11.10.2017
Rubrik Musik

Kakkmaddafakka im Interview


Die Skandinavier haben die Musik im Blut und wir Indie-Liebhaber können auch nicht mehr ohne sie. Schon Kakkmaddafakkas Debütalbum erwies sich als Riesenerfolg trotz der negativen Kritik von allen Seiten. Im Interview haben sie uns erzählt, wie sie den Tour-Alltag erleben und was wir von ihrer neuen Platte «Hus» erwarten können.

Einerseits kennt man die Jungs von Kakkmaddafakka, andererseits halten sich die Noweger privat noch immer geheimnisvoll. Die sechs Musiker bewiesen uns beim Treffen in Deutschland, dass sie eigentlich für jeden Scheiss zu haben sind. Ein bisschen peinlich berührt schaut Sänger Axel Vindenes auf die Anfangszeiten zurück: «Bei unserer Gründung 2004 haben wir uns vorgenommen, Musik zu schreiben, die Leute zum rumhüpfen animiert – jep, das war tatsächlich unser vorsatz», verrät er und lächelt, als ob er die Zeiten irgendwie doch vermisst.

Dass sie ihre gewünschte Grösse im wandelnden Musik-Business erreicht haben, bewiesen sie dieses Jahr am Southside: Am deutschen Festival spielten sie auf der gleichen Bühne wie ihre Idole The Stone Roses vor fünf Jahren. «Ich persönlich kenne nur die Hits der Band und habe sie leider noch nie live gesehen. Meine Kollegen von Kakkmaddafakka sind in diesem Gebiet versierter als ich. Mich könnt ihr über die Beatles ausfragen, da kann ich euch mehr erzählen», sagt er, lacht aber schon fast ironisch und fügt hinzu: «Oasis und Blur kämen auch noch in Frage, diese zwei Bands haben meinen tiefsten Respekt für alles, was sie geschaffen haben.» Wenn er sich zwischen den Beiden entscheiden müsste, würde er sich für Oasis entscheiden, verrät er nach mehrmaligem nachhaken.

Norweger sind ja nicht gerade dafür bekannt, dass sie abstinent sind. Und auch Kakkmaddafakka greifen gerne mal zu, wie wahrscheinlich auch vor ihrem ersten Auftritt am Southside. Mit der Segway-Spritztour vor ihrem Konzert, landete der Sänger auf einem Fail-Blog, weil er – sagen wir mal in diesem Zustand – das Fahrzeug nicht beherrschte. Und bei der Frage wie sie sich mit Feiern verhalten, erklärt uns Axel auch gleich seinen Werdegang: «Ich bin Musiker, damit ich nicht erwachsen werde. Naja, eigentlich will ich es schon, aber ich brauche diesen jugendlichen, kindischen Funken eben, um das zu produzieren, wofür Kakkmaddafakka steht. Ich habe das nie als Problem gesehen.» Als Abwechslung sind die Mitglieder der Band in Norwegen als Kunst-Maler tätig, machen nebenbei Rap-Musik oder treten sogar als Comedians auf. Komplett auf Norwegisch würden sie trotzdem keinen Song schreiben, weil sie Musik für die Welt machen wollen, um alle Menschen da draussen zu erreichen.


Indie-Dance: Kakkmaddafakka – «Hus»

Weil ihre Musik immer mehr oder weniger gleich klingt, ist es bei Kakkmaddafakka prinzipiell relativ einfach: Entweder man findet sie scheisse oder geil. Geil finden wir sie vor allem, weil sie uns einfach immer wieder Tanzstoff liefern, wie wir es auch von anderen Indie-Bands gerne öfters hätten. Für die richtige Akustik haben die Norweger gleich gehandelt wie Led Zeppelin oder die Stones, die schon alternative Studios für ihre Alben wählten: Mit «Hus» ist eine alte Villa nahe Bergen, wo sie das Album komplett selbstständig aufgenommen haben.

Sterne:

Für Fans von: Friska Viljor, Bloc Party, The Coral



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