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Season Opening Jakobshorn

Draussen wird es kälter und drinnen drehen wir die Heizung auf. Diese Zeit ist diejenige, in der die Bergbahnen in Davos einen unvergesslichen Winter vorbereiten. Das Jakobshorn, der Hausberg von Davos Platz, eröffnet am 2. Dezember seine Pisten für den regulären Winter-Betrieb. Und wieder heisst es: Mit sattem Rabatt das Jakobshorn eröffnen und einen Goodie Bag abstauben.

Package 1 Für CHF 45.- erhält man die günstigste Tageskarte der Saison und oben drauf gibt es noch einen Goddie Bag im Wert von CHF 100.- dazu.

Package 2 Wer sein Snowboard oder Skier nach einem Sommer im Verlies mal wieder wachsen lassen und noch einen Welcome-Drink auf 25430 Meter über Meer geniessen möchte, der schnappt sich das Package für CHF 65.-.

Package 3 Wem einen Tag auf der Piste zu wenig Winter-Romantik verspricht, kann sich für CHF 145.- nebst allen oben genannten Vorteile, auch noch eine Hotel-Übernachtung inklusive Frühstück, einen Gästeliste-Platz an der offiziellen Eröffnungs-Party und einen Tagespass für den Sonntag sichern.

Holen Sie die Winter-Kleider aus dem Kellerabteil und sichern Sie sich noch heute eines der limitierten Packages ab CHF 45.-, inklusive Goodie Bag im Wert von CHF 100.-.

Mehr Infos unter www.mountainhotels.ch/season-opening

17.10.2017
Rubrik Kultur

Kokain fürs Volk?


Anfangs September hat sich Neo-Bundesrat Ignazio Cassis in der Aargauer Zeitung explizit für eine Kokain-Legalisierung ausgesprochen. «Ein regulierter Markt ist der beste Weg, um Drogenmissbrauch zu bekämpfen.», lässt sich der langjährig praktizierende Arzt zitieren. Verleger Joel Meier und Redaktor Rainer Etzweiler haben sich über das Pro und Contra der Idee unterhalten.

Rainer: Joel, was hältst du von dem Vorschlag?

Joel: Ich bin Vollgas dagegen.

Rainer: Ich bin dafür. Ich der Meinung, dass sich so das organisierte Verbrechen bekämpfen lässt, dass man Suchtprobleme gezielter angehen und generell besser aufklären kann. Ausserdem würde der Staat Geld damit verdienen.

Joel: Also bist du dafür, dass der Staat kapituliert?

Rainer: Ich glaube nicht, dass es eine Kapitulation ist. Es ist schlicht ein anderer Weg, der «War on Drugs» dauert in Amerika seit bald 50 Jahren an und die Ergebnisse sind ernüchternd. Es ist keine Kapitulation, sondern eine Alternative.

Joel: Kommt drauf an, was du im Fokus siehst: Die Kosten, die für den Staat anfallen oder den Menschen. Tatsache ist, dass die Probleme entstehen, weil Menschen süchtig werden und bei Kokain reden wir nicht von einer harmlosen Droge, sondern von einem Stoff der dich zerstört. Wenn wir in 20 Jahren lauter kaputte Menschen durchfüttern müssen, die nicht mehr arbeits- und gesellschaftsfähig sind relativiert sich vielleicht auch der Kostenpunkt wieder. Man bekämpft ja Falschparker auch nicht, indem man mehr Parkplätze schafft.

Rainer: Ich bin nicht sicher, ob dieser Vergleich funktioniert. Dazu kommt, dass ein geändertes Gesetz keine neuen Konsumenten schafft, bloss weil sich die Legalitätsfrage geändert hat. Ein Beispiel dafür, dass es funktioniert finden wir vor der eigenen Haustür. Als nach dem Platzspitz-Desaster die legale Heroinabgabe eingeführt wurde ging die Zahlen der Süchtigen und Toten signifikant zurück (Quelle: Zentrum für Suchtmedizin).

Joel: Man kann nicht wegdiskutieren, dass der Mensch suchtaffin ist. Sei es mit Alkohol, Zigaretten oder eben Drogen. Alkoholkranke sind ja mitunter auch nicht mehr gesellschaftsfähig.

Rainer: Und warum macht es dann Sinn, dass Alkohol frei zugänglich ist?

