Album-Review: Sigrid – Sucker Punch


Die junge Norwegerin weckte mit ihren bisherigen Songs gross Erwartungen. Heute kommt ihr Debütalbum raus. Ob sie die Erwartungen auch erfüllt?


«Can I be basic with you?» fragt Sigrid im dritten Song ihres Debütalbums und unterstreicht damit wieder einmal: In ihren zwei Jahren an der Weltöffentlichkeit war das Understatement schon immer ein Markenzeichen der 22-jährigen Norwegerin. Keine ausgeklügelten Outfits, bunte Frisuren oder komplizierte Choreographien prägten bislang den Aufstieg Sigrids zur ganz grossen Pop-Hoffnung der Gegenwart. Die Sängerin, die einst mit einer Karriere als Anwältin geliebäugelt hat und mit ihrem Sieg beim BBC Sound of 2018 Mitbewerber wie Billie Eilish, Tom Walker und Khalid ausstach, sieht aus wie das Girl Next Tramsitz und fokussiert das Spektakel vollends auf ihre Pop-Banger. Ihren ersten, «Don’t Kill My Vibe» aus dem Jahr 2017 schrieb sie einst als frustrierte Reaktion auf eine Songwriting-Session, bei der ihr eine Bande despektierlich gesinnter Co-Komponisten vorgesetzt wurde. Der zum Hit gewordene Befreiungsschlag in die kreative Emanzipation ist nun auch auf «Sucker Punch» enthalten, ebenso wie die ebenfalls auf der ersten EP enthaltene Ballade «Dynamite». Die restlichen zehn Tracks lösen jenes Versprechen ein, das die zwei bisherigen EPs abgegeben haben und liefern Pop in Perfektion, der durch den Charme und die Nahbarkeit seiner Protagonistin in keinem Moment an Erdung verliert. Und so ist Sigrids Vibe auch auf voller Albumlänge unkillbar – und das hoffentlich noch für sehr lange Zeit.
4/5 Sterne
Für Fans von: Lorde, Tove Lo, Zara Larsson

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