10.11.2017
Rubrik Musik

Grösser, Epischer und Entblössender: Walk The Moon im Interview


Roher sei die Musik und entblössender die Texte – so beschreibt Gitarrist Eli Maiman die neue Platte von «Walk The Moon». Nach ihrem Hit «Shut Up And Dance» haben die vier Musiker aus Ohio zuerst einmal eine Pause eingelegt und kommen jetzt mit «What If Nothing» zurück. Eli hat uns über die persönlichen und musikalischen Veränderungen aus ihrer Auszeit aufgeklärt.

Würdest du «Walk The Moon» als Popband oder Rockband bezeichnen?
Ich würde uns als Rockband beschreiben Wir schreiben unsere eigenen Songs und legen grossen Wert auf unsere Live-Auftritte. Vor Publikum spielen ist das Wichtigste für uns, dabei können wir richtig glänzen. Eigentlich ist es uns egal, wie man uns etikettiert. Wir hören uns viele Musikrichtungen an, die sich in unserem Songwriting wiederspiegeln. Wir folgen einfach unseren Instinkten.

Welches sind die wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Rocksong?
Du brauchst ein gutes Riff, gute Songtexte und irgendetwas Spezielles. Wenn wir wüssten, was dieses Spezielle ist, würden wir es öfters einsetzten. Aber das ist ein Teil von der Magie beim Komponieren von Musik, da ist etwas über uns, etwas magisches und spirituelles. Da ist ein magisches Element, nach dem wir alle suchen.

Ihr habt letztens Jahr eine Pause eingelegt. Wie hat sich die Band in dieser Zeit verändert?
Wir sind alle stark gewachsen als Menschen. Wir sind alle durch eine intensive persönliche Phase gegangen: Nicholas (Sänger) Vater hatte Altsheimer und ist letztes Jahr von uns gegangen, Kevin (Bass) hat geheiratet. Seit fünf Jahren touren wir 300 Tage im Jahr. Es war also eine grosse Sache, uns so lange nicht zu sehen. Wir haben Distanz zu «Walk The Moon» gewonnen und das hat uns geholfen, unseren kreativen Prozess neu zu beleben. Damit haben wir viel Begeisterung und Spass in die neue Platte hineingebracht.

«Shut Up And Dance» hat sich 2015 in der Schweiz 27 Wochen in der Hitparade gehalten, ebenso in vielen andern Ländern. Wie hat sich dieser Erfolg auf euch ausgewirkt?
Dank «Shut Up And Dance» haben wir Anfang 2016 in 25 Ländern innerhalb von zwei Monaten gespielt, was toll ist. Aber das hat auch dazu geführt, dass wir am Ende ziemlich ausgelaugt waren. Das war der Zeitpunkt, an dem wir stoppen mussten. «Shut Up And Dance» ist aber auch ein fortlaufendes Erlebnis. Es ist toll, ein Musikstück zu haben, dass ein Teil der Kultur geworden ist. Es ist, als würde es gar nicht mehr uns gehören. Es gehört der Welt. Und es macht Spass zuzuschauen, wie das Lied wächst.

Was sind nach diesem Erfolg eure nächsten Ziele als Band?
Wir sind im Moment richtig aufgeregt um unser neues Album «What If Nothing» im November herauszubringen, es mit der Welt zu teilen und zu zeigen, wie wir gewachsen sind und uns verändert haben. Unsere Musik ist grösser und epischer geworden. Die Songtexte sind sehr persönlich und entblössend. Wir sind auf dieser Platte roher als wir es je zuvor waren.

Du hat Jazz-Musik studiert. Ist deine Art, Musik zu machen immer noch beeinflusst von dieser Zeit?
Auf jeden Fall. Mein Jazz-Training hört man wahrscheinlich nicht als erstes in unserer Musik. Aber es wird immer ein Teil von mir sein – unbewusst. Jazz ist, wie Musik ist. Das Instrument wird ein Teil von dir. Ob ich will oder nicht, es findet immer einen Weg aus meinem Gitarrenspiel herauszusprudeln.



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