What the World Needs Now … IS MORE COWBELL!


Vor 20 Jahren feierte in der TV-Show «Saturday Night Live» ein Sketch Premiere, der die Musikgeschichte umschrieb und dadurch Comedy-Geschichte machte. Wir beantworten fünf Fragen dazu und verraten, wie auch du zu «More Cowbell!» kommst.


Okay, ich beziehe meine Comedy ausschliesslich von Memes auf Instagram und alten «Kliby & Caroline»-Schallplatten. Was also ist «Saturday Night Live»?

Die jeweils am Samstag (!) Nacht (!!) live (!!!) aufgezeichnete Sketch-Show aus den USA ist seit über 45 Jahren auf Sendung und diente als Karrieresprungbrett für Stars wie Bill Murray, Eddie Murphy, Tina Fey und Adam Sandler. Neben einem fixen Performer-Stamm führt jeweils ein Stargast durch die Sendung und spielt auch in den Skits mit.

Selbst der aktuelle Shutdown in den USA hielt am vergangenen Wochenende das in New York beheimatete SNL nicht von einer Sendung ab: Tom Hanks begrüsste aus seinem Wohnzimmer das Publikum, anschliessend spielten Kate McKinnon und Co. ihre Comedy-Bits von ihrem Zuhause in die Webcam.

Alles klar. Und «More Cowbell» war also einer dieser Sketches bei «Saturday Night Live»?

Genau. Im April 2000 hostete Schauspieler Christopher Walken eine SNL-Ausgabe und spielte im Sketch Musikproduzent Bruce Dickinson, wie er den Song «Don‘t Fear the Reaper» mit der Band Blue Öyster Cult aufnimmt. Wer bei diesem Kult-Track schon mal genauer hingehört hat, stellte womöglich fest: «Hey … ist das eine Kuhglocke im Hintergrund?»

Ja, ist es tatsächlich. Doch im Gegensatz zur SNL-Version hatte Blue Öyster Cult nie ein Bandmitglied, das ausschliesslich die Kuhglocke gespielt hat. Im Sketch wird dieser fiktive Musiker von Will Ferrell dargestellt, der bei den Aufnahmen seine grosse Chance wittert und auf sein Instrument eindrischt, als müsste er Thors Hammer aus dem Feuer klopfen – sehr zum Missfallen seiner übrigen Bandkollegen. Doch immer wieder wird ihnen von Bruce versichert: Alles, was dieser Song zum grossen Hit brauche, sei «MORE COWBELL!».

Na gut, das klingt milde amüsant. Aber warum wurde die Nummer so dermassen zum Kracher?

Der damals noch relativ unbekannte Will Ferrell setzte seine hinreissende Speckpartie geradezu hypnotisch in Szene und etablierte sich damit endgültig als eines der grossartigsten Ensemble-Mitglieder in der Geschichte von «Saturday Night Live». Aber auch Christopher Walkens stoische Performance und Vortragsweise von Zitaten wie «I‘ve got a fever … and the only perscription … is MORE COWBELL!» sorgen bis heute für hysterisches Kichern.

Ein Kichern, dem sich übrigens selbst die Performer im Sketch nicht entziehen konnten: Jimmy Fallon – der während seinen SNL-Zeiten schon immer den Ruf hatte, sein Pokerface zu verlieren – konnte sich irgendwann nicht mehr halten vor Lachen und steckte live on stage die Kollegen Chris Kattan und Horatio Sanz an.

Und was folgte nach «More Cowbell»?

Selbstverständlich MORE COWBELL! So kuhglockte Will Ferrell in späteren Jahren wiederholt bei SNL-Performances von Bands wie Queens of the Stone Age oder Green Day – die von seinem Auftritt nichts wussten – das Instrument in gewohnter Inbrunst. Blue Öyster Cult reagierten ebenfalls amüsiert auf die Neuinterpretation ihrer Bandgeschichte und kriegten Jahre später noch Beileidsbekundungen für das Ableben ihres fiktiven Cowbell-Spielers (am Ende vom Sketch mitgeteilt, dass er im Alter von 50 Jahren verstarb). Auf YouTube verzeichnet das «More Cowbell»-Video inzwischen über 11 Millionen Views und gilt bis heute als einer der brillantesten und beliebtesten Kreationen von «Saturday Night Live».

So langsam komme ich auch auf den Geschmack – wo kriege ich meine eigene Cowbell?

Nicht wahr? Cowbell geht immer. Zu jedem Song. Und du brauchst dazu nicht mal viel musikalisches Talent – Hauptsache einen Anflug von Rhythmusgefühl. Und dann einfach mal den ganzen Frust raus cowbellen! Am besten, du holst dir bei einem Hohner-Sonor-Händler die Mike Johnston Signature Groove Bell der Marke Meinl. Nicht nur kommt die im hübschen Vintage Steele Design daher, dank magnetischem Tuner hat sie zudem einen absolut kristallklaren Klang. Bruce Dickinson wäre begeistert.