Album-Review: Modeselektor – Who else


Hier kommt der Koffein-Kick für deine Ohren. Das neue Album von Modeselektor ist ab heute erhältlich.


Wahrscheinlich würde es das Werbebudget etwas überstrapazieren, doch schreit der Albumname förmlich nach einem TV-Spot, bei dem sich ein verschwitzter George Clooney im Tresor Club dem Fernsehpublikum zuwendet und über die pumpenden Beats von Sebastian Szary und Gernot Bronsert ein selbstverständliches «Modeselektor. Who else?» entgegnet. Auch das vierte reguläre Album vom Berliner DJ- und Produzenten-Duo haut rein mit der Power von 10’000 Kaffee-Kapseln und legt den Finger auf den Puls der deutschen Techno- und Auch-sonst-Hauptstadt. Den Berliner Beat haben Modeselektor in den vergangenen zwei Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt, weiterentwickelt und hinaus in die Welt getragen (so wie sie es übrigens auch demnächst am 21.2. in der Kaserne Basel tun). Sich dabei selbst zu wiederholen bleibt für die Jungs Tabu und so war es auch für «Who Else» oberstes Ziel, dem eigenen Sound neue Facetten einzuverleiben. Das gelingt besonders bei bouncy Tracks wie der Single «Flohio» und with a little help from Flohio, die zu den aufstrebenden Rap-Talenten Londons zählt. Daneben sind auch der wunderbar sonderbare Tommy Cash und OVS gefeaturet, Hauptstars bleiben aber die meist knochenhart stampfenden Beats («Prügelknabe») und teils wunderbar wabernden Synthies («One United Power»). Und so fügt sich «Who Else» zu einem intensiven Electro- und Techno-Schmuckstück zusammen, das Abwechslungsreichtum niemals mit Beliebigkeit durcheinanderbringt und uns hoffentlich noch durch so manche Nacht hindurch peitschen wird.
4/5 Sterne
Für Fans von: Apparat, Sascha Funke, Ellen Allien

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