Diese Woche in Schweizer Musik mit Lil Bruzy, Stress und Nemo


Schweizer Musik mit Lil Bruzy, Stress und Velvet Two Stripes

Wir lieben Schweizer Musik und haben noch viel mehr Liebe für alle Künstlerinnen und Künstler, die unsere Musikszene lebendig machen. Aus diesem Grund widmen wir ihnen jeden Freitag hier einen Platz, wo wir für dich zusammenfassen, was diese Woche in der Schweizer Musikszene passiert ist. 


Wer uns diese Woche den Kopf verdreht hat:

Lil Bruzy mit Easygoing

Wer über kontemporäre Schweizer Musik spricht, kommt um Lil Bruzy nicht herum. Wir sind hier ja alle kleine Lil Bruzy Fans. Der Sound des Zürcher Rappers lässt uns immer gemütlich zurücklehnen und so gehen uns die Texte noch leichter von der Hand. Seine neue Single „Easygoing“ liefert uns neuen Stoff und lässt uns noch entspannter an unserem Kaffee sippen. Wir lassen uns auf fast alles ein, was Lil Bruzy uns vorschlägt; egal ob Dolce Vita oder Prosecco auf dem Golfplatz. Hit us up anytime! 

Lil Bruzy

Quelle: instagram.com/lil_bruzy

Dass unser Boi mehr auf dem Kasten hat, als einen kurzzeitigen Züriszene-Hype zu generieren, zeigte uns Lil Bruzy auch mit seinem ersten Auftritt am Cypher von SRF Virus. Oh, und ausserdem ist er von unseren Kollegen vom Lyrics Magazin als „Best Breaking Act“ nominiert. Wir schliessen uns ihm an, wenn er sagt: Ich bin nöd arrogant, nur selektiv nett.

 

Wieso wir jetzt wieder mit Kettenrauchen anfangen:

Sooma – It’s All About To Change

Egal, was all die coolen Ravermenschen sagen: Grunge ist nicht tot. Das beweisen uns heute die Jungs von Sooma. Auf ihrem neuen Langspieler “It’s All About To Change” machen die Zürcher das, was unser Garagerock-Herzli am glücklichsten macht:  Dystopischer Gitarrensound mit einer Energie und einer gleichzeitigen Nonchalance, die ansteckend ist. 

Sooma Band

Quelle: instagram.com/soomatheband

Besonders sticht für uns der Song “Recca” heraus, der auch als Singleauskoppelung erschienen ist. Darin kommt die Stimme von Sänger Yannick so richtig zum Tragen. Songs wie etwa “Blue Light” erinnern an die Noise-Rock-Virtuosen von Girl Band und wecken in uns die Lust, morgens um 3 mit Zigarette im Mund frenetisch Texte über den Zusammensturz des Kapitalismus zu schreiben.  

Wer sich die geballte Energie live geben möchte: Heute Freitag, 14.02., feiert Sooma die Plattentaufe im Bogen F.

 

Mit wem wir im Regen rumschmusen wollen:

Exklusive Videopremiere von Inbetween Movies – Kiddios Cave

Vergiss die fünf Minuten-Meditation, die du hörst, um im Büro kurz runterzukommen. Wir haben was besseres:  „Kiddios Cave“ von Inbetween Movies. Das Musikvideo ist genau so beruhigend wie der weiche Sound, den die vier Zürcher kreieren. Wir haben uns schon lange neuen Shoegaze zum Schwelgen gewünscht, Inbetween Movies geben uns genau das.

Inbetween Movies erschaffen einen Sound, der Balsam für unsere Seele ist. Die klare Stimme von Daniela verwebt sich mit feinen Synthieklängen und hinterlässt Melancholie und eine tiefe Ruhe. Das Video zum Song verführt uns fast dazu, die katharsische Wirkung vom Rennen selbst auszuprobieren. Am Ende begnügen wir uns dann aber wohl doch damit, das Video immer und immer wieder zu schauen. 

