18.05.2018
Rubrik Musik

Review-Freitag: Die Platte der Woche mit James Bay


Diese Woche haben wir zwar nur ein Album, dafür aber ein echt fetziges: «Electric Light» von James Bay.

Singer/Songwriter-Pop: James Bay – «Electric Light»

James Bay war beim Friseur. Und wie so oft im Leben, steckt auch bei dem britischen Songwriter eine große Veränderung dahinter – wenngleich die eher musikalischer als privater Natur ist. „Mein neues Album hat mich dazu inspiriert, die langen Haare abzuschneiden“, lacht er. „Als Künstler will ich stets neue Sounds erforschen. Die intimen Akustik-Songs sind zwar ein wichtiger Teil dessen, was ich mache, aber es steckt mehr in mir. Mit meinem neuen Album wollte ich das zeigen.“ Mit anderen Worten: Der neue Look unterstreicht den neuen Sound von James Bay.

Drei Jahre ist es her, dass Bay mit seinem Debütalbum „Chaos And The Calm“ den Durchbruch schaffte: Über 3,5 Millionen Mal hat die Platte sich verkauft. Der 27-jährige bekam dafür zig Preise, durfte zusammen mit Epiphone eine eigene Signature-Gitarre auf den Markt bringen und für die britische Modemarke „Topman“ eine Kollektion entwerfen. Mit „Electric Light“ will er nun offenbar noch höher hinaus. Sein klangliches Spektrum hat Bay in alle Richtungen erweitert: Mit „Pink Lemonade“ gibt es Gitarren-Rock á la Strokes, „In My Head“ kommt mit Soul-Gospel-Vibe daher. „Wanderlust“ ist feinster Pop und mit „Slide“ gibt’s auch eine Klavier-Ballade. Inspiriert von Drake, Frank Ocean, Lorde und LCD Soundsystem experimentiert Bay nicht nur vermehrt mit Synthesizern, sondern bittet auch immer wieder einen Gospel-Chor ans Mikrofon.

Zusammengehalten wird das Album von Spoken-Word-Passagen im Intro und Interlude: Wir lauschen einem Paar, dessen Beziehung holpert, das aber auch nicht ohne einander kann. In das letzte Stück „Slide“ derweil arbeitete Bay ein Gedicht von Alan Ginsberg ein. „The weight of the world is love“, heißt es darin. Zum einen sollen diese Elemente „Electric Light“ zu einem Gesamtwerk machen, zum anderen unterstreichen sie das Thema des Albums: In Zeiten von Trump und Brexit, in denen die Menschen sich scheinbar immer weiter voneinander entfernen, handeln Bays Songs von Zusammenhalt und Einheit. „I believe in us“, bekennt er in „Us“. „Wir können miteinander auskommen – und meistens tun wir es ja auch”, sagt er. „Es wäre schön, wenn es uns noch öfter gelingen würde. Vielleicht ist das nicht möglich – aber ich will Licht und Hoffnung verbreiten.“

Für Fans von: Tom Odell, Frank Ocean, Lorde
Wertung:

James Bay– «Electric Light» auf iTunes



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