31.03.2016
Rubrik Musik

Miike Snow – iii


Vier Jahre und einige Solo-Projekte ist es her, seit Andrew Wyatt, Christian Karlsson und Pontus Winnberg als Miike Snow ihren letzten musikalischen Output geliefert haben. Nun melden sie sich mit „iii“ zurück und treten damit in alte Fusstapfen.

Wer sich an das letzte Album „Happy To You“ des amerikanisch-schwedischen Trios erinnern kann, der weiss, dass Miike Snow sich damit auf ganz neue Pfade begeben haben. Sie trieben weg von der kommerziellen und erfolgreichen Pop-Musik, hin zum anspruchsvollen und nicht ganz so leicht verdaulichen Alternative-Indie-Rock. Dass diese Entwicklung der durch Hits wie „Animal“ und „Black&Blue“ gewonnenen Fangemeinde nicht unbedingt passte, war dabei schon fast vorprogrammiert. „Als wir uns musikalisch neu versucht haben, wurde uns schnell klar, weshalb wir drei in einer Band sind. Es geht um unsere gemeinsamen Fähigkeiten und um die Leidenschaft eingängige Pop-Musik zu schaffen“, erzählt uns Andrew Wyatt, als wir in London für einen kurzen Schwatz anriefen. Dabei spricht er von Fähigkeiten, die sich durchaus vorzeigen lassen – produzierten Christian und Pontus  (alias Bloodshy & Avant) schon Hits für Britney Spears, Kiley Minogue, Jennifer Lopez und Sky Ferreira, schrieb Andrew unter anderem für Marc Ronson sowie Flume und steuerte Zeilen zu Bruno Mars’ Grammy nominierten Song „Grenade“ bei. Zwar prädestinieren solche Erfolge noch lange keine weiteren – oder wie Andrew es ausdrücken würde: „Nur weil du einen Hit geschrieben hast, kriegst du noch lange keinen zweiten hin“ –,  trotzdem beweist der Dreier schon mit dem Opener „My Trigger“, dass sie die catchy Hooklines definitiv im Blut haben. Denn Miike Snow turtlen gekonnt mit der erfolgreichen Einfachheit ihres selbstbetitelten Erstlings – auf die sie sich jedoch nie vollends einlassen – und der auf „Happy To You“ so präsenten Experimentierfreudigkeit, wodurch sie sich einen mächtig grossen Spielraum schaffen konnten. „Bei Miike Snow ging es schon immer darum, verschiedene Musikstile zusammenzutragen, um sie dann gründlich durchzumischen und etwas Persönliches daraus zu machen“, so Wyatt. Und genau diese Offenheit macht sich auch auf „iii“ wieder bemerkbar: Mit „Gengis Khan“ vollführen die Jungs einen gelungenen Hüpfer in Richtung Soul, wickeln uns mit „For U“ und der darauf ertönenden, betörenden Stimme von Charlie XCX um den R’n’B-Finger und mit „Heart Is Full“ und dessen von Run The Jewels gefeaturten Alias liefern sie  eine reinhauende Hip-Hop-Nummer ab. Dass das ganze Album dabei auf einer Fern-Dreiecksbeziehung der Hauptbeteiligten basiert, fällt kaum auf: „Solange ich gewillt bin die Reisen nach Stockholm und Bangkok auf mich zu nehmen, funktioniert unsere Zusammenarbeit ohne weiteres. Natürlich werde ich das nicht für immer durchziehen, aber im Moment stimmt es für mich so.“ Einzig die monotonen „The Heart Of Me“, „I Feel The Weight“ und „Longshot (7 Nights)“ und Wyatts stets etwas seichte Stimme bilden leider unnötige Tiefpunkte, die durchschimmern lassen, dass da wohl der eine oder andere zermürbende Jetlag in den Knochen gesteckt haben könnte.

iii – Miike Snow auf iTunes

Wer das mag, mag auch: Santigold „99 Cents“, Maroon 5 „Singles“, Passion Pit „Kindred“



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