Album-Review: Dawns Mystery – Before Life At The Sea Ground


Dawns Mystery liefern mit ihrem Debüt nicht nur ein makel- wie kompromissloses Rockalbum, sondern auch eine Direktfahrkarte in ihre eigene Fantasiewelt.


Nach ihrer bereits ein paar Jahre alten Debüt-EP hatte man natürlich bereits die eine oder andere Erwartung an das nun endlich erschienene Debüt-Album der vier Zürcher Dawns Mystery. «Before Life At The Sea Ground» heißt die Platte und diese lässt keine jener Erwartungen unerfüllt: viel Gitarre, dick aufgetragene Vocals und eine gute Portion psychedelischer Klangfahrten. Die Vorabsingle «Dog Bowl» klatschte diesbezüglich bereits alle Hände ab und ging dabei noch um einiges weiter; wer bis dahin noch mit einer weiteren Retrorock-Platte gerechnet hatte, dem wurde nun ordentlich der Kopf gelüftet. Eine Uptempo-Skate-Nummer, angerichtet mit einer derartigen Coolness, wie sie derzeit wohl kaum jemand an den Tag zu legen vermag.

Das Album in seiner Fülle knüpft daran nahtlos an. Zwar bleibt «Dog Bowl» der sicherlich radiotauglichste Track auf «Before Life At The Sea Ground», doch was will das schon heissen? An Facetten mangelt es jedenfalls keineswegs: während ein Song wie «New Dawn» quasi massgeschneidert für Coming-of-Age Indie-Film-Soundtracks klingt, könnte «Feels Like A Minute» auch aus der Feder der kontemporären Genre-Pioniere Temples stammen. Und auch einmal dick aufzutragen, scheint Dawns Mystery nicht schwer zu fallen, wie sie mit «Africa», welcher bereits jetzt seinen Platz auf ihrer Greatest Hits Platte in 20 Jahren reserviert hat, unter Beweis stellen. Über die gesamten zehn Tracks hindurch zieht sich hier ein roter Faden, der «Before Life At The Sea Ground» zu einem durchweg starken Rockalbum macht. Riffs und Gesangsharmonien werden locker aus dem Ärmel geschüttelt, der Spagat zwischen Fünf-Minuten-Songs und Pop-Melodien in Perfektion gestanden und auch der Spannungsbogen, quasi das Drehbuch dieses Ambient Films, bleibt über die gesamte Albumlänge hindurch straff gespannt.

Dawns Mystery sind somit sicherlich in den Augen zu behalten und es wird sich zeigen, was das Quartett in den kommenden Jahren noch so aus dem Hut zaubern wird. Empfohlen sei an dieser Stelle auch, sich die Jungs einmal live reinzuziehen und die Songs mit doppelter Kraft auf sich einprasseln zu lassen. Und bis dahin: in die Chucks schlüpfen, den iPod mit «Before Life At The Sea Ground» auf den Ohren ordentlich aufdrehen und dabei zusehen, wie die Welt einem zu Füßen liegt.

4/5 Sterne
Für Fans von: Temples, Pond, Splashh, Tame Impala