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Simple Plan
03.06.2017Z7, Pratteln

Wer Anfang der 2000er in der teenager’schen Rebellen-Phase steckte und sich nicht an Metal herantraute, hörte «No Pads, No Helmets…Just Balls» rauf und runter. Mit ihrem Debüt haben Simple Plan nämlich genau den Nerv der Jugend getroffen: Songs übers Verliebt sein, das Erwachsenwerden und Probleme mit den Eltern – alles hübsch verpackt in netten Pop-Punk. Ebendieses «No Pads, No Helmets…Just Balls» erschien vor 15 Jahren – ein Ereignis, das gefeiert werden muss, finden Simple Plan und haben ihre Setlist für die Jubiläumstour mit Songs wie «I’d Do Anything», «I’m Just A Kid» oder «Perfect» bestückt, um ihr Debüt noch einmal so richtig zu zelebrieren. Für den 3. Juni empfehlen wir deshalb: Schwarzen Eyeliner, Nietengürtel und Stulpen aus dem Keller kramen, um im richtigem Setting in Nostalgie zu schwelgen.

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Thompson
09.06.2017Gonzo, Zürich

Third time’s the charm, heisst’s in Übersee. Und weil unsere ersten beiden Thompson-Ausgaben mit The Outta Mind und Saint Tangerine Convention schon fantastisch waren, kann das ja bloss bedeuten, dass die nächste Party endgültiges Ausrastpotential hat. Das hat zum einen damit zu tun, dass es die letzte Thompson vor der Sommerpause ist (im September geht’s dann hurtig weiter mit unseren Kellerkonzertpartys). Massgeblich zur Eskalation beitragen wird aber vor allem die Band, die wir diesmal buchen durften: John Gailo, der Vierer aus Zürich und Umgebung, der mit Masken, Verstärkern und scharfen Gitarrenriffs bewaffnet in unserem Lieblingsschuppen an der Langstrasse antanzen wird. Was man erwarten darf? Aggression, die sich in Feierwut entlädt. Art-Rock, der schlagartig in die Beine geht. Und natürlich Musik aus der Heimat, die von Heimatmusik nicht weiter entfernt sein könnte. Und nachdem sich John Gailo die Fingerkuppen wund gespielt und wir anständig geheadbangt haben, geht es wie immer nahtlos weiter zur eigentlichen Party. Ab 23 Uhr sorgen die DJs Guerolito und The Wild Child für den Sound der restlichen Nacht – bestehend aus der feinsten Selektion an Rock, Indie, Soul und alles dazwischen. Die Hauptmission an diesem Abend: Ausrasten wie Namensgeber Hunter S. Thompson. Und wer dessen verfilmte Werke kennt, weiss, dass es am 9. Juni keine Entschuldigungen braucht. Alles ist erlaubt. Because «it never got weird enough for me». Bis jetzt.

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The 1975

Eigentlich hätten The 1975 im Februar in der neuen Samsung Hall in Zürich spielen sollen. Das Konzert wurde aber letzte Woche abgesagt. Warum? Aus Gründen. Mehr wollte das Management der Band scheinbar nicht verraten. Aber: Alles halb so wild! Statt einer Absage kassiert Zürich einen Raincheck, der sogar schon ein fixes Einlösedatum hat. Am Mittwoch, dem 28. Juni 2017 versuchen wir es also noch einmal mit unserem lang ersehnten Date mit The 1975! Und weil wir uns so freuen, verlosen wir gleich 2x2 Tickets, für das neue Datum.

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Bad Religion
07.07.2017Komplex 451

Sie überstanden Tschernobyl und Napster, 9/11 und den arabischen Frühling, zwei Bushs im White House und ebenso viele Irak-Feldzüge: Bad Religion, Flaggschiff des Westcoast-Pönk, trotzen seit 1981 den Stürmen der Weltpolitik, deren Klima sich in jedem einzelnen Punk-Rock-Song spiegelt, den die Kalifornier raushauen. Nach sanften Turbulenzen – Brett Gurewitz, Gitarrist und Gründer des Kultlabels Epitaph, stieg zwischenzeitlich aus; Frontmann Greg Graffin schlug folkige Solopfade ein – ist für die Sommercruise 2017 die Originalcrew an Bord des Mutterkahns, der garantiert auch sämtliche Orkane der Trump-Ära durchschippert. Pusten Sie den Staub von den Stahlkappen der abgewetzten Doc’s, klauben Sie die Jeansweste mit dem Anti-Kruzifix-Logo hervor und «Hey! Ho! Let’s go!», zum Stapellauf in Zürich-Altstetten.

13.04.2017
Rubrik Kultur

Live Fast – Be Young


Sie sind Gewinner diverser Drag-Rennen, bauen Prototypen für weltbekannte Motorradhersteller, nennen einen Weltrekord ihr Eigen und jagen einen weiteren. Wir haben ein Wochenende mit den Masterminds des Young Guns Speed Shop verbracht, um herauszufinden, wie diese Jungs ticken.

Sie hätten allen Grund dazu, doch Nik Heer und Fabian Witzig sprechen nicht in grossen Tönen über sich. Erzählen sie von ihren Erfolgen, spürt man stattdessen eine fast kindliche Begeisterung für die Sache und eine grosse Dankbarkeit gegenüber Freunden, Verwandten und Unterstützern. Die beiden Mechaniker sind Herz und Seele des Young Guns Speed Shop und «seit klein auf Töff begeistert», wie Mastermind Nik Heer erzählt.

