Review-Freitag: Die Platten der Woche mit Ezra Furman, Computer Magic und vielen mehr


Von Dark-Indie bis Bastard-Pop: Diese Woche gibt’s neue Musik von den Ezra Furman, Computer Magic und vielen mehr.


Dark-Indie: Ezra Furman – «Transangelic Exodus»
Ezra Furmans neustes Werk «Transangelic Exodus» sei kein Konzept-Album habe aber einen roten Faden, meinte Furman kürzlich in einem Interview mit Consequence of Sound. Der rote Faden beschreibt Ezras Beziehung zu einem Engel und deren gemeinsame Flucht vor der Regierung. Die Geschichte beginnt in einem Auto und im ersten Track «Suck The Blood From My Wound» sitzt ein Engel auf dem Beifahrersitz. Dieser Engel ist der Lover des Sängers und ist aus dem Spital geflohen. Nun er reisst sich die Verbände von den gebrochenen Flügeln und verspritzt sein Blut im ganzen Auto. Die Engel sind eine Metapher für den Kampf um sexuelle Identität und der Suche nach einem Zuhause.

Der Musiker, der offen bisexuell lebt, will Mut machen und zeigen, dass man die eigenen sexuellen Vorlieben durchaus hinterfragen darf. Furman zeigt wie schwierig es ist, offen Queer zu leben. Man bekommt merkwürdige Blicke zu geworfen und der Kampf zur Akzeptanz ist blutig. Es aber zu unterdrücken und so zu tun als sei nichts, ist der sichere Tod. Besser eine Kreatur ohne zuhause als gar keine Kreatur zu sein. Furman kann auch hässig sein: «This whole world is no place at all/No place for a creature like me», faucht er in «No Place». Ohne Zurückhaltung singt er seine Parolen mit Stolz und das dunkle, etwas harsche Schlagzeug gibt den Beat an. Auch Gitarren sind vertreten und setzten wichtige Punkt in den Songs. Der rohe Rock gespickt mit Indie-Klängen und etwas Lo-Fi-Vibes ist angespannt und klingt als würde er jede Sekunde explodieren. Diese hörbare Energie unterstreicht die Wichtigkeit der Message, die Ezra Furman mit seiner neuen Platte rüberbringen möchte. (chia)

Wertung: [Sterne8]
Für Fans von: Django Django, Field Music, Conor Oberst

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Space-Jams: Computer Magic – «DANZ»
«In a galaxy far, far away…”, schichtet Danielle Johnson aka Computer Magic Synthies über Synthies und erschafft daraus eine futuristische, dystopische Atmosphäre mit Gänsehauteffekt. Die junge Amerikanerin hat sich einen eigenen Sci-Fi Kosmos gebaut, der in Soundtracks von Video Games oder Stranger Things gut aufgehoben wäre. Die neue Platte ist etwas düsterer und experimenteller als dessen Vorgänger, wobei Danielles delikate Stimme einen passenden Ausgleich bietet. (gin)

Wertung: [Sterne6]
Für Fans von:
CHVRCHES, Grimes, Ladyhawke

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80’s Drama-Pop: Crimer – «Leave Me Baby»
Es ist eine Crux mit dem Hype. Klar, die Aufmerksamkeit hilft, aber meistens entsteht dadurch eine Erwartungshaltung, die nur schwer zu erfüllen ist. Meistens. Nun hätte Crimers Gespür für fein justierten Retro-Pop aber gern ein Wörtchen mitzureden, oder besser zwei: Fuck it! Das selbstsichere Debutalbum des St. Gallers ist exakt das, was man sich vom Mittelscheitel der Nation gewünscht hat. Eine 80’s Hommage aus dramatischen, fast immer tanzbaren Hymen zwischen klassischem Songwriting und Club-Feeling. Mit den Worten eines grossen Deutschen Philosophen: «Hyper, Hyper!». (rez)

Wertung: [Sterne8]
Für Fans von:
Orchestral Manoeuvres in the Dark, Tears For Fears, Jimmy Sommerville

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Gitarren-Schnulzen: Vance Joy – «Nation Of Two»
Vance Joy ist der nette Junge mit der Gitarre am Strand, allerdings nicht von der Art wie der gutgelaunte, grinsende Surferboy Jack Johnson, Vance ist eher der in sich gekehrte, schüchterne Dichter. Während Jack mit seinen Jungs rumalbert und noch ‘n Bier aufmacht, zieht Vance die Mädels an, die sich scheu und mit großen Augen um ihn sammeln und heimlich seufzen, während er seine Liebeslieder zupft. Das kann er nämlich ganz gut. Allerdings wird sich jemand, der nicht zu dieser Zielgruppe gehört, deftig langweilen.

