25.11.2016
Rubrik Musik

LP-Review: The Weeknd – «Starboy»


Mit «Beauty Behind The Madness» startete Abel Tesfaye, wie The Weeknd mit bürgerlichem Namen heisst, 2015 richtig durch. Mit «Starboy» bestätigt er seinen Platz im R&B-Olymp und ehrt die Legenden der Siebziger und Achtziger.

Der Titel des Albums ist kein Zufall. «Starboy» hat viele Einflüsse des verstorbenen «Starmans» David Bowie. Der grösste ist dabei die Vielfältigkeit, mit der The Weeknd durch das Album führt. Von der klassischen Disconummer, über den modernen EDM-Beat, bis hin zu Autotune mit Einflüssen eines Tarantino-Soundtracks ist alles dabei. Die butterweiche Stimme des Kanadiers wechselt dabei spielend Oktaven und Gesangsart, wie es ihm passt.

Das Album wird mit der Vorabsingle «Starboy» eröffnet. Der Beat von Daft Punk, mit pumpender Bassline und ruhigem Klavier, ist einer der besten Tracks des Albums und etabliert den neuen The Weeknd perfekt: «I’m a motherfuckin‘ Starboy». Leider können die Folgetracks «Party Monster» und «False Alarm» da nicht mithalten und geraten spätestens mit der eingängigen Disco-Hymne «Secrets» in Vergessenheit. Der tief in den Achtzigern verwurzelte Track erinnert zwar an Modern Talking 2.0, aber eben auch an den jungen Michael Jackson – was ziemlich hitverdächtig klingt. «Stargirl Interlude» mit Lana Del Rey ist hingegen so schlecht, dass man das Interlude (zu was auch immer?) am besten überspringt und direkt zu «Sidewalks» mit Rapper Kendrick wechselt. Hier wird die Disco-Mucke links liegen gelassen und stattdessen mit den Italo-Western-Klängen des Komponisten Ennio Morricone geflirtet. Das klingt sehr gut, solange man den Text ignoriert: «I feel like Moses, I feel like I’m chosen» – Ähä. Passend zum Italo Western kommt dann eine Dürre, die sich bis zum letzten Track des Albums erstreckt. «I Feel It Coming» feat. Daft Punk, eine weitere Disco-Hymne und bester Track des Albums, schliesst «Starboy» dann aber doch versöhnlich ab. Die Überhits erfüllen ihren Zweck, doch in seiner Gesamtheit wäre The Weeknds drittes Album mit weniger Tracks besser bedient. Eine leise Entäuschung lässt sich leider nicht leugnen.

Für Fans von: Daft Punk, Michael Jackson, Modern Talking
Bewertung: _



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