 

Was wir nicht so gefühlt haben: Stress ist eine konstante Grösse in der Schweizer Musik und deren Szene. Seit seinem Albumrelease 2019 einen neuen Song mit Nemo rausgebracht. Er heisst “Legend” und ist… ein französisches Hip-Hop-Stück. Wir sind ehrlich: Es ist nicht ganz unser Geschmack, aber dass Stress offen über seine psychischen Probleme spricht, respektieren wir absolut. Mindestens dafür ein grosses Thumbs up! Und holy shit, Nemo ist unterdessen auch erwachsen geworden. Nemo, es tut uns leid. Bitte glaube uns, wir nehmen dich absolut für voll und wir hören deine Stimme echt gerne. Aber für uns wirst du in einem Ecken des Herzens immer der Schnügel von deinem ersten Album “Momänt-Kids” bleiben. 

Sorgenkind der Woche ist einer unserer lieblings Mundartcloudrapper DAIF. Er hat heute den Song “Bitte Baby/Nu Hebe” mit dazugehörigem Video rausgehauen. Einmal zeigt er uns im Song “Bitte Baby” in gewohnter halb-depri-manier, wieso wir ihn ab und zu fragen möchten, ob alles OK ist. Wenns im Song rüber geht zu “Nu hebe” sind unsere Sorgen verflogen und wir klopfen DAIF fürs Hypermaskulinität-Anfechten auf die Schulter. Und, DAIF, wenn wir dir eine Gutenachtgeschichte vorlesen sollen, gib Bescheid! Wenn du möchtest, halten wir dich auch einfach nur.

Füdlischwänker der Woche kommt von Laskaar. In seinem Track “Solo”vermischt er House-Samples und Trap-Elemente zu einem luftig leichten Stück. Wir jedenfalls können nicht aufhören, auf dem Bürostuhl hin und her zu wippen. Und der PR-Text hat es uns einfach auch ein bisschen angetan. Darin protestiert er in seinen eigenen Worten gegen den Valentinstag und meint: “Ich möchte mich nicht mehr fühlen wie ein WC ohne WC-Entli.” Der Song ist dann auch ein grosses „Fuck you“ zum Valentinstag. We feel you, Laskaar, we feel you.

Wir wünschen uns eine Postkarte von…

Velvet Two Stripes, die arschcoolen Girls von Velvet Two Stripes sind nämlich aktuell gerade auf Tour in Deutschland. Wir wünschen euch viel Spass und schickt uns gerne eine Postkarte an: RCKSTR Magazine, Sihlhallenstrasse 19, 8004 Zürich <3 

Das Schlimmste zum Schluss:
Diese Woche ist uns eine Promomail ins Postfach geflattert: Schweizer Musik von der Band “Megawatt”. Die Band macht Rock auf Mundart und was sollen wir sagen… Ufff…! Wie dumm und naiv wir waren, als wir dachten, dass wir den “richtigen Rock” für “richtige Büezer” mit Hobbyrechtspopulist Gölä und BFF Trauffer abgehakt hatten. Hier wird es harzig mit der Schweizer Musik. Wenn wir in Songs wie “Heimatgfühl” oder “Wahri Liebi” reinhören, wünschen wir uns den kurzzeitigen Tinnitus vom Sonntagmorgen zurück. Frontmann David Graf möchte jetzt noch seinen grossen Traum als Rockstar ausleben, wie es auf der Homepage der Band heisst. Das funktioniert wohl nicht mal so schlecht, denn die Gruppe hat es in die Top 10 der Schweizer Albumcharts geschafft. Und wir zweifeln erneut am kollektiven Musikgeschmack dieses Landes. Unsere zwei Cents dazu sind: Wir möchten niemandem vor die Haustüre kacken aber bitte David, hab Erbarmen mit unserem Gehör!

PS: Gölä, dein FYYFFA liegt hier immer noch bei uns rum. Wir finden noch immer, dass du dich einmal gepflegt ins Knie ficken sollst. Aber hol ihn gerne ab, wenn du möchtest. Bussi, dein RCKSTR.