Zeichen auszudrücken. Allerdings lässt sich mit wenigen Worten auch viel Schwachsinn erzählen. Der israelisch-deutsche Schriftsteller und Satiriker Shahak Shapira («YOLOCAUST») hat sich Vorgenommen, über 450 Twitter- und Facebook Einträge, die rassistisch, menschenverachtend oder rechtsradikal sind, von den Social Media Plattformen zu entfernen.

Begonnen hat er auf Facebook: Etwa 150 Posts hat er gemeldet, wovon 80% innerhalb von drei Tagen entfernt wurden. Bei Twitter hat er ca. 300 Tweets gemeldet, jedoch nur 9 Antworten bekommen. Diese waren nicht Meldungen, dass die Posts gelöscht wurden, sondern nur Hinweise darauf, dass die gemeldeten Tweets nichts enthalten, die gegen die Twitter Regeln verstossen. Auf die restlichen 291 Meldungen kam gar keine Antwort. Durch eigene Recherche fand er heraus, dass einige der Tweets trotzdem gelöscht wurden, jedoch wurde er nicht darüber informiert, was eigentlich ein Versprechen der Firma ist.

Zurecht genervt wegen der schwachen Reaktion von Twitter kam Shapira auf eine Idee: Wenn Twitter ihn zwingt diese Tweets zu sehen, dann müssen sie’s auch zu sehen bekommen. So druckte er 30 dieser Hass-Nachrichten auf Schablonen und machte sich auf den Weg nach Hamburg, zur deutschen Twitter-Zentrale. Dort sprayte er die Tweets, sowie die User-Namen, auf den Platz vor den Hauptsitz von Twitter-Deutschland.

«Die Strassenreinigung war da und hat aber nur diesen Teil [direkt vor dem Gebäude, Anm.d.Red] entfernt. Alles andere hier darum herum ist noch da. Was eigentlich ganz gut zur Twitter-Politik passt: Schön alles vor der eigenen Haustüre kehren und um den Rest sollen sich die Anderen kümmern», so Shahak Shapira in seinem YouTube Video.



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