Joel: Macht es nicht, aber der Staat hat beim Alkohol die Linie gezogen und ist dafür verantwortlich diese Linie zu verteidigen. Wenn Dealer genauso rigoros angegangen würden, wie Falschparker sähe die Situation anders aus.

Rainer: Ich denke nicht. In Indonesien werden Dealer per Gesetz wortwörtlich an die Wand gestellt und erschossen und auch dort gibt es Junkies.  Das Bedürfnis sich zu berauschen ist in unserem Instinkt. Das ist nicht die hedonistische Lebensweise des 20. Jahrhunderts, schon die alten Griechen haben sich zugedröhnt. Und das bekommt man nicht mit härteren Gesetzen wegdiszipliniert.

Joel: Genau darum hat man ja irgendwann gefunden «Alk ist ok, gebt es euch damit.».

Rainer: Bist du in dem Fall der Meinung, dass die aktuelle Drogenpolitik praktikabel ist?

Joel: In der Schweiz einigermassen, weltweit aber natürlich überhaupt nicht. Damit kommen wir aber zu einem anderen Problem – viele Staaten verdienen an den Drogen.

Rainer: Natürlich, aber auch die könnte man mit einer geänderten Richtung ausmerzen.

Joel: Wenn der Staat Biligdrogen anbieten würde, könnte das funktionieren, ja.

Rainer: Auch sonst. Du gehst davon aus, dass alle Konsumenten kaputte Zombies sind, die sich fünf Stutz für einen Schuss zusammengebettelt haben. Es gibt aber auch Gelegenheits-User, die zweimal im Monat ein bisschen lustig sein wollen. Ich bin überzeugt, dass die sich lieber legales, ärztlich kontrolliertes Zeugs von einer Abgabestelle holen und dafür den Aufpreis bezahlen.

Joel: Damit kann man die Kriminalität aber nicht aushebeln. Das geht nur, wenn es sich nicht mehr lohnt Drogen zu verticken. Was kostet ein Gramm Koks derzeit?

Rainer: 100, 120 Franken. (Das weiss ich von Freunden, Mum.)

Joel: Wenn der Staat Koks für 90 Franken anbietet würde, dauert es keinen Tag bis die Dealer ihres für 80 verkaufen.

Rainer: Das ist eine Mutmassung.

Joel: Nein, das ist die freie Marktwirtschaft.

Rainer: Schau, ich bin auch nicht der Meinung, dass eine komplette Legalität die Ideallösung ist, aber gemessen an der jetzigen Situation und der Erfahrung aus den letzten Jahrzehnten, halte ich es für die Praktikabelste.

Joel: Eben, Kapitulation. Kapitulation und Verharmlosung der Sache.

Rainer: Wo ist das bitte eine Kapitulation, wenn man findet anstatt Geld auszugeben verdienen wir es lieber und investieren es in Präventionskampagnen und Therapie für Abhängige? Nochmal: Es hat nicht funktioniert.

Joel: Weil nicht radikal genug dagegen vorgegangen wurde. Es reicht nicht die Drogenproduktion nur zu bekämpfen. Man muss auch bereit sein die Konsequenzen zu tragen. Es muss einen Plan geben für all die Süchtigen, für all die Menschen die derzeit von der Produktion leben.

Rainer: Die Legalität könnte diesen Plan finanzieren.

Joel: Vielleicht. Vielleicht muss man aber sogar noch früher ansetzten und sich fragen, wie man diese Leistungsgesellschaft angehen kann, die offenbar Amphetamine braucht, um einen Arbeitstag hinter sich zu bringen.

Rainer: Sicher nicht falsch, aber wieder ein komplett anderes Thema. Versuchen wir es mit einem Fazit: Glaubst du die Legalisierung wäre – unter bestimmten Umständen – einen Versuch wert? Zuerst natürlich nur in einem sinnvoll, kleinen Rahmen.

Joel: Ich denke es wäre ein Versuch wert, aber wirklich aussagekräftig wäre so eine Feldstudie wohl erst nach zehn Jahren. Und ein Experiment auf Kosten der Gesellschaft halte ich für moralisch fragwürdig.

Rainer: Danke für das Gespräch.

 

 

 



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Season Opening Jakobshorn
02.12.2017

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