Shawn Wasabi und sein Mango-Märchen


Shawn Wasabi

Wir schreiben das Jahr 2020 und irgendwie fühlt es sich an, als wären wir auf dem besten Weg, ein apokalyptisches Videospiel zu werden. Vielleicht ist an der Theorie, dass wir in einer Simulation leben, doch etwas dran? Auf jeden Fall tut etwas locker-flockige Musik in solchen Zeiten besonders gut - zum Beispiel die von Shawn Wasabi.


Shawn Wasabi hat uns Ende Mai mit seinem Album «Mangotale» etwas Entspannung in diesen verspannten Tagen serviert. Der amerikanische Musikproduzent machte bereits vor ein paar Jahren immer wieder mit vereinzelten Songs auf sich aufmerksam. In diesem Jahr präsentiert er nun endlich einen Langspieler voll mit Bubblegum-Pop. Das kunterbunte Comic-Cover von «Mangotale» deutet schon mal an, was einem erwartet: 34 Minuten Pop, der perfekt in ein Videospiel passen würde. Das ist auch Shawns Intention, wie er uns im Interview verrät: «Wenn ich für mein eigenes Projekt Musik schreibe, stelle ich mir die diese immer gleich mit einer visuellen Komponente vor. Meistens sind diese dann Videospiele.»

Nicht nur der visuelle Aspekt von Games ist für Shawn eine Inspiration, um seine Musik zu schreiben: «Viele Musiktheorien, die ich in meine eigenen Songs einbaue, haben ihren Ursprung aus der Videospiel-Musik und wurden durch sie bekannt.».

Der Animal Crossing Train

Mit einem Game wird Shawn Wasabi wohl am meisten assoziiert: Animal Crossing. Sein 2:40 Minuten langer Ohrenwurm «Animal Crossing» wurde während des Hype-Trains vom wohl wholsomesten Lebensimulator seit eh und je auf den sozialen Medien ständig als Hintergrundmusik für Videos zu Game-Inhalten von den Usern verwendet. Für ein Feature mit dem Superstar aus dem Game K.K. Sliders hats aber (noch) nicht gereicht. Nein dazu sagen würde Shawn nicht: «Ich liebe das Konzept von K.K. Sliders. Ein Hund, der singt und Gitarre spielt, ist der grösste Rockstar der Welt. Gebt mit bitte ein Feature mit ihm!»

Das seine Songs durch die sozialen Medien gehen, ist schön für Shawn Wasabi. Denn sie erreichen genau das, was er mit seiner Musik auch erreichen möchte bei den Menschen: «Ich will einfach nur, dass sich die Menschen nach dem Hören meiner Musik glücklich fühlen.»

Von Death-Metal zu Bubblegum-Pop

Shawn, der in Kalifornien aufgewachsen ist, hat bereits im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspielen begonnen.  Spätestens als er dann aber in der High School war, tauschte er die schwarz-weissen Tasten gegen Saiten und Snares ein: «Ich habe in sehr vielen High-School-Bands gespielt, fast alle davon waren Death-Metal-Bands.» Diese waren für ihn nicht nur ein Hobby, das ihm Spass machte, sondern auch eine Art von Selbstfindung: «Mein Kopf fühlt sich an, als wäre er ein Labyrinth, das voller Räume ist, das ich immer wieder besuche. Dann gibt es da auch noch ein kreatives Pendel in meinem Kopf, das sich stetig langsam vor und zurück bewegt.» Sein Debütalbum «Mangotale» zeigt nun auf, wer Shawn momentan ist und auch ein bisschen, wie er sich im letzten halben Jahrzehnt so entwickelt hat.

Musik mit dem eigens entwickelten Instrument

Von Keyboard über Synthesizer bis zu Samplern gibt es endlos viele elektronische Instrumente. Shawn Wasabi benutzt für seine Musik aber vor allem eines: den Midi-Fighter 64. Diesen hat Shawn auch gleich selbst mitentwickelt. «Es ist wortwörtlich ein Geistesprodukt von mir. Es funktioniert einfach am besten für mich und vor allem auch mit dem was ich liebe: Minimalismus, leuchtende Farben und noch viel mehr.» Man kann also sagen, Shawn Wasabis Musik ist bis auf ihre Knochen 100% selfmade!

Shawn Wasabis Album „Mangotale kannst du dir HIER in voller Länge nahören.