Im Speed Shop, einem kleinen Atelier in Rapperswil, schrauben die beiden an den unterschiedlichsten Maschinen, entwickeln neue Konzepte, schmieden Pläne und verwirklichen Träume. «Wir arbeiten eigentlich immer», meint Nik Heer. Der gelernte Polymechaniker war schon als kleiner Junge fasziniert von Maschinen und begann bereits damals sich mit der Mechanik dahinter zu befassen. Auch in seiner Jugend arbeitete der Freigeist permanent an Motorrädern und half seinen Freunden bei Reparaturen und Tuning-Geschichten. Mit Nik wurden auch die Maschinen immer grösser und er begann mit seinen Freunden klassische Motorräder aus ganz Europa zu kaufen, um diese dann zu restaurieren und umzubauen; dies war die Geburt der Young Guns, dem Club hinter dem Speed Shop.

Freunde, Leidenschaft und Konkurrenz
Fabian Witzig teilt mit Nik nicht nur die Leidenschaft für Motorräder. Der gelernte Landmaschinenmechaniker ist Miteigentümer und guter Freund in einem und ist sowas wie das perfekte Gegenstück zu Nik Heer. Unterstützt werden die beiden von Rennfahrer Marco «Balls Of Steel» Zesiger und dem administrativen Gewissen Ale Hofmann. Alle teilen die Leidenschaft für Motorräder und Schnelligkeit (das «Speed» ist ja nicht umsonst im Namen). Mit Marco am Steuer der legendären «Ferdinand The Sparrow» – einer umgebauten Moto Guzzi – gewann der Young Guns Speed Shop etliche Drag-Rennen und stiess schlussendlich auch den amtierenden Meister vom Thron. «Wir haben in dieser Zeit viele neue Freunde gefunden», sagt Nik und fügt hinzu: «Unser härtester Konkurrent ist heute einer unserer grössten Fans».

Hat man das Glück, die Young Guns und ihre Crew an einem dieser Events oder an einem gemütlichen Abend im Speed Shop zu erleben, versteht man warum die jungen Wilden so viele Fans haben. Jeder ist sich selbst und muss sich nicht hinter einer aufgesetzten Attitüde verbergen. Viel zu lange kennen sich die Freunde schon und wissen um die Eigenheiten jedes einzelnen. Die meisten kannten sich bereits als Kinder und sind zusammen aufgewachsen. Diese Vertrautheit und Normalität im Umgang miteinander spürt man und sorgt für eine ganz besondere Stimmung.

Auch Nik und Fabian wissen um ihre Wirkung in der Szene. Jahrzehnte jünger als der Durchschnitt, nicht tätowiert, kein Vollbart am Start und auch weit und breit kein schwarzes Leder in Sicht. Stattdessen tragen sie Hawaii-Hemden als Teambekleidung und beeindrucken mit ihrer selbstbewussten Gelassenheit. «Es ist auch ein psychischer Druck, den wir mit unserem Verhalten der Konkurrenz versuchen aufzudrängen», meint Nik Heer mit einem verschmitzten Lachen. «Vor und nach dem Rennen sind wir alle Freunde und haben Spass, doch geht es zum Start, gibt es nur noch den Gegner und die Uhr.»

Trotz der Erfolge sind die Jungs sich treu geblieben und ziehen einfach ihr Ding durch. Das gefällt nicht nur den privaten Kunden. Letztes Jahr klopfte Ducati an und beauftragte den Young Guns Speed Shop mit dem Bau eines Renntöff-Prototypen. Zurzeit arbeiten sie an einer Maschine im Auftrag von Indian Motors. Das Geschäft läuft also, doch trotzdem nimmt sich das Team Zeit für ihre ganz eigenen Ziele: Weltrekorde.

Die Bonneville Speed Week findet einmal jährlich statt und ist bei jedem Rennmotorrad-Fan dick im Kalender angestrichen. Auf einem ausgetrockneten Salzsee an der Grenze von Utah und Nevada fahren Teilnehmer aus der ganzen Welt gegen die Zeit und für Rekorde. 2016 startete der Young Guns Speed Shop mit einer 1955er Triumph in der Kategorie Oldtimer mit 750 Kubikzentimeter. Mit 220 Stundenkilometer fuhren sie so schnell wie noch nie zuvor jemand: Weltrekord! Wenn Nik und Fabian von diesem Erlebnis erzählen funkeln ihre Augen und wer einmal Blut geleckt hat … nur logisch, dass 2017 ein neuer Weltrekord hermuss. Dieses Mal soll es «Ferdinand» richten. Er soll die schnellste Moto Guzzi werden, die die Welt je sah. Auf die Frage ob das wirklich möglich ist, antworten die beiden schnell, nüchtern und mit der Zuversicht eines logisch denkenden Mechanikers: «Ja, das ist möglich». Kein Zweifel, keine Angst, nur pure Leidenschaft und der unbändige Wille Neues zu schaffen.

Photography by Lorenz Richard / Lorenzrichard.com



Kommende RCKSTR Events & Partys

Simple Plan
03.06.2017 | Z7, Pratteln
Thompson
09.06.2017 | Gonzo, Zürich
The 1975
28.06.2017 | Samsung Hall, Zürich
Bad Religion
07.07.2017 | Komplex 451

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