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Season Opening Jakobshorn

Draussen wird es kälter und drinnen drehen wir die Heizung auf. Diese Zeit ist diejenige, in der die Bergbahnen in Davos einen unvergesslichen Winter vorbereiten. Das Jakobshorn, der Hausberg von Davos Platz, eröffnet am 2. Dezember seine Pisten für den regulären Winter-Betrieb. Und wieder heisst es: Mit sattem Rabatt das Jakobshorn eröffnen und einen Goodie Bag abstauben.

Package 1 Für CHF 45.- erhält man die günstigste Tageskarte der Saison und oben drauf gibt es noch einen Goddie Bag im Wert von CHF 100.- dazu.

Package 2 Wer sein Snowboard oder Skier nach einem Sommer im Verlies mal wieder wachsen lassen und noch einen Welcome-Drink auf 25430 Meter über Meer geniessen möchte, der schnappt sich das Package für CHF 65.-.

Package 3 Wem einen Tag auf der Piste zu wenig Winter-Romantik verspricht, kann sich für CHF 145.- nebst allen oben genannten Vorteile, auch noch eine Hotel-Übernachtung inklusive Frühstück, einen Gästeliste-Platz an der offiziellen Eröffnungs-Party und einen Tagespass für den Sonntag sichern.

Holen Sie die Winter-Kleider aus dem Kellerabteil und sichern Sie sich noch heute eines der limitierten Packages ab CHF 45.-, inklusive Goodie Bag im Wert von CHF 100.-.

Mehr Infos unter www.mountainhotels.ch/season-opening

08.09.2017
Rubrik Musik

König der Hunde: Romano im Interview


Der Freak ist zurück und beweist: Romano hat das geilere Leben! Als der Typ mit den Zöpfen von seiner Metalkutte rappte und danach Leute mit ‘nem Klaps auf den Po begrüsste, herrschte vor allem Verwirrung. Dabei ist es gar nicht so knifflig, Romano zu verstehen. Einfach mal die Ohren spitzen und zuhören!

Das Geheimnis hinter Romano ist nämlich gar keines: Der Typ ist einfach wirklich so. Nehmen wir mal als Beispiel «König der Hunde», den zweiten Track von Romanos neuem Album «Copyshop». Romano erinnert sich, wie es für ihn war, als die Mauer fiel, als Teenager plötzlich auf den Strassen ganz Berlins freigelassen wurden, und man wie die wilde Wutz durch die Tage und Nächte marodierte. «Wir ziehen Freiheit auf Lunge!», rappt er und erklärt: «Ich wollte in den Strophen das haben, was ich persönlich gesehen hab.» Im Allgemeinen verbindet man ja vor allem grossen, pathetischen Kitsch mit dieser Zeit, wie Westernhagens «Freiheit» oder – wenn‘s ganz schlimm kommt – «Winds Of Change». «Ich dachte, krass, so pathetisch war das gar nicht. Ich war ein kleiner Junge und ich erzähl‘ aus meinem Blickwinkel: von Quellekatalog bis rüber ins WOM,» dem World of Music, die damals das grösste Angebot an Musik in Berlin hatten und wo das Geld für Platten umgesetzt wurde. «Ich bin grosser Fan des Westküsten-Hip-Hops geworden. Ich hatte ja nur 50 Mark Taschengeld, aber ich habe fast 1000 CDs an Westküste, ich weiss gar nicht wie ich die alle … (lacht) Darum heisst es im Song ja auch ‘Langfinger-Höchstleistungssport‘. Es war eine verrückte Zeit.»

Wer «König der Hunde» aufmerksam hört, versteht dann auch woher Romano kommt und warum er einen Sound zwischen Hip-Hop und Berliner Electro-Szene hat, aber darüber von seiner Liebe zu Death Metal und Trash Metal rappen kann. «Ich habe mich in den ganzen Clubs rumgetrieben, in allen Szenen. Auch versucht, Technoclubs zu eröffnen, auf einem Milchhof, mit einer Waage – da konntest du dich dann rauf stellen und so viel wie du wiegst, hast du dann eben bezahlt: 60 Kilo gleich 6 Mark. War zu wenig los. Aber wir haben es einfach mal gemacht. Gleichzeitig aber auf Metalveranstaltungen gewesen und durch Freunde auf Hip-Hop-Partys. Und dann kannte ich den einen DJ und war das erste Mal im Bunker und dachte, was ist denn hier los? Unten essen, darüber Gabbahölle und oben war Gangbangparty!», und er könnte noch hunderte solcher Sachen aus dem wilden Post-Wende-Berlin aufzählen. «Es war ein Kulturschock, der eine morbide Faszination in sich hatte. Davon bin ich noch heute begeistert. Danach suche ich auch immer noch.» Er war immer dabei, nicht nur Gast und Beobachter. «Ich habe ja auch mal Gabba-MC gemacht – es ist total verrückt, weil plötzlich wirkt der Beat dabei langsamer … und überall geile Freaks!»

