Album-Review: Liam Gallagher- Why Me? Why Not.


Retro-Rock mit Zukunftsaussichten


Auf den Monat pünktlich zehn Jahre nach der Trennung von Oasis veröffentlicht Liam Gallagher sein zweites Soloalbum. Ein kleines «Fuck you, mir geht es bestens ohne euch!» an seine alte Band und den verhassten Bruder Noel? Dabei mutmasste man bei der retrospektiven Vorab-Single «One of Us» und seinem mit Familienfotos unterfütterten Musikvideo noch, womöglich ein wehmütiges Friedensangebot herauszuhören. Überhaupt kommt das Fragezeichen im Albumtitel nicht von ungefähr: «Why Me? Why Not.» ist zu einer nachdenklichen Scheibe geworden, in deren Verlauf Liams Grossmaul manchmal fast schon zur Normalgrösse schrumpft – fast. Denn natürlich lässt der Engländer uns zum neuen Release wissen: «Das zweite Album soll eine Steigerung sein, denn es gibt nichts Schwereres, als dieselbe Sache noch einmal zu machen, nur besser. Und genau das haben wir getan. Es ist ein besseres Album als ‚As You Were’. Was eine Menge aussagt, denn das war bereits gigantisch, oder etwa nicht?» Tatsächlich fand Liam auf «As You Were» nach dem eher so okayen Zwischenspiel seiner Rebound-Band Beady Eye zu alter Grösse und Erfolg zurück – womöglich auch, weil er sich neuerdings auch beim Songwriting von Hit-Maker Andrew Wyatt («Shallow») unterstützen liess und der auch auf dem Zweitling fleissig mitwerkelt. Gemeinsam sorgen die beiden auf «Why Me? Why Not.» erneut dafür, dass sich Langzeit-Liam-Fans auf vertraute Rock-Grandezza freuen können, ohne dabei in blosse Nostalgie zu erstarren.

4/5 Sterne Für Fans von The Verve, Stereophonics, Super Furry Animals

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