09.02.2018
Rubrik Musik

Review-Freitag: Die Platten der Woche mit Brian Fallon, Veto und The Wombats


Gitarrenpop bis Rock: Diese Woche gibt’s neue Musik von Brian Fallon, Veto und The Wombats.

Gitarrenpop: The Wombats – «Beautiful People Will Ruin Your Life»

Indie ist tot. Jaha, den Satz kennen wir. The Wombats mögen mit „Beautiful People Will Ruin Your Life“ vielleicht nicht das Gegenteil beweisen und das Genre von hinten aufrollen, liefern aber eine wunderbar eingängige Gute-Laune-Platte, zu der ein jeder das Tanzbein zu schwingen weiss.  (raf)

Legt man die neue Platte von den Wombats ein, erwartet einen zunächst keine Offenbarung: Eine Hand voll up-beat Indietracks, darunter auch die Vorabsingle „Lemon To A Knife Fight“, wobei hier aber schon einmal die wombats’sche Genialität vom Melodienschreiben herausschimmert. Dennoch beginnt das nun vierte Studioalbum etwas schwammig, nichts sticht wirklich heraus, aber alles solide gemacht. Das ändert sich jedoch spätestens mit „White Eyes“, einem vorantreibenden Song, so eingängig, dass man aus voller Brust und stampfendem Fuss mitbrüllen will. „Lethal Combination“ ist der perfekte Coming-of-Age-Soundtrack, welcher jedes nostalgische und vor allem mittlerweile volljährige Indie-Kind, im Herzen zehn Jahre verjüngt. Und wer bisher erst mit dem Kopf genickt hat, kann dessen Beine spätestens mit „I Only Wear Black“ nicht mehr stillhalten, ein Track, der genauso gut auf der Extended Version von „Room On Fire“ der Strokes sein könnte. „Ice Cream“ stampft voran. In „Dip You In Honey“ heulen die Gitarren. „I Don’t Know Why I Like You But I Do“ mit seinen groovenden Gitarrenriffs und klaren Vocals zeigt, dass das Liverpooler Trio ihr Handwerk mehr als nur beherrscht und immer noch ganz weit oben im Gitarrenpop-Genre mitmischt.

Seit nun 18 Jahren gibt’s die Wombats. Eine beachtliche Zeit, in der die Band sich treu blieb. „Beautiful People Will Ruin Your Life“ mag an drei völlig unterschiedlichen Orten auf der Welt entstanden sein: Bei Schlagzeuger Dan Haggis in London, bei Bassist Tord Øverland Knudsen und seiner Familie in Oslo und bei Frontmann Murph, frisch verheiratet und niedergelassen in Los Angeles. Trotzdem ist über Ferngespräche und -sessions ein wunderbar harmonisches und in sich geschlossenes Werk entstanden, durchzogen mit freudentrunkenen Gitarren, herzhaften Beats und einer Ohrenwurm-Melodie an der anderen.

Wertung: Für Fans von: Two Door Cinema Club,  Phoenix, The Strokes

The Wombats – «Beautiful People Will Ruin Your Life» auf iTunes

Rock: Brian Fallon–«Sleepwalkers»

Gerade haben The Gaslight Anthem eine Handvoll Reunion-Shows angekündigt, um das zehnjährige Jubiläum ihres Albums „The ’59 Sound“ zu feiern, doch bis das soweit ist, wandelt Sänger Brian Fallon noch auf Solopfaden. Zollte er auf „Painkillers“ vor zwei Jahren noch seinen Country- und Folk-Wurzeln Tribut, bewegt sich „Sleepwalkers“ zwischen britischen Punk, amerikanischem Soul und R&B. Die Songs haben Groove und sind opulent arrangiert, inklusive Handclaps, Mitsing-Chören, Bläsern und eine Orgel. Brian Fallon klang noch nie so gutgelaunt! (naw)

Wertung:

Für Fans von: Bruce Springsteen, The Gaslight Anthem, The Horrible Crowes

Brian Fallon – «Sleepwalkers» auf iTunes

 

Dramalectro: Veto – «16 Colors»

Troels Abrahamsen klingt noch immer wie Boromir der gerade von drei Ork-Pfeilen niedergestreckt wurde: er leidet und kämpft um die Worte, schnappt manchmal beinahe danach. Der Frontmann der dänischen Electro-Popper hat aber auch noch immer ein treffsicheres Gespür für Dramatik. So wird «I Am Here» schon beinahe zur Oper und der Titelsong «16 Colors» ist ein demütiger Knicks vor Giorgio Moroder zu seinen besten Zeiten. Auf die Dauer wird das zwar ein bisschen anstrengend, dank gerade mal zehn Tracks auf der Platte aber nie nervig. (rez)

Wertung: Für Fans von: Radiohead, TV On The Radio, Bloc Party

Brian Fallon – «Sleepwalkers» auf iTunes



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