Das alles war und ist Normalität für Romano. Darum kam es für ihn und seinen Freund, den Elektroproduzenten Siriusmo, der die Beats für ihn bastelt, überraschend, dass viele ihn schwer verstanden. «Es war ja nicht so, dass wir vorhatten, die Leute total zu verwirren. Jacob, der auch die Videos macht, sagte damals: ‘Alter, du bleibst einfach so und wir setzen dich in Szene!‘» Daraus wurde das entscheidende Video zu «Metalkutte» und ein Grossteil des Medienechos darauf klang wie «What the fuck?!» Romano nickt: «Ja. ‘Ist der echt?‘ Ich dachte nur, ich mach doch da so weiter wie immer.» Was zu beweisen ist, denn nur ein paar Jahre davor konnte man ihn schon so, wie er auch heute ist, im Video zu «Itchy / Cornerboy» von Siriusmo entdecken. «Genau! Und davor haben ich und Siriusmo auch schon Sachen gemacht. Wir sind ja seit ‘96 miteinander befreundet.» Aber nicht alle hatten Probleme damit, ihn und seinen Sound einzuordnen, denn der Track ging bekanntlich richtig ab. «Also, ich habe ganz schön gestaunt. Als ‘Metalkutte‘ kam und nach ein paar Tagen hunderttausend Klicks da waren … lass es mal Tausend vom Umfeld sein, aber die anderen 99.000? Wer ist das? Krass. Ich bin doch so wie ich bin und rappe über mein Thema. Für mich ist doch klar, Rap, Techno, Metal – macht doch was ihr wollt!»

Es gab auch nie irgendwelche Zweifel daran, dass sie ein zweites Album stricken werden: «Ich hatte wirklich Lust, das weiterzuführen – es gibt doch noch zu viel zu erzählen! Deswegen gibt‘s auf dem neuen Album auch so viele Geschichten.» Erlebt hat er ja nun echt was, aber nicht alle Tracks sind direkt aus dem Leben, einige Momente kann man wahrhaftig reine Poesie nennen: «Ich schreib gerne Gedichte. Und dann guckt man, ob das Gedicht auch zu einem Beat passt. ‘Maskenball‘ vom ersten Album war eines, ‘Stahlraum’ auch. Aber ich finde es auch andersrum sehr schön, wenn schon Beats da sind. Der Siriusmo schickt sie mir, wie bei ‘König der Hunde‘. Auch ‘Metalkutte‘ ist ein gutes Beispiel: Ich habe damals gerade Satyricon gehört und über den Rechner kam ein Beat, und ich machte den an und auf einmal lag das übereinander – und dann kam die Eingebung. Dann muss man reagieren!»

Ab und an fragt man sich aber schon, wo die Grenzen verlaufen bei den Geschichten – man nehme nur den Titeltrack «Copyshop». Schon im Song klingt es so, als ob die Möglichkeiten, die ein solcher Laden für diverse (mindestens halb illegale) Aktionen bietet, von ihm genutzt wurden – im zehn minütigen Video dazu berichtet Romano sogar noch mehr wilde, kriminelle Anekdoten. Was ist dran? «Ich kann dir so viel erzählen: Ich habe 2000 Mediengestalter für Medientechnik gelernt, und habe bis 2013 in verschiedenen Copyshops gearbeitet. Mal ‘n Jahr, mal drei Jahre. Mehr sag ich nicht», grinst er. Doch grundsätzlich sieht er es so: «Mir war wichtig, dass das Publikum was aus meinem Leben mitbekommt.»

Und dazu lädt «Copyshop» echt ein: Man kann Romanos Kumpel und Verschwörungsparanoiker «Ufo Joe» kennenlernen, einen Abstieg in Drogenwahnsinnsnächte mit «Nur in meinem Kopf» machen, mit ihm beobachten wie Touris in Berlin abgezockt werden, und seine Mutter, die die Nachbarschaft aufmischt und seinen Anwalt treffen – der vor allem besser ist als Ihr Anwalt! Und wer sich dann noch immer nicht bei Romano einklinken kann, dem kann man echt nicht helfen.

Album Review

Hip-Hop für Antihipster: Romano-«Copyshop»

Klar, das hätte eine Eintagsfliege sein können – war es aber nicht! Mit dem Erfolg von «Metalkutte» hatte sowieso niemand gerechnet und darum lassen sich Romano und sein Kumpel Siriusmo auch davon nicht kirre machen. Sie liefern mit dem zweiten Album stattdessen musikalisch konzentrierteren Hip-Hop ab, der seinen Berliner Clubszene-Einfluss butterweich unterrührt. Und auch Romanos Storys sind dieses Mal noch etwas ge- und verschärfter. Satte Beats und krasse Geschichten aus dem halbwahren Leben.

Wertung: 

Für Fans von: Grossstadtgeflüster, Slick Rick, Deichkind

Romano – «Copyshop» auf iTunes



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