25.01.2017
Rubrik Musik

Tkay Maidza im Interview: Von der Verlorenheit zum Selbstvertrauen


Takudzwa Victoria Rosa Maidza alias Tkay Maidza ist zwar noch ein junger, aber doch bereits vielversprechender Stern am Musikhimmel. Denn obwohl die australische Künstlerin sich erst seit drei Jahren im Business herumtreibt und gerade erst ihr Debütalbum releast hat, fällt Tkay dank ihrem grossen Potenzial nicht als zögerlicher Padawan auf. Im Gegenteil: Sie strotzt vor Selbstbewusstsein, will es niemandem recht machen und tanzt nach ihrem eigenen Beat.

Viele kennen das: Man ist zwar Teil der Gesellschaft, hat aber manchmal trotzdem das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören – zum Beispiel während der Pubertät. Ähnlich ging es auch Sängerin und Rapperin Tkay, weshalb sie auf ihrem aktuellen, nach ihr benannten Longplayer ihre Erlebnisse verarbeitet und anderen Betroffenen Mut machen will: «Das Album ist eine Art Soundtrack für das High-School-Leben junger Frauen, denn in dieser Zeit geht es oft um Selbstfindung». So sei es normal, dass man sich manchmal verloren fühle, aber schliesslich würde jeder seinen eigenen Weg finden. «Es gibt Momente, in denen man Selbstvertrauen hat, aber auch solche, in denen man sich einsam fühlt. Trotzdem sollte jeder wissen, dass man nichts und niemanden braucht, um sich stark zu fühlen und um mit sich im Reinen zu sein», betont Tkay.

Von anderen Problemen, die hingegen mehr mit der Umwelt als mit dem eigenen Innenleben zu tun haben, handelt ihre zweite Single-Auskopplung «Stimulation»: Der groovige Track kritisiert die Oberflächlichkeit und Vergänglichkeit der Gesellschaft. «Die Idee zum Song kam mir während einer Zeit, in der ich einige Hochs und Tiefs hatte und von vielen Personen umgeben war, von denen ich oft nicht wusste, ob die Freundschaft echt oder gespielt ist. Es gibt immer wieder Phasen, in denen jeder irgendetwas von dir will und sich dementsprechend verhält. Doch genau so plötzlich verschwinden diese Leute dann auch wortlos wieder», resümiert die Künstlerin.

Von UK Garage bis Throwback-Hip-Hop

Ihr Debütalbum «Tkay» hat die Australierin nach sich selbst benannt, da es ein sehr persönliches Werk ist: «Es ist eine Momentaufnahme davon, wie ich mich in den letzten Monaten gefühlt habe. Im Guten wie im Schlechten». Obwohl sie erst 21 Jahre alt, konnte sich die Musikerin bereits mehrfach als vielseitige und selbstbewusste Texterin und Sängerin beweisen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch auf ihrem Erstling klar und ohne Umschweife zu dem steht, was sie denkt. Die Lyrics des Albums, welches Tkay unter anderem mit den Produzenten Salva und Dre Skull realisiert hat, stechen neben der Auseinandersetzung mit sozialen Konflikten auch durch eine stimmige Balance aus Verwegenheit und Verletzlichkeit hervor. Letzteres gelingt ihr jedoch ohne zu jammern, denn sie überzeugt durchwegs mit einer energiegeladenen und emotionalen Spannung. Interessant ist auch die mitreissende Dynamik und Innovation, die sie mit ihrem Sound transportiert: So mischt sie neben Dance und Pop stilsicher auch die Genres UK-Garage, Grime, Throwback-Hip-Hop und Trap.

Tkay weiss was sie will und hat sich dafür schon früh die Weichen gestellt: Als sie als Kind mit ihren Eltern von Zimbabwe nach Down Under zog, erkannte sie ihr musikalisches Talent und ihre Leidenschaft dafür schnell. Trotzdem entschied sie sich auf Nummer sicher zu gehen und schloss vernünftigerweise zuerst ihr Architekturstudium ab, bevor sie sich komplett der Musik verschrieb. Ihren ersten Song «Brontosaurus» veröffentlichte sie 2013 und landete einen Hit. Ein Jahr später folgten weitere Singles und schliesslich ihre erste EP «Switch Tape». Mit ihrem Können zog Tkay schnell die Aufmerksamkeit bekannter Musikgrössen auf sich und konnte bereits weltweit als Vorband für Künstler wie Mark Ronson, Years & Years und Rita Ora auftreten.

Eine neue Momentaufnahme

Das Touren beschreibt Tkay als bisher aufregendste Zeit in ihrem Musikerleben. So war sie 2015 auch schon bei grossen Festivals in ihrer Heimat, in den Staaten, sowie am Great Escape in England vertreten. Die nächsten Gigs auf der Freiluft-Bühne für das aktuelle Jahr sind deshalb auch schon fest eingeplant: So tourt Tkay mit ihrem Debütalbum bis im Frühling zuerst quer durch Europa und spielt dann im Sommer wieder auf etlichen Festivals in Amerika und Australien.

Ebenso wie die Welt zu bereisen, liebt es die Rapperin ihre Erlebnisse und Eindrücke in Songs zu verarbeiten und ist bereits voller Tatendrang: «Ich habe schon ein paar Vorstellungen davon, wie das nächste Album werden soll und mit wem ich noch zusammen arbeiten will, oder es nicht genug getan habe». Einer, der wieder ins Boot geholt werden soll, sei auf jeden Fall Produzent Salva. Gerne würde Tkay auch mit den amerikanischen Musikern BloodPop und André 3000 zusammenspannen, um mit ihnen eine neue, aktuelle Momentaufnahme ihrer selbst zu erschaffen.

Die neue Platte ist ab jetzt zu haben, hier geht’s zum Review.



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