07.06.2016
Rubrik Musik

Volbeat im Interview: Eine Runde nach der anderen


Mit «Seal the Deal & Let’s Boogie» melden sich Volbeat zurück an die Front. Im Interview erzählt Sänger Michael Schøn Paulsen darüber – und erklärt, was seine Band mit einem Hamster gemeinsam hat.

Michael, erzähl uns doch ein bisschen von eurem neuen Album «Seal the Deal & Let’s Boogie».
Es ist unsere stärkste Platte bis jetzt, ein klassisches Volbeat-Rockalbum. Thematisch verbergen sich darin Geschichten über echte Menschen aus früheren Zeiten. Ich mag es, wenn unsere Fans in Büchern und im Internet herumnerden können, um die Hintergründe der Figuren in unseren Texten zu recherchieren.

Welche historischen Figuren habt ihr denn behandelt?
Zum Beispiel die Geschichte über Marie Laveau, eine Voodo-Priesterin aus New Orleans, die im 19. Jahrhundert gelebt hat. Ich habe sie als Element benutzt, um mit meinem verstorbenen Vater in Kontakt zu treten. Ausserdem gibt es einen Song über Mary Jane Kelly, die ein Opfer von Jack the Ripper war. Der Grund, warum ich über sie geschrieben habe, war der, dass ich das Gefühl hatte, die Welt braucht nicht noch eine Geschichte über Jack the Ripper. Viel interessanter sind doch oft die Opfer, die meistens in Vergessenheit geraten, wenn es um Serienmörder geht.

Die Songs handeln also meist von Frauen, die etwas Dunkles an sich haben?
Ja genau, es gibt auch einen Song über eine babylonische Göttin, die dunkle Magie anwendet. Viele der Songs haben einen spirituellen Zugang. Das ist vielleicht auch der Grund, warum wir zum ersten Mal einen Gospel-Chor in einem Song, «Goodbye Forever», verwendet haben. Ich bin zwar nicht gläubig, aber die Gefühle, die aufkommen, wenn ich Gospelmusik höre, haben mich schon immer an meine spirituelle Seite erinnert.

Euer Album-Output ist wahnsinnig konstant, alle zwei, drei Jahre haut ihr eine neue Platte raus. Dazwischen geht ihr lange auf Tour. Hattet ihr in den letzten 15 Jahren nicht mal einen Moment, bei dem ihr eine Pause einlegen wolltet?
Natürlich geht einem das mal durch den Kopf. Aber wir sehen unseren Erfolg nicht als selbstverständlich an, auch nicht nach all den Jahren. Wir wollen dafür arbeiten und da bleibt uns nichts Anderes übrig, als in die Bresche zu springen. Und natürlich kommt immer wieder ein grossartiges Angebot um die Ecke, das es uns unmöglich macht, ein Päuschen einzulegen. Wir mögen, was wir machen. Es ist wie bei einem Hamster, der ständig in seinem Hamsterrad läuft. Er tut einem schon fast ein bisschen leid. Aber wenn man ihn aus dem Rad herausnimmt, läuft er gleich wieder zurück ins Hamsterrad und dreht seine Runden. So geht es uns mit Volbeat. Wir können gar nicht anders als weiterzulaufen.

Das heisst ihr freut euch jetzt schon wieder, auf Tour zu gehen?
Auf jeden Fall, es wird grossartig, die neuen Songs vor Publikum zu spielen. Ich kann es kaum erwarten.

Es gibt aber sicher auch Nachteile, wenn man auf Tour ist, oder?
Absolut. Für mich ist das schlimmste, nicht schlafen zu können. Ich habe einen wahnsinnig leichten Schlaf und kann im Bus kein Auge zu tun. Es ist dann also schon ab und an etwas anstrengend, wenn ich übernächtigt auf die Bühne muss. Aber ich tu mein Bestes, um das mit einem gesunden Lebensstil auszugleichen. Ich trinke nicht, wenn ich auf Tour bin und ich mache viel Sport. Es wäre unfair gegenüber unseren Fans, wenn ich meinen Job nicht ernst nehmen würde. Ich will sie nicht enttäuschen. Aber ich nehme mir auch immer den Rat zu Herzen, den Lemmy Kilmister mir mal gegeben hat. Er meinte: «Vergiss nicht, Michael, es muss Spass machen!» Und damit hatte er absolut Recht. Wenn der Moment je kommt, an dem wir keinen Spass mehr mit Volbeat haben, dann gehen wir in Rente. Versprochen.

Ihr spielt in diesem Sommer wieder mal am Greenfield Festival. Wie waren denn die letzten Auftritte dort?
Es war immer grossartig, wir freuen uns schon sehr darauf wieder dort zu spielen. Es wird höchste Zeit endlich wieder mal zurück in die Schweiz zu kommen. Hoffentlich können wir ein paar der alten Schweizer Volbeat-Fans wiedersehen, das würde uns freuen.

Das neue Album «Seal the Deal & Let’s Boogie» ist jetzt erhältlich. Hier geht’s zum Review.



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