Wertung: [Sterne5]
Für Fans von: Ben Howard, Foy Vance, Chris Isaac

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Psychedelica-Pop: MGMT – «Little Dark Age»
Ja, «Kids», «Time To Pretend” und “Electric Feel” sind noch immer tolle Nummern und ja, auch auf «Congratulations» fanden sich ordentliche Stücke. Aber mit dem Weg, den das US-Duo auf dem selbstbenannten dritten Album einschlug und nun auf «Little Dark Age» fortsetzt sind MGMT endgültig untragbar geworden. 80s-Revivals mögen zwar angesagt sein, aber das Synthie-Massaker ist einfach nur anstrengend und klingt wie sich ein schlechter Trip anfühlt. Dazu entleert sich der Kitsch dermassen träge, dass sich die Platte länger anfühlt als ein dreistündiger Vortrag über das Paarungsverhalten von Fuchsbandwürmer (die vögeln sich selber. Bam, was gelernt!) (jugo/rez)

Wertung: [Sterne3]
Für Fans von:
Empire of the Sun, Phoenix, Pete Burns Tränen

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Nerd-Hop: Audio Dope – «Audio Dope»
Audio Dope sieht kaum viel Tageslicht. Sein Debütalbum klingt, als würde der Basler Tag und Nacht in seinem Studio verbringen und an elektronischem Spielzeug rum-nerden. Mit seinen ersten Releases holte er sich bereits Airplay bei der BBC und Support-Slots für Odesza. Die Symbiose aus Gesangsschnipseln, exotischen Samples wie dem asiatischen Saiteninstrument in “Pai Mei” und klassischen Dance-Elementen wäre auch als Soundtrack geeignet, bringt den Club aber genauso in einen gedankenverlorenen Schwebezustand.

Wertung: [Sterne8]
Für Fans von: Pablo Nouvelle, Cella, Bonobo

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Classic Electroclash: Fischerspooner – Sir
Der Hiatus ist zu ende, die Lyrik offener und die Musik sexier. Fischerspooner, Vorreiter des Electroclashes, schenkt der Homophobie und Diskriminierung keine Aufmerksamkeit und legt den Fokus in «Sir» auf Spooners queere Gelüste. Das neue Album ist in düsteren Synthies und Electro-Beats getränkt, die scheinen, zu einer etwas eintönigen Einheit zusammenzuschmelzen. Die mehr Disco-Pop orientierten Stücke wie «Have Fun Tonight» und «Dark Pink» bieten dem Ganzen aber zumindest etwas Stoff, um der Platte wieder mehr Pfiff und Charakter zu verleihen. (gin)

Wertung: [Sterne5]
Für Fans von:
Vitalic, Hercules & Love Affair, The Faint

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Bastard-Pop: Poliça & s t a r g a z e – «Music For The Long Emergency»
Niemand hat sich gefragt, wie Poliça klingen würden, wenn sie mit Orchester arbeiten würden, aber die Antwort gibt’s trotzdem: Anders. Eigentlich hätten die Indie-Dancer und die Berliner von s t a r g a z e auch einen neuen Moniker für diese Koop wählen können, denn die hochdramatischen Tracks liegen widerspenstig zwischen allen Genres und klingen, als fühlen sie sich da unwohl. Zwischen Schönheit, rauer Depression und einer aggressiven „Schauen wir mal, ob das auch funktioniert“-Einstellung kommt das recht Arty-farty.

Wertung: [Sterne5]
Für Fans von: dem neuen Bon Iver, dem letzten Bowie, Björk

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